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Türkei und Russland setzen militärische Zusammenarbeit in Syrien fort

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Von: Jana Ballweber

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Putin und Erdogan wollen ihre Soldaten in Nordsyrien weiterhin zusammenarbeiten lassen. Für die kurdische Bevölkerung könnte das neue Repressionen bedeuten.

Ankara – Trotz des Ukraine-Kriegs will das Nato-Mitglied Türkei die militärische Zusammenarbeit mit Russland in Nordsyrien aufrechterhalten. Das sagte der türkische Verteidigungsminister Hulusi Akar am Mittwoch (4. Januar) Journalist:innen im türkischen Parlament, berichtet das Online-Portal von Hurriyet Daily News.

Erst kürzlich hatte Akar sich in Moskau mit seinen russischen und syrischen Amtskollegen getroffen. Es war das erste offizielle Treffen zwischen führenden Vertreter:innen aus Syrien und der Türkei seit dem Beginn des syrischen Bürgerkriegs 2011.

Russland und Türkei schon seit vielen Jahren in Syrien aktiv

Schon seit einiger Zeit hat die Türkei ihr militärisches Engagement in Nordsyrien immer wieder verstärkt. Das Erdogan-Regime begründet den Einsatz mit dem Kampf gegen Terrorismus und illegale Migration. Seit langem gibt es immer wieder Luftangriffe, im November vergangenen Jahres hatte Erdogan mit einer Boden-Offensive gedroht.

Im August vereinbaren Erdogan und Putin eine engere wirtschaftliche Zusammenarbeit.
Der Krieg in der Ukraine hat Erdogan nicht davon abgehalten, weiter eng mit Putin zusammenzuarbeiten. © Vladimir Smirnov/dpa

Auch Russland ist schon seit vielen Jahren in der Region aktiv. Putin hatte schon früh auf der Seite Assads in den Bürgerkrieg in Syrien eingegriffen und in diesem Zuge den Kampf gegen die islamistische Terrormiliz IS unterstützt.

Türkei vertreibt und bekämpft kurdische Bevölkerung in Nordsyrien

In der Region leben viele Kurd:innen. Schon nach der letzten türkischen Besetzung kurdischer Gebiete war von ethnischen Säuberungen die Rede, kurdische Menschen wurden von türkischen Streitkräften vertrieben, immer unter dem Vorwand der Terrorbekämpfung.

Das türkische Verhältnis zum Assad-Regime in Syrien ist zwiespältig. Verteidigungsminister Akar betonte, man unterstütze die Opposition in Syrien weiterhin, auch wenn man nun wieder das direkte Gespräch mit dem Regime in Damaskus suche. Man wünsche sich aber, dass die syrischen Geflüchteten, die die Türkei seit über zehn Jahren beherberge, nach Syrien zurückkehren könnten, „auf eine freiwillige, sichere und würdevolle Weise“. (Jana Ballweber)

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