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Ein Mädchen trägt zwei Tüten mit Brotlaibern. Vergünstigtes Brot ist gerade in den ärmeren Vierteln der Stadt stark gefragt.
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Ein Mädchen in Istanbul trägt zwei Tüten mit Brotlaibern. Vergünstigtes Brot ist gerade in den ärmeren Vierteln der Stadt stark gefragt.

AKP blockiert Vorhaben

Türkei: In Istanbul wird Brot verteilt – Recep Tayyip Erdoğan sieht das ungern 

  • Marvin Ziegele
    VonMarvin Ziegele
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Der Oberbürgermeister von Istanbul fördert vergünstigten Brotverkauf. Recep Tayyip Erdoğan schmeckt das nicht.

  • In Istanbul können Bürger:innen der Stadt durch kommunale, geförderte Kioske an vergünstigtes Brot kommen.
  • Oberbürgermeister Ekrem Imamoğlu fördert das Programm – zum Ärger von Recep Tayyip Erdoğan.
  • Alle News zu Erdoğan finden Sie auf unserer Themenseite.

Istanbul – In Istanbul wird subventioniertes Brot an die Einwohner:innen der Stadt verkauft. Von Kiosken mit der Aufschrift „Istanbul Halk Ekmek“, was so viel wie „Istanbuler Volksbrot“ bedeutet, erhalten Bürger:innen der Stadt vergünstigtes Brot. Gerade in den ärmeren Vierteln der Metropole drängen sich die Menschen morgens um die Verkaufsstände, wie das „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ berichtet. Ein 250-Gramm-Weißbrot bekommt man hier für eine Lira, was umgerechnet etwa 11 Cent entspricht. Würde man denselben Anteil in der Bäckerei verlangen, würde er fast das Doppelte kosten. 

Türkei: Vergünstigtes Brot in Istanbul stark gefragt

Der vergünstigte Verkauf von Brot hat in Istanbul Tradition. Bereits seit den 1970ern geben die Brotkioske das „Volksbrot“ vergünstigt an die Einwohner:innen Istanbuls heraus. Nun jedoch scheint die Nachfrage größer als jemals zuvor zu sein. Vielen Menschen in der Türkei geht es schlecht, die Arbeitslosenquote beträgt 13 Prozent. Entsprechend lang sind nun auch die Schlangen vor den Kiosken.

Istanbul
LandTürkei
Einwohner 15.519.267
Bevölkerungsdichte2.973 Einwohner je km²
Oberbürgermeister Ekrem Imamoğlu

Als Reaktion darauf wurde die tägliche Produktion von Brot bereits von 890.000 auf 1,5 Millionen Laiber am Tag gesteigert. „Eigentlich müssten wir 2,5 Millionen Brote backen“, so Özgen Nama, Vizechef der kommunalen Gesellschaft IHE, gegenüber dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. Doch ganz so einfach scheint es nicht zu sein, denn die führende Partei AKP blockiert den Bau und die Eröffnung weiterer Kioske. Daher wurde geplant, mobile Verkaufsstände anzubieten. Doch auch hier legte das türkische Landwirtschaftsministerium unter Recep Tayyip Erdoğan sein Veto ein.

Türkei: Ekrem Imamoğlu – Herausforderer von Recep Tayyip Erdoğan?

Kritiker:innen sehen in dem Vorgehen der AKP eindeutige Versuche, Istanbuls Oberbürgermeister Ekrem Imamoğlu zu schaden. Imamoğlu schaffte es, das Istanbuler Rathaus während der Kommunalwahl 2019 von der AKP zu übernehmen. Gleichzeitig gilt Imamoğlu als potenzieller Herausforderer von Erdoğan anlässlich der Wahlen 2023. Laut dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ sehe es der türkische Präsident Erdoğan ungern, wenn sich Imamoğlu als Mann der „kleinen Leute“ profiliere.

Da der Druck der Oppositionsparteien immer größer wurde, gab die AKP jedoch in puncto „Volksbrot“ nach. Die Errichtung neuer Kioske wurde genehmigt, auch das Verbot für den mobilen Verkauf wurde aufgehoben. „Die Widerstände sind ausgeräumt, nichts kann uns stoppen“, sagte Imamoğlu. Ob er damit nur auf den Umstand anspielt, das „Volksbrot“-Konzept weiter ausbauen zu dürfen, oder auf die künftige Wahl, bleibt offen. (Marvin Ziegele)

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