Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Wirtschaftspolitik

Türkei in der Krise: Erdogan kündigt Kampf gegen „Zins-Plage“ an

  • VonLukas Zigo
    schließen

Erdogan will gegen die hohe Inflation in der Türkei vorgehen – und das mit niedrigen Zinsen. Das klingt zunächst kontraproduktiv.

Ankara – In Zeiten wirtschaftlicher Stagnation und hoher Inflation steht die türkische Zentralbank vor einer wichtigen geldpolitischen Entscheidung. Der Präsident Recep Tayyip Erdogan hat sich im Vorfeld erneut deutlich für niedrige Zinsen ausgesprochen und Zinsen als „Plage“ bezeichnet.

„Wir werden die Zins-Plage von den Schultern unseres Volkes nehmen“, sagte Erdogan am Mittwoch (17.11.2021) vor der Fraktion seiner islamisch-konservativen Regierungspartei AKP in Ankara. „Wir werden definitiv nicht zulassen, dass Zinsen unser Volk in die Knie zwingen“, sagte er. „Solange ich in diesem Amt bin, werde ich meinen Kampf gegen die Zinsen bis zuletzt weiterführen. Und ich werde auch meinen Kampf gegen die Inflation fortführen.“

Recep Tayyip Erdogan, Staatspräsident der Türkei.

Türkei: Zentralbank verringert Zinsen trotz hoher Inflation

In den vergangenen Monaten ist die türkische Landeswährung Lira im Vergleich zum US-Dollar und zum Euro erheblich unter Druck geraten und jeweils auf Rekordtiefstände gefallen. Für einen Dollar bekommt man aktuell mehr als zehn Lira, für einen Euro knapp zwölf. Die Situation wird durch den lockeren geldpolitischen Kurs der Zentralbank, die ihren Leitzins trotz der gestiegenen Inflation zuletzt zweimal verringert hat, deutlich verschärft. Am Donnerstag wird auf der Zentralbanksitzung eine erneute Zinssenkung erwartet. Nach seiner Fraktionsrede betonte Erdogan nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu, dass die Notenbank unabhängig entscheide.

Dagegen monieren Kritiker, der Kurs werde maßgeblich von Erdogan beeinflusst, welcher als erklärter Gegner hoher Zinsen gilt. Der türkische Präsident hat wiederholt die Spitze der Notenbank ausgewechselt. Entgegen der gängigen Lehre ist Erdogan der Meinung, dass hohe Zinsen Inflation verursachen würden, statt sie zu bekämpfen.

Türkei: Erdogan beklagt Davonlaufen von Investoren

Am Mittwoch betonte Erdogan: „Zinsen sind die Ursache, Inflation das Resultat.“ Er könne nicht mit Befürwortern hoher Zinsen zusammenarbeiten. Erdogan beklagte zudem die Tatsache, dass Investoren trotz Zinssenkungen davonlaufen. „Was seid ihr für Menschen?“, sagte er. (Lukas Zigo/dpa)

Rubriklistenbild: © Turkish Presidency/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare