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Die Türkei hat den Chef der schwedischen Rechtspopulisten, Jimmie Åkesson, zurück nach Schweden geschickt.

Rechtspopulist in Türkei

Türkei weist Politiker aus - Schwedischer Rechtspopulist hatte Flyer verteilt

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Ein schwedischer Rechtspopulist verteilt Flyer in der Türkei. Dann nimmt ihn die Polizei fest und schickt ihn nach Schweden zurück. Der Rechtspopulist ist empört.

  • Die Türkei weist einen Rechtspopulisten aus
  • Jimmy Åkesson ist Chef der Schwedendemokraten
  • Der Politiker hatte in Türkei Flyer verteilt
Die Türkei hat einen Politiker aus Schweden ausgewiesen: Der Chef der schwedischen Rechtspopulisten, Jimmie Åkesson, ist nach einer Flugblattaktion in der Türkei von der Polizei festgesetzt und nach Skandinavien zurückgeschickt worden. 

Åkesson hatte zuvor im Grenzgebiet von Griechenland und Türkei Flugzettel verteilt. Die Botschaft des schwedischen Rechtspopulisten: Das Boot sei voll. Auf den Flugblättern warnte er Flüchtlinge und Migranten davor, dass in Schweden kein Platz für sie sei. 

Türkei schickt Politiker aus Schweden nach Hause

Seine Partei, die rechtspopulistischen Schwedendemokraten, schrieb dazu zuletzt auf Instagram: „Unsere Botschaft an die Migranten ist deutlich: Schweden ist voll.“ Die staatliche Nachrichtenagentur der Türkei, Anadolu, berichtete, dem Schweden werde vorgeworfen, ohne Erlaubnis Flugblätter verteilt zu haben.

Schwedische Medien berichteten am Freitag übereinstimmend, Åkesson sei von der türkischen Polizei zum internationalen Flughafen in Istanbul gebracht worden, von wo aus er aus dem Land ausgeflogen werden sollte. 

Türkei: Schwedischer Rechtspopulist zurück nach Schweden geschickt

Henrik Gustafsson, der Pressesprecher der Schwedendemokraten, bestätigte den Vorfall in der Türkei unter anderem dem Sender SVT. Gegenüber schwedischen Medien sagte Gustafsson, die Türkei sei ein „Schurkenstaat“, der keinen Einfluss auf die europäische Migrationspolitik haben sollte.

Ein Video der Zeitung "Hürriyet" zeigte, wie Jimmie Åkesson von Polizeibeamten durch den Flughafen eskortiert wurde, während er mit seinem Smartphone Aufnahmen davon machte. Es wurde damit gerechnet, dass der Politiker im Laufe des Abends zunächst in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen landen sollte.

Schwedendemokraten: Rechtspopulisten gegen Zuwanderung

Die Schwedendemokraten haben Wurzeln in rassistischen und rechtsextremistischen Bewegungen. Seit rund 30 Jahren gibt die Partei sich bürgerlich, aber treibt die übrigen Parteien Schwedens mit Forderungen nach einer rigiden Integrations- und Zuwanderungspolitik vor sich her. 

Bei der letzten Landeswahl erhielten die Schwedendemokraten 17,53 Prozent der abgegebenen Stimmen und zogen mit 62 Abgeordneten in den schwedischen Reichstag ein.

Von Steffen Herrmann mit dpa

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