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Erdogan lässt türkische Sängerin wegen „Hassverbrechen“ verhaften

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Von: Nail Akkoyun

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Ein Wachmann steht vor der Istanbuler Hagia-Sophia-Moschee. Unter Präsident Erdogan ist der Einfluss der religiösen Konservativen in der Türkei gewachsen.
Ein Wachmann steht vor der Istanbuler Hagia-Sophia-Moschee. Unter Präsident Erdogan ist der Einfluss der religiösen Konservativen in der Türkei gewachsen. © Ozan Kose/AFP

Die Popsängerin Gülsen ist in der Türkei verhaftet worden. Der 46-Jährigen wird ein „Hassverbrechen“ vorgeworfen, weil sie über den Islam witzelte.

Istanbul – Die bekannte türkische Popsängerin Gülsen sitzt nach einer scherzhaften Äußerung über islamische Schulen in Untersuchungshaft. Die 46-Jährige, mit bürgerlichem Namen Gülsen Bayraktar Colakoglu, wurde am Donnerstag (25. August) in ihrer Wohnung in Istanbul festgenommen und anschließend einem Haftrichter vorgeführt.

Auf der Bühne witzelte Gülsen zuvor über die religiösen Imam-Hatip-Schulen, als sie die „Perversion“ eines Kollegen auf dessen Schulzeit an eben jener Schule zurückführte. In den sozialen Netzwerken verbreitete sich rasch ein Video des Auftritts und sorgte in der islamisch-konservativen Szene, unter anderem innerhalb Recep Tayyip Erdogans Partei AKP, für große Empörung. Parteisprecher Ömer Celik sprach von einem „Hassverbrechen und einer Schande für die Menschheit“.

Türkei: Gülsen wirft Konservativen Spaltung des Landes vor

Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet, ordnete der Richter bis zum Abschluss der Ermittlungen wegen „Aufstachlung zum Hass“ an, Gülsen in U-Haft zu nehmen.

Noch vor ihrer Verhaftung hatte sich Gülsen online zu Wort gemeldet. Sie habe mit Kollegen, mit denen sie bereits seit vielen Jahren zusammenarbeite, einen Scherz erlaubt. Einschüchtern ließ sich die Sängerin jedoch nicht: „Es tut mir leid, dass meine Worte böswilligen Menschen, die unser Land spalten wollen, Stoff gegeben haben.“

Gülsen-Anwalt fordert sofortige Freilassung

Gülsens Anwalt Emek Emre kündigte unterdessen an, Rechtsmittel gegen die Inhaftierung der Popsängerin einzulegen und forderte ihre sofortige Freilassung. „Unsere Mandantin hat kein Verbrechen begangen“, sagte er vor Journalistinnen und Journalisten in der Türkei. (nak/AFP)

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