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Währungskrise

Türkei in der Krise: Lira stürzt weiter ab – Erdogan feuert Finanzminister

  • Andreas Apetz
    VonAndreas Apetz
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Seit mehreren Monaten befindet sich die türkische Lira im Sinkflug. Erdogan reagiert und besetzt den Finanzminister neu.

Istanbul – Die türkische Lira fällt weiter und drängt das Land immer näher an die Finanzkrise. Allein in diesem Jahr verlor die Währung bereits mehr als 40 Prozent ihres Werts. Auf die Ankündigung des türkischen Staatschefs Recep Tayyip Erdogan, der Krise mit weiteren Zinssenkungen entgegenzuwirken, folgt nun die nächste Maßnahme: Der erneute Austausch des Finanzminister.

Im November 2020 trat Lütfi Elvan sein Amt an und ersetzte Erdogans Schwiegersohn Albayrak, der überraschend zurückgetreten war. Ein Jahr später soll Elvan den Platz für Nureddin Nebati räumen. So geht aus einer offiziellen Mitteilung vom Mittwochabend (01.12.2021) hervor.

Die Lira in der Türkei befindet sich auf Talfahrt. Präsident Erdogan reagiert.

Türkische Lira in der Krise: Erdogan plant um

Nachdem der Kurs der türkischen Lira im vergangenen Monat weiter gesunken war, hatte Erdogan zum „Unabhängigkeitskampf“ ausgerufen. Die Zinsen seien die „Mutter allen Übels“ und hätten das Land in die Währungskrise gestürzt, während die Inflation völlig durch die Decke zu gehen droht. Im Oktober lag der Anstieg des Preisniveaus bei rund 20 Prozent. Alleine in den letzten zwei Jahren wurden mehrere Notenbankchefs auf Wunsch von Präsident Erdogan entlassen, da sie gegen die Inflation mit Leitzinsanhebungen vorgegangen waren.

Im Frühjahr 2021 besetzte Sahap Kavicoglu die Stelle des neuen Notenbankchefs. Seit September hatte die Bank den Leitzins von 19 auf 15 Prozent gesenkt. Es scheint so, als wäre die Talfahrt der türkischen Lira ein unvermeidbarer Bestandteil der Politik Erdogans „Der Leitzins wird sinken. Wir werden nicht zulassen, dass hohe Zinsen unser Volk und unsere Bauern zermürben“, verkündete Präsident Erdogan vor kurzem. Deswegen ist zu befürchten, dass es in nächster Zeit weiter abwärts geht. In einem Interview beim Staatssender TRT, kündigte der Politiker an, die Zinsen bis zu der Parlamentswahl der Türkei im Jahr 2023 weiter zu senken.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan stürzt sein Land durch seine Handlungen immer weiter in eine wirtschaftliche Krise.

Türkei: Opposition wirft Erdogan Unfähigkeit vor

Am Mittwoch intervenierte die türkische Notenbank zur Stützung der Landeswährung am Devisenmarkt und der Senkungen der angestiegenen Inflation. In diesem Umfeld scheuen ausländische Unternehmer tendenziell Investitionen in dem Land, was die Wirtschaft zusätzlich belastet. Der türkische Oppositionsführer Kemal Kilicdaroglu warf Erdogan am Mittwoch (01.12.2021) Führungsunfähigkeit vor. In der vergangenen Woche hatte es unter anderem in Istanbul und Ankara Proteste gegen Erdogans Wirtschaftspolitik gegeben. (aa/dpa)

Rubriklistenbild: © Umit Turhan Coskun/imago

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