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Konflikt zwischen Griechenland und der Türkei
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Recep Tayyip Erdogan, Präsident der Türkei, spricht während eines Treffens in Istanbul.

Reaktion auf Oppositionskampagne

Finanzkrise in der Türkei: Erdogan reagiert auf Anschuldigungen - „gelogen und falsch“

  • Friederike Meier
    vonFriederike Meier
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  • Sophia Lother
    Sophia Lother
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Mit Bannern und Plakaten greift die Oppositionspartei CHP den Präsidenten Recep Tayyip Erdogan scharf an. Dieser verteidigt sich.

Update vom Donnerstag, 22.04.2021, 11.08 Uhr: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat eine Kampagne der Opposition scharf kritisiert. Die Kampagne, die unter anderem auf Social Media mit dem Slogan „Wo sind die 128 Milliarden Dollar“ nach dem Verbleib von Devisenreserven fragt, sei „von Anfang bis Ende gelogen und falsch“, sagte Erdogan am Mittwoch (21.04.2021) bei einer Fraktionssitzung im Parlament in Ankara. Der Opposition warf er fehlendes Wirtschaftsverständnis und bewusste Täuschung vor.

Vor allem die Oppositionspartei CHP wirft Erdogan vor, dass türkische Staatsbanken eine Summe von 128 Milliarden Dollar verkauft haben, um der türkischen Lira auf Devisenmärkten Auftrieb zu verleihen. Wie die Nachrichtenagentur „Reuters“ berichtet, begann diese eher unorthodoxe Methode bereits 2019 und nahm 2020 enorm Fahrt auf.

Türkei: Erdogan gerät in Finanzkrise unter Druck: „Wo sind die 128 Milliarden?“

Das Geld sei „weder verpufft, noch auf unfaire und ungerechte Weise in jemandes Tasche gelandet“, sondern sei etwa zur Bekämpfung der Corona-Pandemie und zur Deckung der Nachfrage nach Devisen ausgegeben worden. „Dieses Geld und noch viel mehr, ist zwischen Wirtschaftsakteuren und unseren Bürgern zirkuliert, hat also den Platz gewechselt, doch das meiste davon ist am Ende als Wert unseres Landes im Inland geblieben“, sagte Erdogan.

Es habe in der letzten Zeit eine erhöhte Nachfrage nach Devisen gegeben, sagte er laut der türkischen Tageszeitung Hürriet. „Während der vergangenen zwei Jahre wurden 30 Milliarden Dollar aus den Quellen der Zentralbank zur Finanzierung des aktuellen Defizits verwendet“, sagte Erdogan demnach. Zusammen mit ausländischen Kapitalabflüssen (31 Milliarden Dollar), der Nachfrage des Realsektors nach Devisen für Schulden (50 Milliarden) und dem Devisenkauf durch Privatleute (54 Milliarden Dollar) kommt er auf eine Summe von 165 Milliarden Dollar.

NameRecep Tayyip Erdogan
Geburtstag26. Februar 1954
GeburstortKasımpaşa, Türkei
EhepartnerinEmine Erdogan (verh. 1978)
Amtszeit28. August 2014 –

Türkei: Erdogan gerät in Finanzkrise unter Druck: „Wo sind die 128 Milliarden?“

Erstmeldung vom 15.04.2021, 16.00 Uhr: Istanbul – Die Plakate in Istanbul dürften den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan gehörig ins Schwitzen bringen. „Wo sind die 128 Milliarden Dollar“, prangt in roten und schwarzen Lettern auf diversen Bannern und Plakaten in der Millionenmetropole in der Türkei. Die sozialdemokratische CHP attackiert medienwirksam den Präsidenten und seine Politik.

Und die Opposition hat damit wohl einen Nerv getroffen. Videos in den sozialen Netzwerken zeigen, wie die Poster und Banner von der Polizei entfernt werden. Teilweise kamen sogar Kräne zum Einsatz. Die CHP teilte die Videos und unterstrich, sie würden sie einfach immer wieder aufhängen.

Scharfe Kritik an Erdogan in der Türkei: Was steckt hinter den Plakaten der Opposition?

Doch was steckt hinter dem Vorwurf auf den Bannern und Plakaten? Bei der immensen Geldsumme geht es um die Dollar, die Staatsbanken verkauften, um der türkischen Lira auf den Devisenmärkten Auftrieb zu verleihen. Wie die Nachrichtenagentur „Reuters“ berichtet, begann diese eher unorthodoxe Methode bereist 2019 und nahm 2020 enorm Fahrt auf. Denn im Zuge der grassierenden Corona-Pandemie waren die Schwachstellen der Lira und die Abhängigkeit der Türkei von externen Finanzierungsmitteln offenbar geworden. Die Verkäufe in den Jahren 2019 und 2020 sollen insgesamt 128,3 Milliarden Dollar betragen.

Die Opposition lässt nicht locker. Angesichts der Währungskrise in der Türkei verstärkt sie ihre Kritik an Präsident Recep Tayyip Erdogan. (Archivbild)

Laut Erdogan haben die Verkäufe die Wirtschaft unterstützt. Aber es wird auch kritisiert, dass die Türkei dadurch nun wesentlich verwundbarer gegenüber weiterer Krisen ist. Erdogan lässt sich von der Opposition offenbar nicht in die Karten schauen. Der Präsident lässt keine Frage zu, bemängelt CHP-Chef Kemal Kilicdaroglu. „Doch die, die ein Land regieren, sind den Bürgerinnen und Bürgern Rechenschaft schuldig“.

Themenseite zu Recep Tayyip Erdogan

Aktuelles zur Türkei und dem Präsidenten finden Sie unter Erdogan-News.

Währungskrise in der Türkei: Warum der Druck auf Erdogan steigt

Mit der Lira ist es seit Ende des Jahres 2017 steil bergab gegangen. Mehr als 50 Prozent ihres Wertes hat die türkische Währung seitdem eingebüßt. Bereits im Februar hatte die CHP schon einmal versucht, die enormen Verkäufe türkischer Staatsbanken zu thematisieren und zu hinterfragen. Daraufhin habe Erdogan das Vermächtnis seines Schwiegersohns verteidigt, wie „Reuters“ berichtet. Berat Albayrak war Finanzminister der Türkei, bis er Ende 2020 überraschend zurücktrat. Danach sorgte Ende März ein weiterer Personalwechsel für Überraschung. Der türkische Zentralbankchef, Naci Agbal, wurde per Dekret abgesetzt. Nachdem die Nachricht bekannt geworden war, musste die Lira kurzzeitig dramatische Einbrüche verzeichnen.

Lässt sich von Recep Tayyip Erdogan nicht unterkriegen: Opposition in der Türkei bleibt standhaft

Nur ein Bruchteil dieser 128 Milliarden Dollar hätte ausgereicht, das türkische Volk während des 28-tägigen Lockdowns zu unterstützen, betont Canan Kaftancioglu, Vorsitzende der CHP, laut „Reuters“. „Sie werden uns niemals davon abhalten können, fragen zu stellen“, erklärt sie und fügt an, dass so lange Poster und Banner vor Gebäuden ihrer Partei hängen werden, bis es endlich Antworten gibt. (Sophia Lother, mit dpa)

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