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Twitter geht gegen QAnon vor: 7000 Konten gelöscht

  • Stefan Krieger
    vonStefan Krieger
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Der Kurznachrichtendienst Twitter geht gegen die rechten Verschwörungstheoretiker von QAnon vor und löscht Konten im großen Stil.

  • Twitter löscht Konten der Verschwörungstheoretiker von QAnon
  • Die QAnon-Bewegung unterstützt auch Donald Trump
  • Twitter kündigt weitere Maßnahmen an

Twitter ist gegen die QAnon-Bewegung vorgegangen, die Verschwörungstheorien mit teil rechtsextremem Hintergrund verbreitet und US-Präsident Donald Trump unterstützt. 7000 Konten mit Verbindungen zu QAnon wurden entfernt, wie der US-Internetdienst am Dienstag mitteilte. Die Maßnahme begründete das Unternehmen damit, dass die über diese Konten verbreiteten Botschaften „Schäden im wirklichen Leben“ anrichteten.

QAnon-Bewegung: Verschwörungstheorien mit antisemitischem Inhalt

Die QAnon-Bewegung verbreitet die Behauptung, dass die Vereinigten Staaten von einer kriminellen Organisation beherrscht würden, welcher etwa die früheren Präsidenten Bill Clinton und Barack Obama, der Milliardär George Soros sowie diverse Hollywoodstars angehören sollen. Viele QAnon-Botschaften haben antisemitischen Charakter.

QAnon: Über Twitter Konten Menschen bedrängt

Nach Angaben eines Unternehmenssprechers entschloss sich Twitter zum Vorgehen gegen QAnon, weil die Anhänger der Bewegung über die Plattform immer mehr Schaden verursachten. So hätten in den vergangenen Wochen die von solchen Konten ausgehenden Formen der koordinierten Drangsalierung anderer Menschen zugenommen.

Der Sprecher kündigte eine Ausweitung der Twitter-Maßnahmen gegen die Verbreitung von Verschwörungstheorien an. Davon würden rund 150.000 Konten betroffen sein, erklärte er.

QAnon-Symbole wurden in den vergangenen Jahren von Anhängern immer wieder in die Kamera bei Auftritten von US-Präsident Donald Trump gehalten. Unterstützer der Theorien sind inzwischen auch verstärkt in der Republikanischen Partei aktiv.

Twitter erklärte, mit QAnon verbundene Inhalte sollen nicht mehr in Trends und Empfehlungen auftauchen und Weblinks beim Hochladen blockiert werden. Facebook hatte im Mai 20 Accounts und fünf Seiten entfernt, die QAnon zugerechnet werden. Zur Begründung hieß es, sie hätten gegen das Verbot „nicht-authentischen Verhaltens“ bei dem Online-Netzwerk verstoßen.

Social-Media-Anbieter gegen Hassbotschaften

In den USA und anderen Ländern hat in den vergangenen Monaten der Druck auf die Betreiber der großen Onlinenetzwerke stark zugenommen, gegen Hass- und Falschbotschaften vorzugehen. Die Unternehmen ergriffen eine Reihe von Maßnahmen gegen solche Inhalte. Auch Facebook, das sich sogar einem großangelegten Anzeigenboykott ausgesetzt sieht, reagierte und kündigte eine Ausweitung seines Vorgehens gegen Hass und Hetze an. (skr/afp)

Twitter Inc.Das Unternehmen mit Sitz in San Francisco ist der börsennotierte Betreiber des Mikroblogging-Dienstes Twitter.
CEOJack Dorsey
Gründung21. März 2006
ZentraleSan Francisco, Kalifornien, Vereinigte Staaten

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