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Türkei nennt Deutschland „Brutnest für Terroristen“

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Von: Erkan Pehlivan

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Justizminister Bekir Bozdag nennt Deutschland Brutnest für Terroristen
Justizminister Bekir Bozdag © Marijan Murat/dpa

Schwere Vorwürfe vom türkischen Justizminister Bekir Bozdag gegen den Westen: Deutschland, Frankreich und USA schützen und unterstützen Terroristen.

Ankara - Zwischen der Türkei und den Nato-Beitrittskandidaten Schweden und Finnland bahnt sich erneut ein Konflikt an. In einem Interview mit der Zeitung „Türkiye“ hat der türkische Justizminister Bekir Bozdag den beiden Staaten vorgeworfen sich nicht an Abmachungen zu halten. In dem Auslieferungsbegehren der Türkei von 33 Personen habe sich nichts getan, kritisiert Bozdag.

„Bis jetzt haben wir keine Antwort erhalten. Wir werden daher diese Länder beobachten“, so Bozdag zu dem Blatt. Ankara wirft den Betroffenen vor, zur Gülen-Bewegung zu gehören, die die türkische Regierung seit dem Putschversuch 2016 als Terrororganisation einstuft oder Mitglieder der PKK zu sein. Tatsächlich aber handelt es sich bei den Personen um Türken oder Kurden, die vor politischer Verfolgung aus der Türkei geflohen, unter ihnen auch mehrere Journalisten.

Türkei: „Terroristen werden dort ausgebildet und mit Waffen unterstützt“

In dem Gespräch bezeichnet der türkische Justizminister die Nato-Beitrittskandidaten auch Deutschland und Frankreich „Brutnester für Terroristen“. Dort würde man die Augen zudrücken, wenn Terroristen ausgebildet und rekrutiert würden. In diesen Staaten würden diese „Terroristen“ in vielerlei Hinsicht unterstützt werden – „einschließlich Waffen“ so Bozdag. Wenn Schweden und Finnland Mitglieder der Nato werden wollten, müssten sie ihre Versprechen halten. Ansonsten werden die Türkei entsprechende Schritte einleiten, warnt Bozdag.

„Feinde der Türkei werden von Europa und USA unterstützt“

Der türkische Justizminister hat in dem Gespräch mit der türkischen Zeitung auch schwere Vorwürfe gegen die USA gerichtet. „Die USA ernähren, schützen und unterstützen die Gülen-Bewegung“, so Bozdag. Das selbe gelte auch für die PKK. Die Feinde der Türkei werden sowohl von Europa als auch den USA beschützt und unterstützt“, sagt der umstrittene Minister.

Türkei: Angriffe gegen den Westen innenpolitisches Kalkül

Die AKP-Regierung von Präsident Recep Tayyip Erdogan fordert von vielen Ländern die Auslieferung von Türkeistämmigen, die vor politischer Verfolgung ins Ausland geflohen sind. Experten sehen darin allerdings politisches Kalkül, um sich innenpolitisch als starken Mann zu zeigen. Schließlich wird nächstes Jahr in der Türkei gewählt. Eine Wahlniederlage kann sich der mächtige Mann in Ankara nicht leisten, da mehre Anklagen wegen Korruption, Menschenrechtsverstößen und Kriegsverbrechen auf Erdogan und seine Regierungsmitglieder warten. (Erkan Pehlivan)

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