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Bei Oppositionsführer in der Türkei Strom abgestellt: „Vier Millionen Haushalte ohne Strom“

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Vier Millionen Haushalten sei in der Türkei der Strom abgestellt worden, weil sie ihre Rechnungen nicht bezahlen könnten, sagt Oppositionsführer Kilicdaroglu.

Ankara - Der türkische Oppositionsführer Kemal Kilicdaroglu (CHP) sitzt im Dunklen. Ihm wurde der Strom abgestellt, weil er die Stromrechnung nicht bezahlt hat. Der Oppositionspolitiker wolle damit auf Millionen Haushalte aufmerksam machen, bei den ebenfalls der Strom abgestellt ist. Viele Menschen in der Türkei seien angesichts der stark gestiegenen Energiepreise nicht in der Lage, ihre Stromrechnung zu bezahlen. In einer Botschaft auf Twitter teilt Kilicdaroglu mit, dass vier Millionen Haushalten in dem Land der Strom abgestellt worden sei. Der Oppositionspolitiker wolle weiterhin seine Stromrechnung nicht bezahlen, bis Präsident Recep Tayyip Erdogan seine Zustimmungvfür die Erhöhung der Gebühren für Energie vom 31. Dezember 2021 nicht zurücknehme.

Türkei: Hohe Inflation und Währungsverfall

Derzeit hat das Land mit massiven Wirtschaftsproblemen zu kämpfen. Neben einer Inflation von über 60 Prozent in der Türkei, weltweit gestiegenen Preisen für Rohstoffe und Energie bereitet vor allem der Währungsverfall den Menschen in dem Land große Sorgen. Der Euro kostet derzeit knapp 16 Türkische Lira. Vor einem Jahr lag der Preis noch bei 10 TL.

Oppositionsführer Kemal Kilicdaroglu (CHP)
Oppositionsführer Kemal Kilicdaroglu (CHP) © Ali Unal/dpa

Auch im internationalen Vergleich sieht man die wirtschaftlichen Probleme deutlich. Gehörte die Türkei bislang zu den sog. G20-Staaten, ist sie seit vergangenem Jahr nur noch auf Platz 21 gefallen. Damit ist sie nicht mehr unter den 20 stärksten Wirtschaftsmächten vertreten. Ratingagenturen wie Standard and Poor´s, Fitch und Moody´sehe auch nicht eine schnelle Besserung der wirtschaftlichen Situation für das Land.

Türkei, Istanbul: Menschen drängen sich auf dem Großen Basar mit seinen tausenden kleinen Geschäften und Läden. 
Türkei, Istanbul: Menschen drängen sich auf dem Großen Basar mit seinen tausenden kleinen Geschäften und Läden.  © Lefteris Pitarakis/dpa

Türkei: Außenhandelsdefizit bei 40 Mrd. Dollar in sechs Monaten

Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte deswegen sein neues Konzept vorgestellt. Mit dem Konzept „Hoher Wechselkurs – niedrige Zinsen“ sollte die Wirtschaft im Land angekurbelt werden. In Wirklichkeit konnte mit dem Modell weder die Inflation gestoppt noch das Außenhandelsdefizit ausgeglichen werden. In den vergangenen sechs Monaten hat die Türkei Waren im Wert von 165 Milliarden Dollar aus dem Ausland eingeführt, während Produkte für 125 Milliarden Dollar eingeführt wurden.

Der ehemalige Wirtschaftsminister und heutige Vorsitzende der Oppositionspartei, Ali Babacan (Deva Partisi), sieht die Ursache des Problems beim Verfall. Erdogan habe die Landeswährung „explodieren“ lassen, kritisiert Babacan bei einer Veranstaltung in Viransehir bei Urfa. Seither stiegen die Preise bei allem, „von A bis Z“. (Erkan Pehlivan)

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