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Musk vermutet Bots hinter Abstimmung - will aber als Twitter-Chef zurücktreten

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Von: Katja Thorwarth, Moritz Serif, Lucas Maier

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Mehr als 8 Millionen Nutzer:innen wollen Elon Musk nicht als Twitter-Chef sehen. Der wittert eine Manipulation.

Update vom Mittwoch, 21. Dezember, 8.30 Uhr:  Elon Musk will als Twitter-Chef zurücktreten - allerdings erst, wenn ein Nachfolger gefunden ist. Das twitterte der Eigentümer des Kurznachrichtendienstes am Dienstag (Ortszeit). Sollte er jemanden finden, der „blöd genug“ ist, werde er selbst nur noch die Software- und Server-Teams führen. Twitter-Nutzer hatten sich zuvor in einer von Musk eingeleiteten Umfrage mehrheitlich für dessen Rücktritt ausgesprochen. Es deutet derzeit allerdings wenig darauf hin, dass Musk zügig einen geeigneten Kandidaten für den Top-Job findet. So oder so dürfte er als Eigentümer großen Einfluss behalten.

Im Vorfeld hatte Musk noch das Ergebnis der Umfrage in Zweifel gezogen. In mehreren Tweets deutete der Multimilliardär an, dass er an eine mögliche Manipulation der Abstimmung durch Bots glaubt.

Elon Musk
Seit der Übernahme von Elon Musk wandern viele Menschen von Twitter ab. Nun durften seine Follower über seine Zukunft abstimmen. © Susan Walsh/AP/dpa

Mehr 8 Millionen Twitter-Nutzer stimmen gegen Elon Musk – Jubel an der Börse

+++ 19.30 Uhr: Die Twitter-Nutzer haben abgestimmt. 57,5 Prozent der 17.502.391 abgegebenen Stimmen sind dafür, dass Elon Musk seinen Posten beim Kurznachrichtendienst räumt. Kurz nachdem der Multimilliardär die Umfrage, ob er als CEO von Twitter zurücktreten soll, veröffentlichte, schrieb er: „Wie das Sprichwort sagt, sei vorsichtig mit dem, was du willst, denn du könntest es bekommen.“ Ob der US-Amerikaner dies auf seine Abstimmung bezog, ist unklar.

Zwölf Stunden hatten die Twitter-User:innen, um an der Umfrage teilzunehmen. Das Ergebnis der nicht repräsentativen Umfrage sorgte an der Börse für Jubel, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) schreibt. Die Tesla-Aktie legte direkt um rund vier Prozent zu.

Elon Musk lässt abstimmen: Stand zuvor bereits fest, dass er Twitter an den Nagel hängt?

Es ist nicht die erste Abstimmung, die Musk auf Twitter online gestellt hat. Zuletzt ließ er die Online-Community darüber wählen, ob er zehn Prozent seiner Tesla-Anteile verkaufen solle, was ihm am Ende Ärger mit Investoren des Autokonzerns einbrachte.

Dabei hatte Musk bereits zuvor entschieden, die Anteile abzutreten, wie Unterlagen laut dpa bestätigten. Die Entscheidung, seinen Hut bei Twitter an den Nagel zu hängen, könnte also auch bereits vor der Abstimmung beschlossene Sache gewesen sein.

Update vom Montag, 19. Dezember, 12.32 Uhr: Beim Kurznachrichtendienst Twitter steht der Mehrheitsanteilseigner Elon Musk vor dem Rücktritt als Unternehmenschef. In einer vom 51-Jährigen selbst eingeleiteten Twitter-Umfrage sprach sich die Mehrheit am Montag für diesen Schritt aus. Musk hatte zuvor versichert, sich an das Abstimmungsergebnis zu halten.

Twitter-Boss Musk lässt über seinen Rücktritt als Chef abstimmen

Erstmeldung vom Montag, 19. Dezember: San Francisco – Elon Musk, Tech-Milliardär und Twitter-Chef, lässt Twitter-Nutzer in einer Umfrage abstimmen, ob er Chef des Kurznachrichtendiensts bleiben soll. „Soll ich als Chef von Twitter zurücktreten? Ich werde mich an die Ergebnisse dieser Umfrage halten“, schrieb er in der Nacht zu Montag auf Twitter. Die Nutzer können mit „Ja „oder „Nein“ abstimmen. Zuvor hatte es massive Kritik an Twitter gegeben, nachdem das Online-Netzwerk erklärt hatte, seinen Nutzerinnen und Nutzern künftig nicht mehr zu erlauben, ihre Präsenz auf bestimmten Konkurrenz-Plattformen zu bewerben - darunter Facebook, Instagram oder Mastodon.

Musk versprach in einem weiteren Tweet, größere Änderungen der Richtlinien für die Plattform künftig ebenfalls zur Abstimmung zu stellen. „Ich bitte um Entschuldigung. Wird nicht wieder vorkommen.“
Die neue Richtlinie gegen die Konkurrenz-Plattformen gilt Twitter zufolge sowohl für Tweets als auch für die Biografie des eigenen Accounts. In Zukunft werde Twitter keine kostenlose Werbung für bestimmte Social-Media-Plattformen auf Twitter mehr zulassen, hieß es. Musk hatte Twitter im Oktober übernommen und setzt bei dem Online-Dienst seitdem seine Vorstellungen durch.

Musk ließ Twitter-Nutzer sperren

Twitter hatte seit Donnerstag zudem die Accounts mehrerer prominenter US-Journalisten gesperrt. Die Sperrungen waren nach Angaben der Betroffenen ohne Vorwarnung erfolgt. Ein Großteil der Accounts wurde zwar mittlerweile wieder freigeschaltet - die Kritik an dem Vorgehen war aber riesig. Viele Nutzerinnen und Nutzer bewarben daraufhin - aber auch schon zuvor - den Twitter-Konkurrenten Mastodon als Alternative.

Musk hatte sich in der Vergangenheit immer als Vorkämpfer für Meinungsfreiheit präsentiert. Auf Twitter propagierte er schließlich Verschwörungstheorien und nutzte die Plattform, um in seinen Tweets für die US-Republikaner zu werben. Der Online-Dienst hatte sich in den vergangenen Jahren zu einer wichtigen Kommunikationsplattform entwickelt: Auf der ganzen Welt nutzen Regierungen, Behörden und Politiker Twitter für ihre Öffentlichkeitsarbeit. (mse/dpa)

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