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Russlands Präsident Wladimir Putin und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan im Januar 2020.
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Russlands Präsident Wladimir Putin und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan im Januar 2020.

Türkei

Am Jahrestag von Fukushima: Erdoğan und Putin feiern Bau von neuem Atomreaktor

  • Marvin Ziegele
    VonMarvin Ziegele
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Die Türkei und Russland bauen zusammen an einem Atomreaktor. Die Gelegenheit wird genutzt, um überschwängliches Lob auszudrücken.

  • Russland und die Türkei haben mit dem Bau eines Atomreaktors begonnen.
  • Russlands Präsident Wladimir Putin und Recep Tayyip Erdoğan loben sich selbst – und das am Jahrestag von Fukushima.
  • Erdogan-News: Alle Informationen rund um den Präsidenten der Türkei auf unserer Themenseite.

Ankara/Moskau – Russland und die Türkei haben mit dem Bau eines weiteren Reaktors im türkischen Akkuyu-Atomkraftwerk begonnen. Bei einer virtuellen Zeremonie am Mittwoch gaben der russische Präsident Wladimir Putin und sein türkischer Kollege Recep Tayyip Erdoğan den Startschuss für die Bauarbeiten. Auch wenn die beiden Staatspräsidenten nur per Video zugeschaltet waren, nutzten sie die Gelegenheit, die Zusammenarbeit zwischen Russland und der Türkei überschwänglich zu loben. 

Putin sagte, das Projekt werde „die russisch-türkische Partnerschaft in all ihren Facetten“ fördern. Es könne die „Freundschaft und das gegenseitige Verständnis zwischen unseren Ländern“ stärken. Erdoğan nannte den „engen Dialog“ mit „meinem geschätzten Freund“ (Putin) entscheidend für den Frieden und die Stabilität in der Region.

Türkei: Erdoğan und Putin zelebrieren neuen Atomreaktor

Die Beziehung der beiden Staatschefs, die jeweils mit nur wenigen Unterbrechungen seit 20 Jahren im Amt sind, ist komplex. Im Konflikt in Syrien standen die Türkei und Russland lange auf unterschiedlichen Seiten, arbeiten nun aber bei Waffenstillstandsvereinbarungen zusammen.

Kernkraftwerk Akkuyu
EigentümerROSATOM
Projektbeginn2016
Inbetriebnahmevoraussichtlich 2022
Reaktoren im Bau 2
Reaktoren in Planung 2

Russlands staatliches Unternehmen Rosatom hatte 2015 mit dem Bau des ersten Reaktors an der türkischen Südküste begonnen. Erdoğan wollte das Kraftwerk spätestens bis zum einhundertjährigen Jubiläum der Türkei im Jahr 2023 in Kraft nehmen. Dann soll es laut dem Präsidenten zehn Prozent des türkischen Energiebedarfs decken – in etwa den Energieverbrauch der Metropole Istanbul. Die Kosten für das gesamte Projekt sollen sich auf rund 17 Milliarden Euro belaufen. Die Türkei ist stark auf russische Öl- und Gas-Importe angewiesen.

Fukushima: In Japan gedenkt man der nuklearen Katastrophe

Umso ironischer wirkt die Überschwänglichkeit von Putin und Erdoğan, da sich heute das Reaktorunglück in Fukushima zum zehnten Mal jährt. In Japan haben die Menschen am Donnerstag der Tsunami- und Reaktorkatastrophe in Fukushima vor zehn Jahren gedacht. Um 14.46 Uhr hielten die Menschen im ganzen Land für eine Schweigeminute inne, um an den Moment zu erinnern, als am 11. März 2011 ein Beben der Stärke 9,0 die Nordostküste Japans erschütterte. Infolge des schweren Erdbebens und des darauffolgenden Tsunamis ereignete sich das schlimmste Atomunglück seit der Tschernobyl-Katastrophe von 1986.

Das am Meer gelegene Atomkraftwerk Fukushima wurde von einer fast 15 Meter hohen Wasserwand getroffen. Das Kühlsystem des Kraftwerks fiel aus, in drei der sechs Reaktoren kam es zur Kernschmelze. Die Katastrophe verwandelte umliegende Orte in Geisterstädte.

Fukushima: Über 15.000 Todesfälle durch Reaktor-Unglück

Bei der Dreifach-Katastrophe sind die meisten Opfer auf den Tsunami zurückzuführen. Bis Dezember 2020 zählte die japanische Polizei 15.899 Todesfälle und 2527 Vermisste. Mehr als 6000 weitere Menschen erlitten durch Beben und Tsunami Verletzungen, andere starben während oder nach der Evakuierung des Katastrophengebiets. (Marvin Ziegele/AFP)

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