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Türkei: Lebensmittel werden 175,9 Prozent teurer

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Von: Erkan Pehlivan

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In den vergangenen zwölf Monaten sind die Lebensmittel in der Türkei um 175,9 Prozent teurer geworden. Den Rekordanstieg verzeichnet Gemüse mit 411,9 Prozent.

Ankara - Die aktuellen Wirtschaftszahlen der Türkei bleiben ernüchternd. Die Gewerkschaft „Birlik Kamu Is“ kommt in ihrer aktuellen monatlichen Studie mit dem Titel „Inflation des Volkes“ (Türkisch: Halkin Enflasyonu) bei Lebensmitteln auf eine Teuerungsrate von 175,9 Prozent. Für die Studie wurden 64 Lebensmittel unter die Lupe genommen.

Türkei: Gewerkschaft kritisiert falsche Wirtschaftspolitik der Regierung

Die Experten bescheinigen der Regierung von Präsident Recep Tayyip Erdogan dabei ein schlechtes Zeugnis. „Falsche Wirtschafts- und Landwirtschaftspolitik haben bei Lebensmitteln zu der Preiserhöhung geführt. Das Risiko des Hungerns steigt dadurch“, schreiben die Autoren in ihrem Bericht.

Menschen kaufen in einem Lebensmittelladen in der Türkei ein
Lebensmittelladen in der Türkei © Tolga Ildun/dpa

Türkei: Preise für Mehl und Nudeln steigen um fast 200 Prozent

Zwischen Juli 2021 und Juli 2022 stiegen die Preise für Brot, Mehl und Nudeln um 197,7 Prozent. Fisch und Fleisch wurde im selben Zeitraum 104,1 Prozent teurer, Milchprodukte 124,5 Prozent. Einen Rekordanstieg gab es bei Gemüse mit 411,9 Prozent und Obst mit 252,6 Prozent.

Türkei: Regierung beziffert Inflation mit nur 78,6 Prozent

Die offiziellen Zahlen der Regierung sind dabei deutlich niedriger. Das staatliche Statistikamt „TÜIK“ beziffert die Inflation dagegen mit 78,6 Prozent. Bei der Konferenz des sogenannten „Preis-Stabilitäts-Komitee“(Fiyat Istikrari Toplantisi) hat Finanzminister Nureddin Nebati Maßnahmen beschlossen, um die Inflation zu bekämpfen. Unter anderem soll der Energiekonsum gedrosselt und strategische Landwirtschaftsprodukte eingekauft werden. Die bisherigen Maßnahmen im Kampf gegen die Inflation in der Türkei hatten die Situation aber verschlimmert. Experten hatten immer wieder dazu aufgerufen, schnellstmöglich die Leitzinsen anzuheben. (Erkan Pehlivan)

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