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Wegen eines 62 Millionen Euro teuren Palasts in Marmaris steht der türkische Präsident Erdogan unter Kritik.
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Wegen eines 62 Millionen Euro teuren Palasts in Marmaris steht der türkische Präsident Erdogan unter Kritik.

Für 62 Millionen Euro

Datenpanne enttarnt Luxusanwesen: Erdogan baut „Palast, während Leute verhungern“

  • Sandra Kathe
    VonSandra Kathe
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Eine Datenpanne brachte Bilder eines bislang streng geheimen Prunkbaus von Präsident Erdoğan ins Netz. Viele Menschen in der Türkei verurteilen den Luxusbau.

Ankara – Ein neo-osmanisches Gebäude in traumhafter Lage, 300 geräumige Zimmer, Swimming-Pool und Privatstrand: Wenn der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan den Sommer unweit des bei Reisenden beliebten Reiseziels Marmaris verbringt, muss er auf keinen ihm aus Ankara und Istanbul vertrauten Luxus verzichten. Das wurde nun durch Berichte der türkischen Oppositionszeitung Sözcü bekannt, die sich auf Entwürfe berief, die über die Internetseite des Architekturbüros Sefik Birkiye – womöglich durch eine Datenpanne – kurzzeitig ins Netz gelangten.

Fertiggestellt wurde der Bau, der Berichten zufolge rund 62 Millionen Euro gekostet haben soll, bereits vor zwei Jahren. Seitdem wurde der Präsidentenpalast allerdings mit der Vertraulichkeit eines Staatsgeheimnisses behandelt. Dass Details über den Sommerpalast des Präsidenten im Süden der Türkei erst jetzt an die Öffentlichkeit gelangten, schmälerte die Kritik der Opposition aber nicht. Kemal Kilicdaroglu, Chef der Oppositionspartei CHP, präsentierte Bilder der Palast-Entwürfe bei einer Rede vor Parteimitgliedern und kritisierte: „Der Mann baut sich einen Sommerpalast, während die Leute verhungern.“

Türkei: Umweltschützer und Opposition kritisieren Erdoğan-Palast

Wie der Tagesspiegel berichtet, steht der Palast in einer Bucht, in der bereits Erdoğans Amtsvorgänger Turgut Özal in den 90er Jahren seine Sommerferien verbrachte – damals noch in einem bescheidenen einstöckigen Gebäude in der Ferienregion an der türkischen Ägäis. Regierungskritiker:innen berichteten nun laut dem Bericht, dass für das neue Anwesen Zehntausende Bäume gefällt wurden und Sand für den Privatstrand von einem 200 Kilometer entfernten See antransportiert worden sei.

Für seine Vorliebe für luxuriöse Anwesen, stand der türkische Staatspräsident bereits mehrfach in der Kritik. Sein seit dem Jahr 2014 bezogener Präsidentenpalast in Ankara, der ebenfalls – genau wie die neue Moschee auf dem Taksim-Platz in Istanbul – vom Architekturbüro Sefik Birkiye geplant wurde, fasst sogar 1000 Zimmer und soll Berichten zufolge etwa eine halbe Milliarde Euro gekostet haben. Auch für diesen Prunkbau war Erdoğan seitens der Opposition schwer kritisiert worden, unter anderem weil auch dafür etliche Naturschutzbestimmungen ausgehebelt werden mussten.

Neuer Erdoğan-Palast in der Türkei: Verschwendung oder Schutz Refugium?

Kritik aus der Opposition sowie Teilen der Bevölkerung in der Türkei gibt es nach dem Bekanntwerden von Details zu Erdoğans neuestem Luxusanwesen vor allem wegen der Wirtschaftskrise, die die Corona-Pandemie noch weiter verstärkt hat. Die Inflationsrate in der Türkei ist hoch, die Lebensmittelpreise sind zuletzt stark gestiegen. Offizielle Statistiken zeigen, dass fast 20 Prozent der Türk:innen mit einem Leben unterhalb der Armutsgrenze zu kämpfen haben.

Eine offizielle Stellungsnahme der Regierung in der Türkei gab es laut dem Sözcü-Bericht über die Sommerresidenz von Präsident Erdoğan bislang noch nicht. Regierungsnahe Medien jedoch berichteten, dass der Präsident in dem 62-Millionen-Euro-Palast vor Anschlägen geschützt werden solle. (ska)

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