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Türkei: Draghi kommt mit Ministern zu Besuch nach Ankara

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Von: Erkan Pehlivan

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Vor einem Jahr hatte der italienische Ministerpräsident Erdogan als „Diktator“ bezeichnet. Heute wird er im Präsidentenpalast empfangen.

Ankara – Heute wird der italienische Ministerpräsident Mario Draghi in Ankara erwartet. Dort wird er sich mit Staatsoberhaupt Recep Tayyip Erdogan in seinem Präsidentenpalast treffen. Es ist das dritte Gipfeltreffen zwischen beiden Staaten, an dem auch zahlreichen Minister beider Länder teilnehmen werden. „Bei dem Treffen werden die Beziehungen in all ihren Dimensionen besprochen. Auch Maßnahmen zur Vertiefung der Zusammenarbeit werden dabei besprochen“, ließ das Kommunikationsamt vorab mitteilen.

Draghi: „Mit diesen Diktatoren muss man direkt sein“

Der dritte Gipfel zwischen den beiden Staaten steht unter dem Schatten der Aussagen von Mario Draghi im April vergangenen Jahres. Als Draghi bei einer Pressekonferenz auf das „Sofagate-Skandal “angesprochen wurde, hatte der italienische Regierungschef Erdogan scharf kritisiert. „Mit diesen Diktatoren, nennen wir sie doch beim Namen, die wir aber brauchen, muss man direkt sein und ihnen klarmachen, dass man eine andere Sicht auf die Gesellschaft hat“, sagte damals der italienische Ministerpräsident. „Man muss aber auch mit ihnen zusammenarbeiten, um die Interessen des eigenen Landes sicherzustellen. Die richtige Balance muss man finden.“ Zuvor hatten Präsident Erdogan und der EU-Ratspräsident Charles Michel bei einem Treffen in der Türkei die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zunächst stehen lassen und dann doch noch einen Sitzplatz zugewiesen.

Mario Draghi, Ministerpräsident von Italien, spricht in der Abgeordnetenkammer.
Mario Draghi, Ministerpräsident von Italien © Roberto Monaldo/dpa

In der Türkei hatten die Worte von Draghi für Empörung gesorgt. Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu nannte die Worte von Draghi „inakzeptabel“ und „populistisch.“ Wegen der Aussage wurde sogar der italienische Botschafter in die Botschaft einbestellt.

Türkei: Bei Pressekonferenz droht Fauxpas

Sollte das Thema bei der gemeinsamen Pressekonferenz angesprochen werden, droht ein Fauxpas. Derzeit braucht die Türkei dringend frisches Kapital, da es wirtschaftlich angeschlagen ist. Neben einer Inflation von offizielle 78 Prozent wird es auch vom Währungsverfall erdrückt. Derzeit kostet ein Euro 17,5 Türkische Lira /TL). Ein Jahr vorher lag der Kurs noch bei knapp über 10 TL. (Erkan Pehlivan)

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