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Twitter-Chef Musk schaltet gesperrte Accounts wieder frei

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Von: Jan-Frederik Wendt

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Elon Musk lässt die Twitterkonten einiger Journalisten wieder entsperren. Das Volk habe „gesprochen“.

San Francisco - Nach heftiger Kritik hat Twitter-Chef Elon Musk mehrere gesperrte Konten von US-Journalisten wieder freigeschaltet. „Das Volk hat gesprochen. Die Sperre der Konten, die meinen Standort verraten haben, wird aufgehoben“, schrieb Musk am Freitagabend (Ortszeit an der US-Westküste) in dem Kurzbotschaftendienst unter Bezugnahme auf das Ergebnis einer zuvor von ihm initiierten Umfrage. Eine EU-Vertreterin und UN-Generalsekretär António Guterres hatten Musk zuvor heftig kritisiert, nachdem er die Konten von mehr als einem halben Dutzend prominenter Journalist:innen der New York Times, von CNN und der Washington Post gesperrt hatte.

Nach der Kontensperrungen initiierte Musk eine Umfrage auf Twitter, ob er die Konten sofort oder in einer Woche wiederherstellen solle. Fast 59 Prozent der 3,69 Millionen Teilnehmer stimmten der Aussage zu, Musk solle die Konten jetzt wiederherstellen.

Twitter: Musk erhielt für Kontensperrung viel Kritik

Der Twitter-Chef hatte den Journalisten vorgeworfen, die Sicherheit seiner Familie zu gefährden. Zunächst hatte Musk am Mittwoch (14. Dezember) das Nutzerkonto @ElonJet gesperrt, auf dem ein junger US-Student die Flüge von Musks Privatjet dokumentierte. Mehrere später gesperrte Journalist:innen hatten über die Affäre berichtet - und dabei teilweise das gesperrte Konto @ElonJet verlinkt. Am Donnerstag (15. Dezember) sperrte Musk dann die Konten mehrerer Journalist:innen.

Twitter-Chef Elon Musk.
Twitter-Chef Elon Musk. © Adrien Fillon/dpa

UN-Generalsekretär António Guterres hatte sich einem Sprecher zufolge „sehr verstört“ über den „willkürlichen“ Schritt gezeigt. Dieser schaffe einen „gefährlichen Präzedenzfall“. EU-Vizekommissionspräsidentin Vera Jourova schrieb auf Twitter, die Nachrichten über die „willkürliche Suspendierung von Journalisten“ seien „besorgniserregend“.

Der Multimilliardär warf den Journalist:innen vor, die „Koordinaten für ein Attentat“ gegen ihn und seine Familie geliefert zu haben. Musk erklärte, die Sperrung sei nötig gewesen, nachdem ein Auto mit einem seiner Kinder in der US-Metropole Los Angeles von einem „verrückten Stalker“ verfolgt worden sei. Belege für seine Angaben legte Musk zunächst nicht vor. Das sogenannte Doxxing, die Weitergabe von persönlichen Daten einer Person, sei ein Verstoß gegen die Twitter-Nutzungsbedingungen.

Der Journalist Tony Webster, der ebenfalls betroffen war, schrieb nach seiner Entsperrung auf Twitter, es habe kein Doxxing gegeben - „auch wenn ein leicht erregbarer, niemandem rechenschaftspflichtiger Oligarch das gesagt hat“. (jfw mit dpa)

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