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Recep Tayyip Erdogan spricht bei der Eröffnungsfeier des „Kartal Dr. Lutfi Kırdar“-Krankenhauses.
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Recep Tayyip Erdogan, Präsident der Türkei, hat das Anzünden der ersten Gasfackel im Sakarya-Feld zelebriert. Laut dem Land soll es dort große Mengen an Erdgas geben. (Archivbild)

Türkei

Erdogan feiert: Gasfackel im Schwarzen Meer angezündet

  • Tim Vincent Dicke
    VonTim Vincent Dicke
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Die Türkei ist extrem abhängig von ausländischem Erdgas. Recep Tayyip Erdogan will das ändern, Expert:innen sehen bei den Plänen allerdings Herausforderungen.

Ankara – Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan will bei den Themen Ressourcen und Energie unabhängiger vom Ausland werden. Im Erdgasfeld Sakarya, dort sollen nach Angaben der Türkei mehr als eine halbe Billion Kubikmeter Gas schlummern, wurde nun feierlich die erste Gasfackel angezündet.

„Heute werden wir zum ersten Mal das Gas im Schwarzen Meer abbrennen, das wir entdeckt und aus Hunderten Metern Tiefe zu fördern begonnen haben“, sagte Erdogan laut Hürriyet Daily News am Mittwoch (28.07.2021) bei der Einweihungszeremonie. Mithilfe des Schwarzmeergases wolle die Türkei die „Abhängigkeit von ausländischen Quellen deutlich verringern“, so der türkische Staatspräsident.

„Früher haben wir die Bohrungen mit internationalen Unternehmen via Pachtung durchgeführt. Im Gegensatz zu früher führen wir diese Arbeit jetzt auch mit eigenen Schiffen und eigenem Personal aus“, sagte Erdogan weiter.

Erdogan will Türkei selbst mit Gas versorgen

Bei ihrer Suche nach Rohstoffen im Schwarzen Meer war die Türkei im August 2020 auf das große Erdgasvorkommen im Gasfeld Sakarya gestoßen. Das Bohrschiff „Fatih“ entdeckte nach Staatsangaben Vorkommen mit 405 Milliarden Kubikmetern. Ziel sei es, das Land im Jahr 2023 mit Gas aus dem Vorkommen zu versorgen, so Erdogan damals. Die „Fatih“ ist bereits seit dem 20. Juli im Schwarzen Meer unterwegs.

Experten hatten mit Skepsis auf die großen Ankündigungen reagiert. Mit den Funden könne die Türkei unter Umständen einen Teil ihres eigenen Bedarfs decken, sagte Simon Schulte vom Energiewirtschaftlichen Institut an der Universität zu Köln damals der Deutschen Presse-Agentur.

„Zunächst ist aber die Frage, was kostet die Erschließung und Förderung des Gases da? So eine Entwicklung im Schwarzen Meer ist schwierig“, sagte Schulte. Er verwies auf einen großen Fund Rumäniens in der Nähe des jetzigen Fundortes im Jahr 2012. Der sei bis heute noch nicht vollständig entwickelt.

Gasfeld Sakarya im Schwarzen Meer: Erdogan möchte, dass die Türkei weiter bohrt

Im Juni 2021 gab die Türkei bekannt, dass sie in einem Bohrloch im nördlichen Sakarya-Feld 135 Milliarden Kubikmeter zusätzliches Erdgas entdeckt habe, womit sich die gesamte Fördermenge in der Region auf 540 Kubikmeter erhöhe.

Die Türkei muss angesichts eines Mangels an eigenen Energiereserven den Großteil des Bedarfs importieren. Sie ist einer der größten Abnehmer für Erdgas aus Russland. Im Jahr 2020 verbrauchte die Türkei laut Hürriyet Daily News 48,2 Milliarden Kubikmeter Erdgas, was einem Anstieg von rund 6,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr entsprach. Das Land importierte 48 Milliarden Kubikmeter ihres Gasverbrauchs, während im Inland nur 441 Millionen Kubikmeter gefördert wurden.

Die Erdgasbohrungen der Türkei im Schwarzen Meer, die Recep Tayyip Erdogan feierlich einweihte, „sind nicht die Ersten, und sie werden natürlich auch nicht die Letzten sein“, sagte das türkische Staatsoberhaupt.

Türkei: Im Mittelmeer streitet sich Erdogan mit der griechischen Regierung ums Gas

Die Türkei sucht auch im östlichen Mittelmeer nach Erdgas, dort streitet sie sich aber mit Anrainerstaaten wie Zypern oder Griechenland. Die Regierung in Athen wirft dem Nachbarn unter anderem vor, in Gewässern der Wirtschaftszone Griechenlands illegal nach Erdgas zu forschen.

Ankara argumentiert, die erkundeten Zonen gehörten zum türkischen Festlandsockel und die Türkei habe ein Recht auf Ausbeutung der Bodenschätze. Der Konflikt brachte die beiden Länder im vergangenen Jahr an den Rand einer militärischen Auseinandersetzung. Zuletzt entspannte sich der Erdgasstreit wieder etwas. (Tim Vincent Dicke mit dpa)

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