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Recep Tayyip Erdogan ist auf Entspannungskurs mit der Europäischen Union.
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Recep Tayyip Erdogan ist auf Entspannungskurs mit der Europäischen Union.

Beziehungen zur EU

Erdogan nähert sich plötzlich Europa an – als Folge der US-Wahl

  • Marvin Ziegele
    vonMarvin Ziegele
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Nach Monaten der Spannung zeigt sich der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan versöhnlich. Der Grund: Joe Biden.

  • Seit Monaten herrscht zwischen der EU und der Türkei ein angespanntes Verhältnis.
  • Der Hauptgrund dafür ist der Streit um Gas-Bohrungen mit Griechenland.
  • Nun kommen versöhnliche Worte vom türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan.

Ankara – Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan will sich Europa nach Monaten der Spannung wieder öffnen. Einen Monat nach der Verschärfung der EU-Sanktionen gegen Ankara hat die Türkei nun Griechenland zu Gesprächen über eine Beilegung ihres Streits um Gas-Bohrungen im östlichen Mittelmeer aufgerufen. Er lade Griechenland ein, das erste Treffen im Januar zu organisieren, sagte der türkische Außenminister Mevlut Cavusoglu am Montag in Ankara.

Gasstreit mit Griechenland: Türkei sucht Gespräche

Das griechische Außenministerium erklärte, ihm liege noch keine offizielle Einladung der Türkei vor, doch sei es zu Gesprächen über Grenzen und exklusive Wirtschaftszonen bereit. Cavusoglu wird das Thema vermutlich am Dienstag bei einem Treffen mit den Botschaftern der EU-Staaten in Ankara zur Sprache bringen.

Seit der Entdeckung reicher Gasvorkommen im östlichen Mittelmeer gibt es heftigen Streit um deren Ausbeutung. Sowohl die EU-Mitglieder Griechenland und Zypern als auch die Türkei erheben Anspruch auf die betreffenden Seegebiete, Athen und Ankara untermauerten ihre Forderungen auch durch die Entsendung von Kriegsschiffen im vergangenen August. Im September erklärten sich beide Seiten zur Wiederaufnahme von Gesprächen bereit, nannten aber keinen Termin.

Türkei: Sanktionen wegen „einseitigen und provokativen Aktivitäten“

Auf ihrem Gipfel im Dezember beschlossen die EU-Mitgliedstaaten, aufgrund von „einseitigen und provokativen Aktivitäten“ der Türkei weitere Verantwortliche oder beteiligte Firmen auf die EU-Sanktionsliste zu setzen. Ändere Ankara seinen Konfrontationskurs im östlichen Mittelmeer nicht, drohten sie mit einer Verschärfung der Sanktionen. Bei einem Einlenken stellte die EU dagegen eine Ausweitung der Wirtschaftsbeziehungen in Aussicht. Präsident Recep Tayyip Erdogan äußerte in den vergangenen Wochen den Wunsch nach besseren Beziehungen mit der EU.

Auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen twitterte, dass es einen „guten Meinungsaustausch mit dem türkischen Präsidenten Erdogan“ gegeben habe, nachdem sie am vergangenen Samstag (09.01.2021) in einer Videokonferenz mit ihm gesprochen hatte. Obwohl Erdogan führende EU-Politiker:innen noch als „Glieder in der Nazi-Kette“ beschimpft hatte, spricht er jetzt davon, dass die EU „Priorität in der türkischen Agenda“ habe. Die Türkei wolle im neuen Jahr „eine neue Seite in den Beziehungen zur EU aufschlagen“.

Joe Biden als Entspannungsgrund für Türkei unter Recep Tayyip Erdogan

Der wichtigste Grund für Erdogans Entspannungskurs ist aber der gewählte US-Präsident Joe Biden. Wegen Rüstungsgeschäften mit Russland könnten der Türkei weitere Strafmaßnahmen drohen, sobald Bidens Regierung die Bühne betritt. Biden, der als Vizepräsident von Barack Obama für die Türkei-Beziehungen zuständig war, gilt als guter Kenner des Landes. In der Vergangenheit kritisierte er die Defizite unter Erdogan scharf. (Marvin Ziegele)

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