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Tsai Ing-wen: Die Präsidentin Taiwans, die sich Chinas Ansprüchen entgegenstellt

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Tsai Ing-wen
Tsai Ing-wen © IMAGO/Walid Berrazeg

Tsai Ing-wen ist seit 2016 Präsidentin von Taiwan. Die Politikerin setzt sich stark für den Erhalt und Schutz der Demokratie in ihrem Land ein.

Taipeh – In der Hauptstadt Taiwans wurde am 31. August 1956 die Politikerin Tsai Ing-wen geboren. Seit 2016 ist sie die Präsidentin von Taiwan. Zweimal bekleidete sie zudem das Amt als Vorsitzende der Demokratischen Fortschrittspartei, kurz DPP. Die Volksrepublik China betrachtet das demokratisch regierte Taiwan als Teil des eigenen Staatsgebiets und droht seit Jahren mit der militärischen Eroberung des Inselstaats.

Taiwans Präsidentin Tsai Ing-wen: Herkunft und Ausbildung

Tsai Ing-wen wuchs im Bezirk Zhongshan, in dem auch Taipeh liegt, auf. 1978 erwarb sie ihren Studienabschluss an der Jura-Fakultät der Nationaluniversität Taiwans. Danach machte sie 1980 ihren Master an der Cornell University in den USA. Anschließend promovierte sie 1984 an der London School of Economics and Political Science. Später warf ihr der Talkshow-Master Dennis Peng auf Facebook vor, sie hätte ihre Doktor-Thesis nie beendet beziehungsweise gefälscht. Die britische Universität bestätigte daraufhin öffentlich, dass Tsai Ing-wen ihren Doktortitel zurecht erhalten hat.

Nach der Promotion kehrte Tsai Ing-wen nach Taiwan zurück. Dort lehrte sie zunächst Rechtswissenschaften an der Chengchi-Nationaluniversität sowie an der Soochow-Universität.

Taiwans Präsidentin Tsai Ing-wen: Anfänge ihres politischen Werdegangs

Ab dem Jahr 1993 übernahm Tsai Ing-wen den Posten als Beraterin des damaligen Präsidenten Lee Teng-hui. Als solche war sie unter anderem an der Formulierung der „Zwischenstaatliche-Beziehungen-Doktrin“ beteiligt. 2000 berief sie der neue Präsident Chen Shui-bian als parteilose Ministerin im Bereich Festlandsangelegenheiten ins Kabinett. 2004 trat die Politikerin der DPP bei. Nach Stationen als Abgeordnete im Legislativ-Yuan und als Vize-Premierministerin neben Su Tseng-chang wählte man sie 2008 zur neuen Parteivorsitzenden. Im November 2010 kandidierte Tsai Ing-wen für das Bürgermeisteramt in der Stadt Neu-Taipeh, musste sich aber gegen Eric Chu geschlagen geben.

Taiwans Präsidentin Tsai Ing-wen: Der Weg zum Staatsoberhaupt

Im April 2011 folgte ein Meilenstein in ihrem politischen Werdegang: Tsai Ing-wen wurde von ihrer Partei als erste Frau für das Präsidentenamt vorgeschlagen. Bei der anschließenden Wahl 2012 verlor sie jedoch. Daraufhin legte Tsai ihren Posten als Parteivorsitzende nieder. Ihr Nachfolger Su Tseng-chang sah sich allerdings schon bald harter parteiinterner Kritik ausgesetzt. Daraufhin bewarb sich Tsai Ing-wen erneut für den Parteivorsitz und erhielt den Posten mit über 93 Prozent der Stimmen. Im April 2015 nominierte man sie wieder für die Präsidentschaftswahlen. Dieses Mal setzte sie sich mit großer Mehrheit durch. Als erstes weibliches Staatsoberhaupt des Landes trat sie am 20. Mai 2016 im Alter von 49 Jahren ihr Amt an. 2020 wurde sie wiedergewählt.

Tsai Ing-wens Karrierestationen im Überblick:

Taiwans Präsidentin Tsai Ing-wen: Interview mit CNN

Im Oktober 2021 gab Tsai Ing-wen in einem Interview mit CNN das erste Mal bekannt, dass US-amerikanische Militärtruppen in Taiwan präsent seien. Sie sprach davon, dass die Bedrohung aus Peking mit jedem Tag größer werde. Taiwan und das Festland Chinas werden seit Ende des chinesischen Bürgerkrieges getrennt regiert. So entstand in Taiwan eine Demokratie, die Tsai schützen möchte. Dabei verschlechterte sich die Beziehung zum Festland China immer mehr. Wenige Zeit vor dem Interview sandte China so viele Kriegsflugzeuge wie nie zuvor aus und schürte Angst vor einer Invasion.

Taiwans Präsidentin Tsai Ing-wen: Familie

Tsai Ing-wens Familie gehört zur Volksgruppe der Hakka. Die Präsidentin ist das jüngste von elf Kindern. Selber war sie nie verheiratet und ist kinderlos.

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