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Deniz Yücel: Türkei wegen Inhaftierung verurteilt

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Deniz Yücel
Deniz Yücel im Jahr 2019 auf der Frankfurter Buchmesse. © Patrick Franck/Imago Images

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte verurteilt die Türkei wegen der Inhaftierung des Journalisten Deniz Yücel zu einer Entschädigungszahlung.

Straßburg – Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hat die Türkei wegen der Inhaftierung des deutsch-türkischen Journalisten Deniz Yücel verurteilt. Das Vorgehen der Türkei habe die Menschenrechte Yücels auf Freiheit und Sicherheit sowie auf freie Meinungsäußerung verletzt, heißt es in dem Urteil, das am Dienstag (25.01.2022) schriftlich verkündet wurde (Beschwerdenummer 27684/17).

Ankara muss nun 13.300 Euro Entschädigung an den Journalisten zahlen. Das Urteil ist jedoch noch nicht rechtskräftig – die Prozessparteien können es innerhalb von drei Monaten anfechten.

Türkei: Journalist Deniz Yücel ohne Anklageschrift inhaftiert

Der Welt-Korrespondent war von Februar 2017 bis Februar 2018 ohne Anklageschrift im Hochsicherheitsgefängnis Silivri westlich von Istanbul inhaftiert. Die Vorwürfe gegen ihn bezogen sich unter anderem auf ein Interview mit einem Anführer der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK). Erst nach langem politischen Tauziehen zwischen Ankara und Berlin kam Yücel frei und konnte ausreisen, gleichzeitig wurde Anklage erhoben.

Im Juli 2020 wurde der Journalist dann in Abwesenheit wegen Terrorpropaganda für die PKK zu rund zwei Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt. Das umstrittene Verfahren befindet sich in Revision. Es belastete die deutsch-türkischen Beziehungen schwer. (dpa/AFP)

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