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Die Millionärin Nancy Pelosi (mitte) gehört zum Establishment.

Nancy Pelosi

Trumps stärkste Gegenspielerin

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Das US-Repräsentantenhaus wählt die Demokratin Nancy Pelosi erneut zur Sprecherin. Die 78-Jährige will es mit Donald Trump aufnehmen - und kämpft zugleich mit schlechten Beliebtheitswerten.

Das Urteil klingt drastisch. Aber es ist positiv gemeint. „Sie schneidet Dir den Kopf ab, und Du merkst nicht einmal, dass Du blutest“, hat ihre Tochter Alexandra gerade über Nancy Pelosi gesagt. Im Sender CNN war die Filmemacherin gefragt worden, ob es die neue Sprecherin des Repräsentantenhauses wohl mit dem Wut-Präsidenten Donald Trump aufnehmen könne. Offenbar hegt sie daran keine Zweifel.

Die neue demokratische Mehrheit im Parlament sieht das ähnlich. Nach den Wahlen im November hatte es anfangs Widerstand vor allem der jungen Abgeordneten gegen die erneute Wahl der 78-Jährigen auf den einflussreichen Posten gegeben, den sie schon von 2007 bis 2011 bekleidete. Doch Pelosi schlug die Revolte mit einer Mischung aus Härte und Versprechen nieder.

„Sie wird in der Fraktion mehr gefürchtet als bewundert“, schreibt die New York Times. Dabei speist sich der Nimbus der Politikerin aus Kalifornien nicht nur aus ihrem Ruf als erstklassige Spendensammlerin und Netzwerkerin. Ihr gebührt auch das unzweifelhafte Verdienst, seinerzeit die Gesundheitsreform Obamacare durch den Kongress gepeitscht zu haben.

Für die Verjüngung der Demokraten steht Pelosi ebensowenig wie für die neue Blutzufuhr aus der Anti-Trump-Graswurzelbewegung. Als Millionärin und Besitzerin eines Weinguts gehört sie zum Establishment. Doch eine zwingende Alternative zu ihrer Person ist nicht in Sicht. Und dass im Metoo-Zeitalter eine Frau dem offen sexistischen Präsidenten gegenübertritt, hat eine tiefere Symbolik. „Ich musste keine Glasdecke, sondern eine Marmordecke durchbrechen“, hat sie ihren politischen Werdegang beschrieben.

Als Sprecherin des Repräsentantenhauses ist Pelosi nun die mächtigste Gegenspielerin von Trump und die wohl einflussreichste Frau in der amerikanischen Politik. Dass sie dem Präsidenten die Stirn bieten wird, hält nicht nur ihre Tochter für sicher. Ihr erstes Gespräch im Weißen Haus zur Haushaltssperre vor drei Wochen beschrieb sie respektlos als „Pinkelwettbewerb mit einem Stinktier“ und lästerte, die Mauer zu Mexiko sei für Trump wohl „so eine Männlichkeitssache“.

Trump hat umgekehrt früh gelästert, er freue sich auf die Wahl von Pelosi, weil sie ihm neue Unterstützung bringe. Tatsächlich kämpft die Demokraten-Chefin mit schlechten Beliebtheitswerten, und in republikanischen Kreisen ist sie ein regelrechtes Hassobjekt. Allein die Nennung ihres Namens reicht bei Trump-Kundgebungen für ein ohrenbetäubendes Pfeifkonzert. „Die Republikaner haben 130 Millionen Dollar für verleumderische Anzeigen und Spots ausgegeben“, kontert Pelosi: „Weshalb wohl? Weil ich ihnen als Gesetzgeberin und Spendensammlerin zu erfolgreich bin. Sie mögen mein Feuer nicht.“ Von nun an wird Donald Trump es ertragen müssen.

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