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Erdogan droht Griechenland – und zeigt sich gleichzeitig versöhnlich

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Von: Erkan Pehlivan

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Präsident Recep Tayyip Erdogan droht erneut Griechenland
Präsident Recep Tayyip Erdogan © Hassene Dridi/dpa

Erdogan droht Griechenland ungeahnt einzumarschieren. Gleichzeitig schlägt er versöhnliche Töne an. Die Griechen würden jetzt besser aufpassen.

Seit Monaten sind die Beziehungen zwischen Griechenland und der Türkei angespannt. Immer wieder werfen sich die beiden Nato-Mitgliedsstaaten vor, den gegnerischen Luftraum verletzt zu haben. Zudem hatte Ankara der Athener Regierung vorgeworfen, türkische Kampfflugzeuge mit Flugabwehrraketen vom Typ S-300 ins Visier genommen zu haben. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat Griechenland deswegen offen gedroht. Am vergangenen Samstag hatte er deswegen gegen seinen Nachbarn gewütet: „Vergesst nicht Izmir“. Damit erinnerte der türkische Staatschef der Niederlage griechischer Truppen 1922 in Izmir.

Türkei: Erdogan droht und zeigt Versöhnungsgeste zugleich

Auch heute legt er wieder nach: „Wir können ungeahnt eines Nachts kommen“, sagte Erdogan am Dienstag vor einer dreitägigen Balkanreise“. Gleichzeitig aber zeigt sich der türkische Präsident vorsichtig versöhnlich. Das türkische Verteidigungsministerium habe sich in der Sache mit der Nato ausgetauscht. „Griechenland ist sich dessen bewusst. Deswegen passen sie jetzt ein wenig mehr auf“, so Erdogan. Griechenland werde in Zukunft vorsichtiger bei seinen Entscheidungen sein, wenn es sich entscheidet, in welchen Beziehungen zur Türkei stehen möchte.

Griechenland: Türkei stellt griechische Souveränität infrage

Athen bestreitet die Vorwürfe Ankaras. Der griechische Regierungschef Kyriakos Mitsotakis reagierte enttäuscht auf die Äußerungen Erdogans: „Es ist inakzeptabel, dass Griechenland Drohungen von einem Land erhält, das ein Verbündeter in der Nato ist – Drohungen, die so weit gehen, die griechische Souveränität infrage zu stellen“, sagte Mitsotakis am Dienstag im staatlichen griechischen Fernsehen.

Türkei: Wie kam es zur Eskalation?

Der Streit zwischen Griechenland und der Türkei war vor einigen Monaten ausgebrochen. Der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis hatte vor dem US-Kongress am 17. Mai eine Rede gehalten und dabei unter anderem eine Zweistaaten-Lösung für Zypern ausgeschlossen. Für die Rede bekam der griechische Regierungschef stehenden Applaus von seinen amerikanischen Gastgebern. (Erkan Pehlivan)

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