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Löschflugzeug
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Ein Löschflugzeug ist bei einem Waldbrand-Einsatz im Süden der Türkei abgestürzt. (Archivbild)

Waldbrände

Löschflugzeug bei Bränden in der Türkei abgestürzt – Acht Tote befürchtet

  • Tim Vincent Dicke
    VonTim Vincent Dicke
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In der Türkei lodern weiterhin Waldbrände. Bei einem Einsatz im Süden des Landes ist nun ein Löschflugzeug abgestürzt. Es gibt zahlreiche Opfer.

Update vom Samstag, 14.08.2021, 15.38 Uhr: Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu ist am Samstag (14.08.2021) ein Löschflugzeug in der Stadt Kahramanmaras im Süden der Türkei abgestürzt. Such- und Rettungsteams wurden in das Gebiet entsandt, teilte Anadolu mit.

Das Flugzeug stamme nicht aus der Türkei, sondern sei aus Russland ausgeliehen worden, hieß es. Laut der Demirören-Nachrichtenagentur stürzte das Flugzeug ab, als es einen Waldbrand in der Region Bertiz löschte. Die Absturzursache sei noch nicht bekannt. Der Gouverneur von Kahramanmaras, Omer Faruk Coskun, sagte Anadolu, dass der Waldbrand nach einem Blitzschlag ausgebrochen sei.

„Wir haben ein Flugzeug in das Gebiet geschickt, aber wir haben die Kommunikation mit dem Flugzeug vor einer Weile verloren und es ist abgestürzt“, so Coskun. Die Situation sei noch sehr unübersichtlich. „Wir haben viele Einheiten in das Gebiet entsandt, in dem das Flugzeug abgestürzt ist“, fügte der türkische Politiker hinzu. Bilder in sozialen Medien zeigten eine Rauchwolke an der mutmaßlichen Absturzstelle. Die Deutsche Welle meldete in Bezug auf das russische Verteidigungsministerium, dass fünf russische sowie drei türkische Personen ums Leben kamen.

Angeblich Erdogan beleidigt: Strafen gegen türkische Sender nach Berichten über Brände

Erstmeldung vom Mittwoch, 11.08.2021: Istanbul – Die türkische Rundfunkbehörde Rtük hat wegen der Berichterstattung über die Brände in der Türkei Strafen gegen fünf Fernsehsender verhängt. Die Beiträge würden Angst und Panik in der Bevölkerung verbreiten und seien beleidigend gegenüber der Regierung gewesen, so die Begründung der Behörde, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Mittwoch (11.08.2021).

Die Strafen richten sich demnach gegen Fox TV, KRT, Tele 1, Halk Tv und Haber Türk. Die Sender hätten sich unter anderem abwertend über die Reaktion der Regierung Erdogan auf die Feuer geäußert. In dem Gremium haben die islamisch-konservative Regierungspartei AKP und ihr ultranationalistischer Partner MHP eine Mehrheit.

Ein Kameramann filmt einen Waldbrand in der Türkei: TV-Sender des Landes müssen wegen angeblicher Panikmache und Regierungsbeleidigung Strafen zahlen.

Bereits Ermittlungen gegen Online-Beiträge zu Bränden in der Türkei

Rtük hatte vor ein paar Wochen bereits eine Warnung an Medien hinsichtlich der Berichterstattung über die Brände ausgesprochen. Die Staatsanwaltschaft in Ankara nahm zuvor zudem Ermittlungen wegen Beiträgen in Online-Netzwerken auf, unter anderem wegen „Beleidigung der türkischen Regierung“ sowie „Schürens von Angst und Unruhe“.

In der Türkei sorgen die Feuer besonders an der Mittelmeerküste seit zwei Wochen für riesige Schäden. Aktuell machen den Einsatzkräften starker Wind und Temperaturen um die 40 Grad zu schaffen. Zwei Brände in den Bergen der Gemeinde Köycegiz im westtürkischen Mugla seien erneut außer Kontrolle geraten, sagte der Leiter der örtlichen Feuerwehr, Bahattin Yavuz, der Deutschen Presse-Agentur. Dörfer seien aber nicht bedroht. Die Brände in dem schwer zugänglichen Gelände würden aus der Luft und mit Kräften am Boden bekämpft.

Türkei: Opposition kritisiert Erdogan seit Beginn der Waldbrände

In der Provinz Antalya sei ein neuer Brand in der Nähe eines Wohngebietes der Stadt Manavgat ausgebrochen, sagte eine Sprecherin gegenüber der dpa. Die meisten Feuer in der Türkei sind mittlerweile unter Kontrolle. Dennoch können Funken immer wieder überspringen und wegen der extremen Trockenheit in Verbindung mit Winden neue Feuer auslösen. „Bis zum Oktober besteht das Risiko weiterer Brände“, warnte Doganay Tolunay, Forstingenieur an der Istanbul-Universität.

Das Krisenmanagement der türkischen Regierung wird von der Opposition seit Beginn der Brände kritisiert. Politiker:innen verwiesen unter anderem auf einen offiziellen Bericht, demzufolge die Behörden nur einen Bruchteil der verfügbaren Gelder für das Vorgehen gegen Waldbrände abgerufen haben. „Dies ist eine Situation, die man als Verrat bezeichnen könnte“, sagte der Abgeordnete Murat Emir der Nachrichtenagentur AFP. Die Generaldirektion für Forstwirtschaft habe in den ersten sechs Monaten dieses Jahres nur 1,75 Prozent der für diesen Zweck vorgesehenen knapp 20 Millionen Euro ausgegeben, so der Politiker der sozialdemokratischen CHP.

Brände in der Türkei: Erdogan bezeichnet Kritik als „Lügen-Terror“

Kritisiert wurde zudem, dass anfangs keine eigenen einsatzfähigen Löschflugzeuge zur Verfügung standen. Erdogan war vorgeworfen worden, ausländische Hilfsangebote nur zögerlich oder gar nicht angenommen haben. Der Staatspräsident schoss in einem Interview zurück: „Wenn es Brände in den USA oder Russland gibt, steht (die Opposition) hinter der Regierung, das ist hier nicht so.“ Er bezeichnete die kritischen Stimmen als „Lügen-Terror“.

Die Berliner taz bescheinigt Erdogan, er habe den Kontakt zur Realität verloren. „Eingebunkert in seinem Präsidentenpalast, umgeben von Jasagern, scheint er nicht mehr in der Lage zu sein wahrzunehmen, was die Bevölkerung tatsächlich bewegt“, schreibt die Zeitung. (tvd/dpa/AFP)

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