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TV-Duell vor NRW-Landtagswahl: Streit gibt es nur beim Thema Polizei

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Von: Sonja Thomaser

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Beim TV-Duell zwischen Wüst und Kutschaty vor der NRW-Landtagswahl geht es gesittet zu - es gab sogar Geschenke. Die Umfragen danach zeigen ein knappes Duell.

Solingen - Wer auf einen hitzigem Schlagabtausch im Vorfeld der Landtagswahl 2022 in Nordrhein-Westfalen gehofft hatte, wurde enttäuscht: In dem mit Spannung erwarteten Fernsehduell zwischen den nordrhein-westfälischen Spitzenkandidaten Hendrik Wüst (CDU) und Thomas Kutschaty (SPD) ist der ganz große Streit ausgeblieben.

Lediglich vereinzelt gingen sich die beiden Juristen bei der live vom Westdeutschen Rundfunk aus Solingen übertragenen Sendung härter an - etwa bei den Themen Innere Sicherheit, Bildung und Wohnen.

TV-Duell vor NRW-Landtagswahl: Kutschaty kritisiert Polizei deutlich

Dominierendes Thema war gleich zu Anfang die früher am Tag bekannt gewordenen mutmaßlichen Anschlagspläne eines 16-jährigen Schülers in Essen. Vor diesem Hintergrund sprachen sich beide dafür aus, den Polizeiapparat auszubauen, um etwa Rechtsextremismus wie auch organisierte Kriminalität effektiver bekämpfen zu können.

Was den jetzigen Zustand der Polizei in NRW angeht, kritisierte Kutschaty die Strategie der Landesregierung jedoch deutlich: Für eine funktionierende Polizeiarbeit brauche es nicht nur mehr Polizisten auf der Straße, sondern eben auch Beamte, die die Straftaten aufklären.

Es herrscht gute Stimmung bei der Spitzenkandidatin und den -kandidaten vor der Landtagswahl in NRW
Es herrscht gute Stimmung bei der Spitzenkandidatin und den -kandidaten vor der Landtagswahl in NRW © Oliver Berg/dpa

„Die Kriminalpolizei ist am Limit“, sagte Kutschaty. „Da muss man sich auch nicht wundern, dass wir bei den Flächenländern Schlusslicht sind bei der Aufklärungsquoten.“ Der amtierende Ministerpräsident hielt dagegen, dass seine Landesregierung bereits damit begonnen habe, mehr Polizisten einzustellen.

NRW-Wahl: Inhaltliche Überschneidungen zeigen sich im TV-Duell

Inhaltliche Überschneidungen in den Wahlprogrammen der beiden Parteien offenbarten sich besonders bei dem Spiel „Wo steht‘s geschrieben?“, in dem Wüst und Kutschaty in vorgelesenen Sätzen das Wahlprogramm ihrer jeweiligen Partei erkennen mussten. Da es sich um bewusst herausgesuchte ähnliche Positionen handelte, lagen beide manchmal falsch.

Einigkeit herrschte auch bei der Frage nach möglichen Koalitionspartnern nach einem Wahlsieg: Sowohl Wüst als auch Kutschaty signalisierten grundsätzliches Interesse an Regierungsbündnissen mit FDP und Grünen. Über inhaltliche Fragen solcher Koalitionen wurde allerdings nicht gesprochen. Die Moderatorinnen fragten Wüst und Kutschaty nur nach unverhandelbaren Punkten. „Unverrückbar ist, dass Klimaschutz und Arbeitsplätze zusammenpassen“, antwortete Wüst. Kutschaty sagte, dass er „Kinder und Jugendliche in den Mittelpunkt aller politischen Entscheidungen stellen“ werde.

Kutschaty schenkt Wüst „kindgerechte Geschichten“ zu Bildungsgerechtigkeit

Nach dem TV-Duell schenkte Kutschaty hat seinem Konkurrenten Wüst eine Hörspielfigur. Die „Tonie“-Figur sei für Wüsts einjährige Tochter, so Kutschaty. Wie ein SPD-Sprecher am Freitag erläuterte, befinden sich darauf vier von Kutschaty selbst eingesprochene „kindgerechte Geschichten“ zu Themen wie Bildungsgerechtigkeit.

Wie ein WDR-Reporter, der Zeuge der Übergabe wurde, bei Twitter berichtete, sagte Wüst daraufhin zu seinen Begleitern: „Ey, warum haben wir sowat nicht?“ Alle hätten gelacht. Die SPD hat nach Angaben des Sprechers eine kleine Anzahl der Hörspielfiguren produziert, die im Wahlkampf verteilt worden seien.

Umfrage nach TV-Duell sieht CDU vorn

Umfragen zur Landtagswahl deuten seit Längerem auf ein enges Rennen in Nordrhein-Westfalen hin, zuletzt zeichnete sich ein knapper Vorsprung für die CDU ab. In einer nach dem TV-Duell veröffentlichten Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen erreicht die Partei von Ministerpräsident Hendrik Wüst 32 Prozent, wohingegen die SPD auf 29 Prozent Zustimmung kommt. Drittstärkste Kraft wären die Grünen mit 17 Prozent. Die FDP landet bei sechs Prozent, die AfD bei sieben. Die Linke würde den Einzug in den Landtag mit drei Prozent erneut deutlich verfehlen.

Für die derzeit regierende schwarz-gelbe Koalition gäbe es damit keine Mehrheit mehr. Möglich wären hingegen eine große Koalition oder ein schwarz-grünes Regierungsbündnis. Knapp reichen könnte es auch für die Rückkehr einer rot-grünen Landesregierung. In Nordrhein-Westfalen wird am Sonntag ein neuer Landtag gewählt. (sot/afp)

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