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Türkei: Türkische Lira verliert weiterhin an Wert

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Die Türkische Lira befindet sich weiter im freien Fall. Zudem ist die Inflation in der Türkei auf einem Rekordhoch. Die Armut bei den Menschen ist deutlich sichtbar.

Ankara - Die Türkische Lira verliert weiterhin an Wert. Derzeit kostet der Euro 17,84 TL und der US-Dollar 16,74 TL. Der Währungsverfall ist für die Türkei besonders kritisch, weil das Land viele Waren aus dem Ausland importieren und dieses mit Devisen bezahlen muss. Der Währungsverfall trifft vor allem die Geringverdiener.

Türkei: Mindestlohn sinkt auf unter 240 Euro

Der Mindestlohn beträgt in der Türkei 4.250 TL, umgerechnet sind das weniger als 240 Euro pro Monat. Gleichzeitig hat das Land eine Rekordinflation von 73 Prozent, wie das staatliche Statistikinstitut TÜIK bekannt gibt. Das unabhängige Wirtschaftsinstitut „EnaGrup“ berechnet die tatsächliche Inflation in dem Land sogar auf 160 Prozent. Die Armut ist daher in vielen türkischen Familien deutlich zu spüren. In den vergangenen 12 Monaten verteuerte sich der Dollar um 94 Prozent und der Euro um 70 Prozent.

Wechselstube in Ankara zeigt US-Dollar und Türkische Lira.
US-Dollar und Türkische Lira © Mustafa Kaya/dpa

Türkei: Renommierte Experten kritisieren Wirtschaftspolitik

Kritik an der türkischen Finanzpolitik kommt von dem renommierten Finanzexperten Prof. Özgür Demirtas. „Schade um uns, schade um die Menschen dieses Landes“, schreibt Demirtas auf Twitter. Auch der Wirtschaftsexperte Mahfi Egilmez kritisiert die Regierung von Präsident Recep Tayyip Erdogan. „Wir haben keine Wirtschaftspolitik. Wir haben eine politische Wirtschaft. Deswegen läuft alles schief“, kommentiert Egilmez die derzeitige Wirtschaftslage in der Türkei.

Türkei: Erdogan sieht keine Schuld an seiner Politik

Beide Experten kritisieren die türkische Zentralbank TCMB (Türkiye Cumhuriyet Merkez Bankası), weil diese den Leitzins nicht anheben. Und daran wird sich in naher Zukunft nichts ändern. „Wir werden den Leitzins senken“, sagte der türkische Präsident nach einer Kabinettsitzung bekannt. Auch sieht Erdogan kein Verschuldung an der massiven Verteuerung in fast allen Bereichen: „Wir sind nicht dafür verantwortlich, dass Ölpreise das Zwei- bis Dreifache betragen, dass die Gaspreise um das Sieben- bis Achtfache und die Kohlepreise um das Zehnfache gestiegen ist“, zitiert die Zeitung „Cumhuriyet“ das Staatsoberhaupt.

Sein Finanzminister Nureddin Nebati versucht es mit Durchhalteparolen, weil die Inflation in der Türkei wegen der Politik der Regierung gestiegen sei. „Wir arbeiten hart daran, dass die Kaufkraft der Menschen mit Niedriglöhnen geschützt wird,“ teilt Nebati in den sozialen Medien mit. (Erkan Pehlivan)

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