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Wirtschaftskrise in Türkei: Zwei von drei Menschen sind verschuldet

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Von: Erkan Pehlivan

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Immer mehr Menschen sind angesichts der Wirtschaftskrise in der Türkei verschuldet. Laut einer Umfrage geben die Menschen die Schuld der Regierung.

Ankara - Angesichts der Wirtschaftskrise in der Türkei werden die Menschen immer ärmer und verschulden sich immer häufiger. Einer Umfrage des türkischen Meinungsforsers „Gezici Arastirma Merkezi“ zufolge, sind dort zwei von drei Personen verschuldet. Für diese Umfrage hat der Meinungsforscher in 14 Provinzen 1.570 Personen befragt. Laut der Umfrage sehen 74,8 Prozent der Befragten als größte Herausforderung in dem Land wirtschaftliche Probleme an. Nur 13,8 Prozent sehen das größte Problem im Terrorismus. 62,9 Prozent der Befragten geben die Schuld an der hohen Inflation „der falschen Regierungspolitik“.

Türkei: Wirtschaftskrise, Währungsverfall, geringere Einkommen

„Die Wirtschaftskrise, geringere Einkommen und der Währungsverfall haben in der Gesellschaft eine große Unzufriedenheit hervorgebracht“, sagt Murat Gezici, der Chef des Meinungsforschungsinstitus gegenüber der Zeitung „Cumhuriyet“. Dadurch herrsche in der Gesellschaft Hoffnungslosigkeit. Laut Gezici glaube die Regierung mit populistischer Rhetorik zu vertuschen.

Menschen beim Einkaufen im Taksim Viertel in Istanbul.
Wirtschaftskrise in der Türkei © Tolga Ildun/dpa

Türkei: Inflation offiziell bei 70 Prozent, inoffiziell bei 160 Prozent

Zuletzt hatte die Regierung die Inflation mit offiziell 70 Prozent angegeben. Unabhängige Wirtschaftsinstitute gehen hingegen von einer Inflation von 160 Prozent und mehr aus. Wie die Gewerkschaft des öffentlichen Dienstes „Birleşik Kamu-İş Konfederasyonu“ hatte in einer Studie herausgefunden, dass die Lebensmittelpreise in der Türkei um 171,36 Prozent in den vergangenen 12 Monaten gestiegen sei. Und die Regierung von Präsident Recep Tayyip Erdogan will die Zinsen weiter senken. Das dürfte die Inflation weiter befeuern.

Ähnlich sieht es auch der renommierte Wirtschaftsprofessor Özgür Demirtas. Zwar gäbe es weltweit Probleme, etwa in den Lieferketten und Fehler in der Geldpolitik. „Aber die Fehler in unserer Wirtschaftspolitik in den vergangenen 10 Jahren sind eine Katastrophe,“ schreibt Demirtas auf Twitter. (Erkan Pehlivan)

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