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Türkei: Bodenangriffe auf Nordsyrien stehen wohl kurz bevor

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Von: Moritz Serif

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Angst vor einem weiteren Einmarsch türkischer Soldaten in Nordsyrien/Rojava.
Türkische Soldaten an der Grenze zu Syrien. Eine Invasion der Türkei wird wahrscheinlicher (Archivfoto). © imago

Die Anzeichen verdichten sich darauf, dass die Türkei bald in Nordsyrien einfallen wird. Viele Menschen macht das nervös.

Ankara/Damaskus – Fällt die Türkei bald in Nordsyrien an? Das zumindest legen türkische Beamte nahe. Demnach brauche die Armee nur wenige Tage, um für einen Bodenangriff bereit zu sein. Aktuell lässt der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan das Land mit Langstreckenwaffen und Kampfflugzeugen angreifen.

Zuvor hatte Erdogan monatelange Drohungen ausgesprochen. Kurdische Kräfte betrachtet der türkische Präsident nämlich als Terroristen. Dies wiederum fürchten Angriffe aus der Türkei. „Es gibt Verstärkungen an der Grenze und innerhalb Syriens in Gebieten, die von mit der Türkei verbündeten Gruppierungen kontrolliert werden. Wir haben das bemerkt, und ja, das ist neu“, sagte Chef Mazloum Abdi, Chef der Demokratischen Kräfte Syriens (SDF), der Nachrichtenagentur Reuters per Telefon.

Türkei könnte bald in Nordsyrien einfallen

Die kurdischen Kräfte in Syrien werden seit Jahren von Washington unterstützt, arbeiten aber auch mit der syrischen Regierung und ihrem Verbündeten Russland zusammen, die beide von den USA als Feinde angesehen werden. Abdi sagte, er habe „klare“ Zusicherungen aus Washington und Moskau erhalten, dass sie eine türkische Bodeninvasion ablehnten. Auch France 24 berichtete über das Telefonat.

„Wir sind immer noch nervös. Wir brauchen stärkere, solidere Erklärungen, um die Türkei aufzuhalten“, sagte er. „Die Türkei hat ihre Absicht bekannt gegeben und sondiert nun die Lage. Der Beginn einer Invasion wird davon abhängen, wie sie die Positionen der anderen Länder analysiert“.

Syrien würde türkischen Angriff als „Kriegsverbrechen“ einstufen

Abdi sagte, seine Truppen seien nicht aufgefordert worden, sich aus Gebieten zurückzuziehen. „Alle sind beschäftigt. Der russisch-ukrainische Krieg hat sich negativ auf das Engagement dieser Länder in dieser Region ausgewirkt“, sagte er der Nachrichtenagentur Reuters. Die SDF würden sich nicht auf die syrische Luftabwehr verlassen, fügte Abdi hinzu. Dennoch hoffe er, dass diese seine Truppen vor den Luftangriffen Ankaras geschützt werden.

„Ihre Position ist im Vergleich zur türkischen Armee schwach“, sagte er. Syrien betrachtet die Türkei als Besatzungsmacht in seinem Norden, und Damaskus hat erklärt, dass es jeden neuen türkischen Übergriff als „Kriegsverbrechen“ sehen würde, so Abdi. (mse)

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