Donald Trump (hinten) mit Softbank-CEO Masayoshi Son: Der Technologiekonzern will nach eigenen Angaben in den kommenden Jahren etwa 50 Milliarden US-Dollar in den USA investieren und 50 000 Arbeitsplätze schaffen.
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Donald Trump (hinten) mit Softbank-CEO Masayoshi Son: Der Technologiekonzern will nach eigenen Angaben in den kommenden Jahren etwa 50 Milliarden US-Dollar in den USA investieren und 50 000 Arbeitsplätze schaffen.

Kommender US-Präsident

Trumps Tweets lassen Wirtschaft zittern

  • Damir Fras
    vonDamir Fras
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Donald Trumps Twitterleidenschaft hat Auswirkungen auf die Wirtschaft: Der designierte US-Präsident sorgt mit seinen Mitteilungen über Unternehmen für Aufruhr.

Ob die Neigung des designierten US-Präsidenten, Politik per Twitter zu betreiben, nachhaltigen Erfolg haben wird, ist noch ist ausgemacht. Doch die Tweets, die Donald Trump regelmäßig absetzt, sorgen bereits für erheblichen Wirbel. So stürzte jetzt der Aktienkurs des US-Flugzeugbauers Boeing kurzzeitig ab, weil Trump per Kurznachrichtendienst die Kosten für eine neue Präsidentenmaschine als zu hoch kritisierte. Die Chefs der Großkonzerne in den USA müssen sich langsam an einen Präsidenten gewöhnen, der ganz anders mit ihnen umgehen könnte als seine Vorgänger. Die Nervosität in Industriekreisen steigt.

Trump, der am Mittwoch vom Magazin „Time“ zur „Person des Jahres 2016“ ernannt wurde, will offenbar als Präsident nicht nur wirtschaftliche Rahmenbedingungen schaffen. Der Populist scheint im Gegenteil Gefallen daran zu finden, sich einzelne Unternehmen vorzuknöpfen – Boeing, Ford, Apple.
Der Boeing-Tweet etwa war unmissverständlich: „Boeing baut eine brandneue 747 Air Force One für künftige Präsidenten, aber die Kosten sind außer Kontrolle, mehr als vier Milliarden Dollar. Streicht die Bestellung!“ Das Management des Flugzeugkonzerns wurde von der Twitter-Nachricht überrumpelt. Es dauerte einige Stunden, bis Boeing sinngemäß erklärte, dass sich zu den Kosten für die neue Präsidentenmaschine noch nichts Genaues sagen lasse. Zunächst gehe es nur um Planungskosten in Höhe von 170 Millionen US-Dollar. Insgesamt hat das Pentagon 2,9 Milliarden Dollar veranschlagt.

Derweil rätselten Experten im Fernsehen, warum sich Trump ausgerechnet jetzt einer Sache annimmt, die noch im Planungsstadium ist. Die neue Air Force One soll das alte Modell aus den 90er Jahren frühestens im Jahr 2023 ersetzen. Eine mögliche Erklärung für Trumps überraschenden Tweet: Kurz zuvor hatte eine Zeitung aus einer Rede des Boeing-Chefs Dennis Muilenburg zitiert, in der er zarte Kritik an Trumps Haltung zum Welthandel äußerte.

War der Boeing-Tweet also nur eine Retourkutsche? Dafür gibt es keine klaren Belege. Allerdings ist Trump dafür bekannt, dass er dünnhäutig ist und Kritik gerne mit scharfen Worten beantwortet. Außerdem hat er es sich schon im Wahlkampf zur Gewohnheit gemacht, einzelne Konzerne ins Visier zu nehmen. So versprach Trump etwa, er werde Apple dazu bringen, seine Produkte nur noch in den USA und nicht mehr im Ausland fertigen zu lassen. Nach einem Bericht der „Washington Post“ fragen sich inzwischen viele Konzernchefs, ob sie den künftigen Präsidenten nicht mehr kritisieren dürfen, weil sie öffentliche Zurechtweisungen zu befürchten haben.

Auch wenige Wochen vor seinem offiziellen Amtsantritt am 20. Januar scheint Trump der US-Wirtschaft noch ein Rätsel zu sein. So erklärte der designierte Präsident vollmundig, er habe den Autobauer Ford davon überzeugt, Pläne aufzugeben, ein Werk ins Ausland zu verlagern. Das Unternehmen jedoch hatte die Schließung der Produktion in Kentucky gar nicht im Sinn. Für ausländische Konzerne scheint Trumps Unberechenbarkeit weniger problematisch zu sein. Das taiwanesische Unternehmen Foxconn, das auch Apples iPhone herstellt, erwägt, seine Investitionen in den USA zu verstärken. Unklar sind allerdings bislang Art und Umfang des Engagements. Auch der japanische Technologiekonzern Softbank will nach eigenen Angaben in den kommenden Jahren etwa 50 Milliarden US-Dollar in den USA investieren und 50 000 Arbeitsplätze schaffen. Einzelheiten wurde nicht bekannt gegeben.

Trump reagierte auf diese Nachricht wieder mit einem Tweet, der in selbstbewussten Ton gehalten war. Er schrieb, die Japaner hätten sich niemals für die Investition entschieden, wenn er nicht die Wahl gewonnen hätte. Keine Antwort dagegen gab es zunächst auf ein Angebot, dass der Flugzeugbauer Antonow über Twitter unterbreitete, als sich die Geschichte mit Boeing bis in die Ukraine herumgesprochen hatte: “@realDonaldTrump, vielleicht ist es besser, eine Antonow-Maschine als Air Force One zu erwägen?“

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