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Mevlut Cavusoglu (r), Außenminister der Türkei, begrüßt den deutschen Außenminister Heiko Maas (l.).
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Mevlut Cavusoglu (r), Außenminister der Türkei, begrüßt den deutschen Außenminister Heiko Maas (l.).

Erdgas-Streit

Türkei: Heiko Maas auf diplomatischer Mission - und mit Seitenhieb auf Treffen von Özil und Erdogan

  • Marvin Ziegele
    vonMarvin Ziegele
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Nach Monaten der Spannung zwischen der Türkei und Griechenland zeigt die türkische Regierung Entgegenkommen. Dazu reist Heiko Maas in die türkische Hauptstadt.

  • Seit 2020 streiten Griechenland und die Türkei unter Präsident Recep Tayyip Erdogan über Erdgas im Mittelmeer.
  • Zuletzt drohte der Konflikt zu eskalieren. Nun signalisiert die Türkei Bereitschaft zum Entgegenkommen.
  • Bundesaußenminister Heiko Maas ist deshalb in diplomatischer Mission nach Ankara gereist.

Update vom 19.01.2021, 10.30 Uhr: Nach der Entschärfung des Erdgas-Streits im östlichen Mittelmeer hofft Außenminister Heiko Maas auf einen Neuanfang in den angeschlagenen Beziehungen zwischen der EU und der Türkei. „Jetzt geht es darum, aus den schwierigen Diskussionen des letzten Jahres herauszukommen“, sagte Maas am Montag nach einem Treffen mit seinem türkischen Amtskollegen Mevlüt Cavusoglu. Man müsse nun zu einer positiven Agenda kommen. „Ich würde mir sehr, sehr wünschen, dass die Beziehungen zwischen der EU und der Türkei besser werden, vertieft werden, alle Möglichkeiten und Potenziale genutzt werden.“

Man wolle die Beziehungen zwischen Deutschland und der EU zur Türkei „nachhaltig in eine konstruktive nach vorne gerichtete Entwicklung bringen.“ Das habe man mit einem „sehr freundschaftlichen und konstruktiven Gespräch“ begonnen. Auch Cavusoglu wurde nicht müde, zu betonen, dass eine „positive Atmosphäre“ herrsche. Die beiden Minister gaben sich zugewandt, sprachen sich mit „Lieber Heiko“ und „Lieber Mevlüt“ an.

Am Schluss wurden noch kleine Seitenhiebe verteilt. Auf den Wechsel von Mesut Özil zu Fenerbahce Istanbul angesprochen, sagte Cavusoglu an Maas gerichtet: „Ich hoffe, dass ihr nicht wieder etwas dagegen habt, wenn sich Mesut mit unserem Präsidenten trifft, Heiko.“ Özil war in der Vergangenheit in Deutschland immer wieder wegen seiner Nähe zu Erdogan in die Kritik geraten. Maas konterte: „Für seinen sportlichen Erfolg ist vor allen Dingen wichtig, dass er viel mit seinem Trainer spricht.“

Türkei: Maas reist nach Ankara und übt Kritik an Erdogans „Spiel mit dem Feuer“

Erstmeldung vom 18.01.2021, 10.32 Uhr: Ankara – Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) reist am Montag zu Gesprächen mit seinem türkischen Kollegen Mevlüt Cavusoglu nach Ankara. Wichtigstes Thema ist nach Angaben des Auswärtigen Amts die Lage im östlichen Mittelmeer, nachdem die Türkei und Griechenland die Wiederaufnahme bilateraler Sondierungsgespräche angekündigt hatten.

Türkei: Streit um Erdgas beinahe eskaliert

Griechenland und die Türkei streiten seit langem über Gebietsansprüche im östlichen Mittelmeer. Im vergangenen Jahr war der Konflikt allerdings fast eskaliert. Griechenland wirft der Türkei vor, in Meeresgebieten nach Erdgas zu suchen, die nach internationalem Seerecht nur von Griechenland ausgebeutet werden dürften. Nach Lesart Ankaras gehören diese Gebiete zum türkischen Festlandsockel.

Am 25. Januar wollen die beiden Länder ihre Gespräche über eine Lösung des Konflikts wiederaufnehmen. Deutschland versucht seit Monaten zu vermitteln. Maas war deswegen schon im August nach Athen und Ankara gereist und hatte dabei eindringlich darauf hingewiesen, wie gefährlich die Lage sei. Der Streit habe sich zu einem „Spiel mit dem Feuer“ entwickelt, sagte er damals.

Auf ihrem Gipfel im Dezember beschlossen die EU-Mitgliedstaaten, aufgrund von „einseitigen und provokativen Aktivitäten“ der Türkei weitere Verantwortliche oder beteiligte Firmen auf die EU-Sanktionsliste zu setzen. Ändere Ankara seinen Konfrontationskurs im östlichen Mittelmeer nicht, drohten sie mit einer Verschärfung der Sanktionen. 

Heiko Maas über Türkei: „Dieses Spiel mit dem Feuer darf sich nicht wiederholen“

„Dieses Spiel mit dem Feuer darf sich nicht wiederholen“, sagte er nun vor seiner Abreise nach Ankara, wo er den türkischen Außenminister Mevlüt Cavusoglu treffen will. Als Nato-Partner habe die Türkei die klare Verpflichtung, auch schwierige Streitfälle auf dem Verhandlungsweg unter Beachtung des Völkerrechts zu regeln und den Frieden in der Region nicht zu gefährden, betonte Maas.

Weitere Gesprächsthemen sind nach Angaben des Auswärtigem Amts das zukünftige Verhältnis der Türkei zur Europäischen Union, die transatlantischen Beziehungen mit Blick auf die Amtsübernahme des gewählten US-Präsidenten Joe Biden am Mittwoch sowie bilaterale Themen. (Marvin Ziegele mit Agenturen)

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