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Türkische Lira verliert weiter an Wert

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Von: Erkan Pehlivan

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Sowohl der US-Dollar als auch der Euro kosten inzwischen mehr als 17 TL. Die Maßnahmen der Regierung gegen den Währungsverfall haben bislang nichts gebracht.

Ankara – In der Türkei hält der Währungsverfall unvermindert an. Neben dem Euro hat der Dollar auch die 17 TL Marke überschritten. Die bisherigen Maßnahmen der Türkei konnten den Abwärtstrend nicht stoppen. Um aber den Währungsverfall und die hohe Inflation in den Griff zu bekommen, halten Experten es für unausweichlich, die Leitzinsen anzuheben.

Türkei: Leitzinsen sollen nicht angehoben werden

„Überall in der Welt ist es normal, bei einem Währungsverfall und hoher Inflation die Leitzinsen anzuheben. Nur in der Türkei will man sich nicht daran halten“, kritisierte der Wirtschaftsexperte und ehemalige Diplomat Ömer Güler im Gespräch mit FR.de. Eine Anhebung der Leitzinsen würde allerdings zu Investitionen und damit zu mehr Arbeitslosigkeit führen. Im vergangenen November erst hatte Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan ganz deutlich erklärt, was er von der Anhebung der Leitzinsen hält: „Die Zinsen werden gesenkt. Wir werden weder unser Volk noch die Landwirte von hohen Zinsen erdrücken lassen.“

Türkei: Notenbank nicht unabhängig

Ein weiteres Problem ist, dass die türkische Zentralbank nicht unabhängig ist. Immer wieder hatte Staatspräsident Erdogan in der Vergangenheit hochrangige Manager der Notenbank ersetzen lassen. Auch hatte das türkische Staatsoberhaupt die Entscheidung der TCMB in der Vergangenheit immer wieder öffentlich kritisiert.

Wechselstube in Ankara
Wechselstube in Ankara © Mustafa Kaya/dpa

„Zentralbanken sind dafür da, Maßnahmen zu ergreifen, um einen Währungsverfall zu verhindern und Maßnahmen gegen Inflation zu ergreifen. In der Türkei steht die Notenbank aber unter der Kontrolle von Präsident Erdogan“, so Güler. Vor allem internationale würden davon abgeschreckt werden, die dann nicht mehr in dem Land investieren würden.

Finanzminister Nebati: „US-Notenbank gehört fünf Familien“

Auch der aktuelle Finanzminister Nureddin Nebati scheint mit seiner Aufgabe überfordert zu sein. Keine seiner Maßnahmen konnte bislang dauerhaft den Währungsverfall stoppen. Für Verwirrung in den sozialen Medien hatte eine Aussage von Nebati im vergangenen Dezember geführt. Damals hatte er in einer TV-Sendung behauptet, dass die US-Notenbank nicht unabhängig sei. Diese würde im Besitz von fünf Familien sein. Welche das sein sollen, verriet der Nebati aber nicht. (Erkan Pehlivan)

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