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Türkei kann bei G20-Gipfel nur auf Problemlösung hoffen

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Von: Erkan Pehlivan

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Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan ist gemeinsam mit seiner Ehefrau Emine zum G20-Gipfel auf Bali eingetroffen
Präsident Recep Tayyil Erdogan und seine Ehefrau Emine © IMAGO/Turkish presidency \ apaimages

Präsident Erdogan ist zum G20-Gipfel auf Bali eingetroffen. Ob sich die Probleme der Türkei dort lösen werden, ist mehr als zweifelhaft.

Bali – Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan ist zum G20-Gipfel im indonesischen Bali eingetroffen. Begleitet wird das türkische Staatsoberhaupt von mehreren Ministern. Nach seiner Ankunft traf sich Erdogan mit seinem indonesischen Amtskollegen Joko Widodo. Bei dem Treffen wurden mehrere Verträge unterzeichnet. Dabei wurde auch die Gründung eines Rates für strategische Zusammenarbeit zwischen beiden Staaten vereinbart. „Die bilateralen Beziehungen zwischen Indonesien und der Türkei werden mit jedem Tag stärker“, sagte der indonesische Verteidigungsminister Prabowo Subianto. Erdogan bezeichnete den gemeinsamen Rat sogar als historischen Schritt.

Türkei kämpft mit massiven Wirtschaftsproblemen

Für die Türkei ist der G20-Gipfel sehr wichtig, da das Land mit enormen Problemen zu kämpfen hat. Es braucht dringend frisches Kapital. Wirtschaftlich gesehen ist das Land angeschlagen. Die Inflation liegt nach Angaben des staatlichen Statistikbüros TÜIK bei 85 Prozent. Unabhängige Wirtschaftsinstitute wie die „Ena Grup“ gehen von mehr als dem Doppelten aus. Ähnlich sieht es auch mit der Landeswährung aus. Der US-Dollar kostet inzwischen mehr als 18,6 Türkische Lira. Ein Jahr zuvor lag der Preis bei unter 10 TL. Da die Türkei vieles aus dem Ausland bezieht, spüren die Menschen die stark angestiegenen Preise in fast jedem Bereich. Zudem wird die Lage durch den Ukraine-Krieg noch weiter verschärft.

Türkei wartet weiterhin auf moderne Kampfjets aus den USA

Auch gibt es für die Türkei im Sicherheitsbereich einiges zu besprechen. Das Land will seine Luftwaffe modernisieren, schafft es allerdings nicht. Nachdem die USA die Türkei aus dem Programm des modernen Kampfjets vom Typ F-35 verbannt hat, wurden auch keine neuen F-16 Kampfflugzeuge geliefert. Immer wieder schickt Ankara daher Delegationen in die USA, um Washington von einem Verkauf von modernen Waffen zu überzeugen. Ob Erdogan auf Bali mit US-Präsident Joe Biden zusammen kommen wird, steht noch nicht fest.

Ankara wirft USA Mittäterschaft bei Terroranschlag vor

Derzeit sind die Beziehungen zwischen den USA und der Türkei angespannt. Der türkische Innenminister Süleyman Soylu hatte nach dem Bombenanschlag im Istanbuler Stadtteil die Kondolenzwünsche der US-Botschaft in Ankara zurückgewiesen. Soylu sagte, die USA seien Mittäter bei dem Anschlag. Ähnlich äußerte sich auch der türkische Justizminister Bekir Bozdag. „Die USA geben den Terrororganisationen Waffen. Sie haben ihnen tausende Lkw-Ladungen Waffen geliefert“, sagte Bozdag. Zudem würden die USA auch Terroristen ausbilden. (Erkan Pehlivan)

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