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Journalist Yücel auf dem Weg zur Vernehmung vor dem Amtsgericht.

Pressefreiheit in der Türkei

Deniz Yücel wirft türkischem Wachpersonal Folter vor

Ein Jahr lang war der Journalist Deniz Yücel in türkischer Haft wegen angeblicher Terrorpropaganda. Jetzt sagt er, in der Haft gefoltert worden zu sein. 

Der in der Türkei wegen Terrorpropaganda und Volksverhetzung angeklagte Journalist Deniz Yücel ist eigenen Angaben zufolge in Haft gefoltert worden. Wie die „Welt“ am Freitag in ihrer Online-Ausgabe berichtete, gab Yücel in seiner Verteidigungsschrift an, er sei über mehrere Tage wiederholt und systematisch geschlagen, bedroht und gefoltert worden. 

Trägt Erdogan Verantwortung für die Folter?

Er gehe davon aus, dass der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan zumindest die politische Verantwortung für die Folter trage, wenn er sie nicht direkt befohlen habe. Die „Welt“ beruft sich auf die Verteidigungsschrift Yücels, die er am Freitag vor dem Berliner Amtsgericht Tiergarten eingereicht hat. Das Gericht nahm die Schrift einer Gerichtssprecherin zufolge im Rahmen eines Rechtshilfeabkommens zwischen den beiden Ländern entgegen. 

Der damalige Türkei-Korrespondent der „Welt“ saß von Ende Februar 2017 an im Hochsicherheitsgefängnis Silivri nahe Istanbul in Untersuchungshaft. Nachdem die Staatsanwaltschaft knapp ein Jahr später eine Anklageschrift gegen den Journalisten vorlegte, verfügte ein Gericht seine Freilassung. Yücel verließ anschließend die Türkei, wo ihm bis zu 18 Jahre Gefängnis drohen. 

Der Prozess gegen Yücel begann im Juni 2018 in seiner Abwesenheit. Yücel hatte seit 2015 für die „Welt“ aus der Türkei berichtet und sich in einigen seiner Artikel kritisch über den Kurdenkonflikt und den Putschversuch im Juli 2016 geäußert. Der türkische Präsident Erdogan bezeichnete Yücel in einer Rede als „PKK-Vertreter“ und „deutschen Agenten“. (epd)

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