Streit zwischen Nato-Partnern

Konflikt mit der Türkei: Griechenland rüstet auf

  • Christian Stör
    vonChristian Stör
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Der Konflikt zwischen Griechenland und der Türkei verschärft sich weiter. Währen die eine Seite in Kampfjets investiert, stößt die andere Seite lautstarke Warnungen aus.

  • Die Nato-Mitglieder Türkei und Griechenland streiten über Erdgas im östlichen Mittelmeer
  • Griechenland will mehrere Kampfjets und Fregatten kaufen
  • Das türkische Erdgas-Erkundungsschiff „Oruc Reis“ ist nach Antalya zurückgekehrt.

Athen - Inmitten der Spannungen mit der Türkei im östlichen Mittelmeer hat Griechenland Rüstungskäufe und eine Aufstockung der Streitkräfte angekündigt. Der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis sagte am Samstag (12.09.2020), sein Land werde außer 18 französischen Kampfjets vom Typ Rafale auch Fregatten und Hubschrauber bestellen. Zudem sollten 15.000 neue Soldaten angeheuert und die nationale Verteidigungsindustrie gestärkt werden.

Konflikt zwischen Türkei und Griechenland: Erdogan warnt Frankreich

Die Türkei „bedrohe“ die Ostgrenze Europas und „untergrabe“ die regionale Sicherheit, sagte Mitsotakis weiter. Die Aufrüstungsinitiative solle auch tausende Arbeitsplätzen schaffen. Weitere Einzelheiten sollen am Sonntag auf einer Pressekonferenz bekannt gegeben werden, hieß es aus Regierungskreisen. Die französische Verteidigungsministerin Florence Parly begrüßte den Rüstungskauf Griechenlands. Es sei das erste Mal, dass ein europäisches Land die Rafale-Kampfflugzeuge gekauft habe.

Warnung an Ankara: Der griechische Regierungschef Kyriakos Mitsotakis kündigt ein Aufrüstungsprogramm an.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan richtete derweil erneut warnende Worte an Frankreich. Präsident Emmanuel Macron solle sich nicht mit der Türkei „anlegen“, sagte Erdogan bei einer Fernsehansprache in Istanbul. Macron hatte zuvor Ankara dazu aufgerufen, in dem Konflikt im östlichen Mittelmeer „rote Linien“ nicht zu überschreiten. Erdogan forderte auch Griechenland auf, „sich von falschen“ Aktionen fernzuhalten.

Konflikt zwischen Türkei und Griechenland: USA sind „tief besorgt“

Bei Gesprächen in Zypern forderte US-Außenminister Mike Pompeo die Türkei auf, seine Aktivitäten im östlichen Mittelmeer einzustellen. „Wir sind nach wie vor tief besorgt über die laufenden Operationen der Türkei zur Erkundung natürlicher Ressourcen in Gebieten, über die Griechenland und Zypern die Gerichtsbarkeit beanspruchen“, sagte Pompeo nach einem Treffen mit dem Präsidenten der Republik Zypern, Nicos Anastasiades, und Außenminister Nicos Christodoulides. Pompeo rief alle Seiten zur Verfolgung diplomatischer Lösungen auf.

Seit der Entdeckung reicher Erdgasvorkommen im östlichen Mittelmeer streitet die Türkei mit Griechenland über deren Ausbeutung. Die Nato-Partner Türkei und Griechenland haben ihren Anspruch durch die Entsendung von Kriegsschiffen untermauert. Frankreich hat zur Unterstützung Griechenlands seine Marinepräsenz im östlichen Mittelmeer verstärkt.

Konflikt zwischen Türkei und Griechenland: Forschungsschiff „Oruc Reis“ kehrt zurück

Unterdessen ist das türkische Forschungsschiff „Oruc Reis“ in der Nacht zum Sonntag in den türkischen Hafen Antalya zurückgekehrt. Griechenland begrüßte das Ende der Forschungen. Zur Rückkehr des Schiffes sagte der griechische Regierungssprecher Stelios Petsas am Sonntagmorgen im Nachrichtensender Skai: „Es ist ein positiver Schritt.“

Die „Oruc Reis“ war in den vergangenen Wochen in Gewässern unterwegs, die Griechenland als eigene ausschließliche Wirtschaftszone betrachtet. Die EU kritisierte die Aktionen der Türkei scharf und drohte Ankara mit harten Sanktionen. (cs mit dpa/afp)

Rubriklistenbild: © dpa/Giannis Moisiadis

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