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Türkei erhebt schwere Vorwürfe gegen Griechenland: Raketen nehmen Kampfjets ins Visier

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Von: Erkan Pehlivan

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Türkische F-16 Kampfjets sollen ins Visier griechischer S-300 Flugabwehrraketen geraten sein.
Türkische F-16 Kampfjets. © imago stock&people

Die Türkei beschuldigt Griechenland, ihre Kampfflugzeuge ins Visier genommen zu haben. Das Nachbarland dementiert.

Ankara – Zwischen Griechenland und der Türkei gibt es erneut Spannungen. Nach Angaben des türkischen Staatssenders TRT haben griechische Boden-Luft-Raketen türkische Kampfjets vom Typ F-16 erfasst. Die Jets seien bei routinemäßigen Aufklärungsflügen über internationalem Luftraum gewesen. Laut TRT hat das griechische Militär dabei das Flugabwehrsystem S-300 aus russischer Produktion eingesetzt.

Griechenland dementiert umgehend die Vorwürfe aus der Türkei. „Griechenlands S-300-Raketensystem hat niemals türkische F-16-Jets erfasst“, so der staatliche griechische Fernsehsender Ert unter Berufung auf Quellen des Verteidigungsministeriums in Athen.

Das griechische Verteidigungsministerium erklärte, fünf türkische Kampfjets seien ohne vorherige Ankündigung aufgetaucht, um einen Flug amerikanischer B-52-Bomber, die nicht von Kampfflugzeugen begleitet werden sollten, durch ein Gebiet zu begleiten, das unter griechischer Flugkontrolle stand. Vier griechische Kampfflugzeuge seien daraufhin gestartet und hätten die türkischen Flugzeuge verjagt. Athen habe die Nato- und die US-Behörden über den Zwischenfall informiert, hieß es.

Türkei: Experte sieht Lage nüchtern

Fachleute sehen darin eine künstliche Erhöhung der Spannungen zwsichen beiden Ländern. Der Militärexperte und ehemalige Kapitän zur See der türkischen Marine, Hüseyin Demirtas, sieht das Ganze im Gespräch mit FR.de von IPPEN.MEDIA nüchtern. „Wurden Radarbilder durch das türkische Verteidigungsministerium veröffentlicht, die die Vorwürfe belegen? Hat es eine Stellungnahme durch das türkische Verteidigungsministerium gegeben“, fragt Demirtas und ergänzt: „Solche Meldungen dienen vor allem der Innenpolitik.“

Schließlich werde 2023 gewählt und Präsident Recep Tayyip Erdogan und seine Regierungspartei AKP liegen derzeit in den Umfragen hinter der Opposition. „Die Botschaften in den türkischen Medien zielen auf die eigene Bevölkerung ab.“ Auf ihrer Internetseite hat das türkische Verteidigungsministerium bislang keine Details zum vermeintlichen Zwischenfall gegeben.

Türkei: Seit Monaten Spannungen mit Griechenland

Seit Monaten halten die Spannungen zwischen Griechenland und der Türkei an. Beide Länder beschuldigen sich immer wieder gegenseitig, den gegnerischen Luftraum verletzt zu haben. Zudem hatte der griechische Ministerpräident Kyriakos Mitsotakis vor dem US-Kongress am 17. Mai eine Zweistaatenlösung für Zypern ausgeschlossen. Erdogan hatte daraufhin harsch reagiert und erklärt, dass ein Mitsotakis für ihn nicht mehr existiere. (Erkan Pehlivan)

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