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Türkei: Festnahmen nach Anschlag in Istanbul – Vergeltungsangriffe in Syrien

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Von: Lucas Maier

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In Bulgarien sind fünf Personen festgenommen worden. Sie sollen im Zusammenhang mit dem Bombenanschlag in Istanbul stehen.

Sofia – Weitere Festnahmen nach dem Bombenanschlag in Istanbul: Die Staatsanwaltschaft in Bulgarien ließ fünf Personen festnehmen. Sie sollen den Terroranschlag am Sonntag (13. November) in der Türkei mit ermöglicht haben, so der Vorwurf. Neben „logistischer Hilfe“, sollen sie auch einer verdächtigen Person bei der Flucht geholfen haben. Das berichtet das Nachrichtenportal Hürriyet Daily News mit Verweis auf die bulgarische Staatsanwaltschaft.

In Istanbul gab es ebenfalls Festnahmen im Zusammenhang mit dem Anschlag, bei dem sechs Menschen ihr Leben verloren hatten. Sieben Personen wurden von der Anti-Terror-Polizei festgenommen, mittlerweile sitzen 17 Verdächtige in Haft, wie mehrere türkische Medien bestätigen.

Nach Anschlag in Istanbul: 17 Personen sitzen in der Türkei in Haft

Die Beschuldigten werden bis zur Verhandlung in Haft bleiben. Sie werden sich dem Vorwurf, gegen die Einheit des Staates gehandelt zu haben und wegen „vorsätzlicher Tötungen und Tötungsversuchen“ verantworten müssen, berichtet Hürriyet Daily News.

Eine der Beschuldigten ist A. Albashir. Ihr wird von der Türkei vorgeworfen, als „Spezialgeheimdienstoffizierin“ der PKK die Bombe platziert zu haben. In einem gemeinsamen Statement hatte die Arbeiter:innen Partei Kurdistans (PKK) mit der Volksverteidigungseinheit (YPG) jegliche Verantwortung von sich gewiesen, wie die Deutsche Presse-Agentur schreibt.

PKK und YPG: Vorwürfe der Türkei zurückgewiesen

Es komme nicht infrage, die Zivilbevölkerung auf türkischem Staatsgebiet anzugreifen, hieß es in der Erklärung, die kurz nach dem Anschlag, am Montag (14. November) veröffentlicht wurde. PKK und YPG werfen dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan darin vor, dass er mit diesen „Lügen“ Sympathie für Angriffe auf kurdische Gebiete hervorrufen will.

Außerdem solle von einem vermeintlichen Chemiewaffeneinsatz in Nordsyrien abgelenkt werden, wie es heißt. Zuletzt hatte Sebnem Korur Fincanci, Vorsitzende des türkischen Ärztebundes (TTB), Untersuchungen zu den Vorwürfen gefordert, in der Folge wurde sie festgenommen.

Angriffe auf Kurdistan: Türkei bombardiert Syrien und den Irak

Am Sonntagmorgen (20. November) kündigte das Verteidigungsministerium der Türkei den Beginn der Operation „Klauenschwert“ an. In einer Erklärung des Verteidigungsministers Hulusi Akar hieß es, dass die türkische Luftwaffe Ziele im Nordirak und Nordsyrien angreifen werde. Kurz nach der Ankündigung sind nach Angaben des Verteidigungsministers die ersten Flugzeuge abgehoben. Die Operation wurde noch am selben Tag beendet.

Syrien: Türkei bombardiert erneut Ziele in Syrien und dem Irak
Syrien: Türkei bombardiert erneut Ziele in Syrien und dem Irak. (Archivbild) © STAR-MEDIA/IMAGO-Images

Die Türkei rechtfertigt ihre militärischen Angriffe mit dem „Recht auf Selbstverteidigung gemäß Artikel 51 der Charta der Vereinten Nationen“, wie es in der Verlautbarung heißt. Bei den Luftangriffen der türkischen Streitkräfte sollen 45 Menschen getötet worden sein, wie die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte schreibt. Die Angaben konnten bisher nicht unabhängig bestätigt werden. Zuletzt griff auch der Iran kurdische Ziele im Irak an.

Angriff der Türkei: 45 Tote in Folge der Luftschläge

Unter den Opfern sollen sich neun Angehörige der demokratischen Kräfte Syriens (SDF) befinden. Sechs der Getöteten sollen Soldaten aus Syrien gewesen sein, wie die Stelle mitteilte.

Über Twitter verbreitete das Verteidigungsministerium der Türkei ein Video von einem der Luftschläge. Bei dem Angriff seien „Terrornester dem Erdboden gleich gemacht worden“, schreibt das Ministerium. Der Exekutivrat des Kurdischen Nationalkongresses (KNK), gab ebenfalls eine Stellungnahme zu den letzten Angriffen ab. Darin wirft er dem türkischen Militär vor, mit den Angriffen von einer „Niederlage in Südkurdistan“ ablenken zu wollen. Zudem schreibt der Rat von mehr als 2700 Chemiewaffeneinsätzen in der Region. Bestätigt werden konnte dies zuletzt nicht.

Für Schweden und Finnland erschwerte die Türkei zuletzt den Beitritt zu Nato. In Schweden wird eine „Einschränkung der Pressefreiheit“ befürchtet. (Lucas Maier)

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