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Türkei: Erdogan und Bahceli kritisieren indirekt Sedat Peker

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Von: Erkan Pehlivan

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Präsident Recep Tayyip Erdogan kritisiert vorsichtig Ex-Mafiaboss Sedat Peker
Präsident Recep Tayyip Erdogan reagierte empört auf die Enthüllungen des Ex-Mafiabosses Peker. © dpa

Mit seinen Enthüllungen setzt Ex-Mafiaboss Sedat Peker die türkische Regierung unter Druck. Präsident Erdogan und Nationalistenführer Bahceli reagieren empört.

Ankara – Nach den Enthüllungen des ehemaligen Mafiabosses und Nationalisten Sedat Peker über Korruptionsfälle von Regierungsmitgliedern hat sich der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan indirekt zu den Fällen geäußert. „Es gibt Versuche, mit denen man unser Rechtssystem kriminellen Organisationen opfern möchte. Egal wer uns gegenübertritt, wir werden das keinesfalls erlauben“, sagte Erdogan am Donnerstag (1. September).

Türkei: Nationalistenführer Bahceli sorgt sich um gesellschaftlichen Frieden

Auch der Chef der ultra-nationalistischen MHP kritisiert Peker, ohne seinen Namen zu nennen. „Das Privatleben von anderen zum politischen Maß zu machen, ist niederträchtig“, so Bahceli. Das sei eine Verurteilung ohne Prozess, sagte der Nationalistenführer. Der gesellschaftliche Frieden dürfe nicht in den sozialen Medien zerstört werden.

Bahceli fordert deswegen Maßnahmen. „Die Regelung in den sozialen Medien müsste gesetzliche Grundlagen haben. Die Türkei ist ein Rechtsstaat“, so Bahceli. Mit Terrormitteln würde hier versucht werden, die Politik zu designen. „Sie werden es nicht schaffen, Steine in den Weg der Türkei zu legen“, sagte Bahceli in einer Pressekonferenz am Donnerstag.

Türkei: Was hat Sedat Peker veröffentlicht?

Sedat Peker hatte auf Twitter über die Verstrickung einer Abgeordneten der Regierungspartei AKP und ihrer Familie in Korruptionsfälle berichtet. Peker hatte ein Video geleaket, in dem die Abgeordnete Zehra Taskesenlioglu mit ihrem Ehemann, Ünsal Ban, diskutiert. Darin wirft die Politiker ihrem Ehemann und Bruder Ali Fuat vor, sie ins Feuer geworfen zu haben, um Geld zu verdienen.

Auch hatte Peker gepostet, wie die beiden Berater von Erdogan, Korkmaz Karaca und Serkan Taranoglu, ebenfalls in Korruptionsfälle verwickelt sind. Unter anderem hätten die Berater Unternehmer gezwungen, Geld an sie geben, damit ihre Probleme gelöste werden. Inzwischen haben beide Berater jedoch ihren Rücktritt eingereicht. Bislang wurden weder gegen die AKP-Abgeordnete noch die beiden zurückgetretenen Berater Ermittlungen eingeleitet. (Erkan Pehlivan)

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