+
US-Präsident Donald Trump hat mit einer beleidigenden Attacke auf eine MSNBC-TV-Moderatorin einen Proteststurm ausgelöst.

Attacke auf Mika Brzezinski

Tweet von Trump löst Proteststurm aus

Mit einer rüden Twitter-Attacke auf die Moderatorin Mika Brzezinski unterbietet sich Donald Trump selbst. Ein republikanischer Senator findet klare Worte.

US-Präsident Donald Trump hat mit einer beleidigenden Attacke auf eine MSNBC-TV-Moderatorin einen Proteststurm ausgelöst, der selbst für die politisch hitzigen Zeiten in den USA ungewöhnlich ist.

Trump hatte getwittert, Mika Brzezinski habe ihn in seinem Anwesen in Mar-a-Lago unbedingt sehen wollen, obwohl sie nach einer Lifting-Operation im Gesicht stark geblutet habe. Er beschrieb sie als „verrückte Mika“, ihren Moderations- und Lebenspartner Joe Scarborough als „Psychopathen“.

...to Mar-a-Lago 3 nights in a row around New Year's Eve, and insisted on joining me. She was bleeding badly from a face-lift. I said no!

— Donald J. Trump (@realDonaldTrump)

29. Juni 2017

Nicht nur in sozialen Medien löste der Angriff eine Welle wütender Proteste aus. Viele nannten Trumps Einlassung seinen bisher schlimmsten Tweet, er sei ein Sexist.

Selbst republikanische Senatoren äußerten sich. Ben Sasse: „Bitte stoppen Sie das. Das ist nicht normal und es ist unterhalb der Würde Ihres Amtes.“ Lindsey Graham: „Mr. President, Ihr Tweet (...) steht für das, was mit Amerikas Politik schief läuft, nicht für Amerikas Größe.“

Die beiden Moderatoren der viel gesehenen MSNBC-Sendung „Morning Joe“ begleiten Trump sehr kritisch, früher war die Beziehung ambivalenter. Trumps Beziehung zu den meisten Medien ist sehr schlecht.

Das Weiße Haus sah keinen Anlass, etwas von den Attacken zurückzunehmen. Trumps Sprecherin Sarah Sanders sagte bei Fox News, Trump vergelte Feuer mit Feuer. Die Sprecherin von Trumps Frau Melania verlautbarte, die First Lady habe immer gesagt, werde ihr Mann attackiert, schlage er zehn Mal so hart zurück.

MSNBC erklärte: „Es ist ein trauriger Tag für Amerika, wenn der Präsident seine Zeit damit verbringt, jemanden zu drangsalieren, zu lügen und läppische persönliche Attacken auszuspeien, statt seine Arbeit zu machen.“

pic.twitter.com/8YhzcCUwM1

— Mika Brzezinski (@morningmika)

29. Juni 2017

Brzezinski selbst antwortete in Form eines Twitter-Beitrags, das eine „Cheerios“-Packung zeigt, auf der Kinderhände zu sehen sind mit dem Slogan: „Gemacht für kleine Hände“. Trump wurde wegen seiner angeblich kleinen Hände immer wieder verspottet; im Vorwahlkampf spielte sein Konkurrent Marco Rubio darauf an, dass möglicherweise auch andere von Trumps Körperteilen nicht allzu groß sind.

CNN-Reporter veröffentlichten auf Twitter ein Foto von Brzezinski, das sie an dem entsprechenden Datum zeigen soll. Sie hat dort weder Pflaster noch Wunden. (dpa/jon)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion