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Beispiel General Motors: Viele Konzerne schaffen bei weitem nicht so viele Jobs wie Trump verspricht. 

USA

„Wer durstig ist, trinkt auch schmutziges Wasser“

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Der demokratische US-Politiker David Betras erklärt, wie Trump die Arbeiter gewinnt - und beklagt die Abgehobenheit seiner Partei.

Herr Betras, bei der letzten Wahl hat Donald Trump viel Unterstützung im sogenannten Rostgürtel der USA erfahren. Wie schätzen Sie die Stimmung heute ein? 
Ich glaube keiner Umfrage. Trump wird so dämonisiert, dass viele nicht offen zugeben, wenn sie für ihn stimmen. Nach meinem Eindruck würde er heute wieder gewinnen. In den Städten liegen die Demokraten vorn, aber in den ländlichen Gebieten gehen sie unter.

Aber gerade hier in Youngstown hat er leere Versprechen gemacht. Die Jobs sind nicht zurückgekommen. Im Gegenteil. 
Die Leute geben ihm dafür nicht die Schuld. Was viele nicht verstehen: Er hat sich mit den Wählern auf eine instinktiv-emotionale Weise verbunden. Das ist schwer zu erschüttern. Er hat gesehen, dass Leute gut bezahlte Jobs in den Fabriken verloren und gesagt: Ich nehme Euch wahr. Niemand sonst interessiert sich für Euch! Manchmal reicht es den Menschen, wenn sie bloß das Gefühl haben, wahrgenommen zu werden.

Was hilft das Gefühl, wenn General Motors das Werk schließt? 
In kann nur sagen: Es hat ihm nicht geschadet, dass die Fabrik geschlossen wurde. Was zählt, ist dass die Arbeiter glauben: Er kämpft für uns.

Tut er das denn? 
Nein. Natürlich ist es lächerlich, dass sich Arbeiter von einem Milliardär vertreten fühlen. Ich meine: Der Kerl scheißt in goldene Toiletten. Ich bin ganz sicher, dass seine Politik der Arbeiterschaft nicht hilft. Aber das ist eine rationale Betrachtung. Hier geht es um das Gefühl. Sie vertrauen ihm.

Zur Person 
David Betraswar zehn Jahre Vorsitzender der Demokraten im Mahoning County. Mit einem internen Memo warnte er im Mai 2016 die Führung der Clinton-Kampagne, dass sie auf die falschen Themen setze und die Unterstützung der Arbeiter verliere. Der 59-Jährige arbeitet als Anwalt in Youngstown.

Deshalb ist Hillary Clinton 2016 so abgestürzt? 
Ja. Die Demokraten haben die Stimme verloren, mit der Arbeiterschaft zu reden. Sie sind für Freihandel eingetreten. Sie sind elitär geworden: Limousinen-Liberale. Sie haben nicht wahrgenommen, wie diese Leute verletzt wurden. Sie wissen nicht, was es heißt, von Gehaltsscheck zu Gehaltsscheck zu leben. Es gibt viele Menschen in den USA, die von einer unerwarteten Rechnung über 400 Dollar aus der Bahn geworfen werden. Viele kämpfen, um ihre Existenz zu sichern. Sie haben Angst. Aber niemand spricht diese Angst an.

Trump tut das doch auch nur an der Oberfläche. Tatsächlich schürt er die Angst vor Kriminalität, vor Einwanderern, vor allem Fremden. 
Donald Trump ist keineswegs blöd, wie viele Leute glauben. Ich fürchte, er ist der beste Politiker, den ich kenne. Er greift die Migranten an, weil er weiß, dass es in der DNA der Demokraten steckt, das zurückzuweisen. Die Arbeiter sehen, dass sich die Demokraten um die Migranten kümmern, und fragen: Was ist mit mir? Mit meinem Job? Als die Demokraten den Haushalt wegen der Dreamer (von der Abschiebung bedrohte minderjährige Kinder illegaler Einwanderer, d. Red.) blockiert haben, habe ich von vielen Arbeitern gehört: Als ich meinen Job in der Fabrik verloren habe, hat niemand deswegen die Regierung lahmgelegt.

Sie haben den Freihandel angesprochen. Trump verhängt Zölle gegen China und riskiert damit eine Rezession. Ist das sinnvoll? 
Die Arbeiter hier finden das klasse. Da liegen die Demokraten wieder daneben. China hat uns seit Jahren über den Tisch gezogen. Jeder weiß das, aber keiner hat etwas unternommen. Er tut zumindest irgendwas. Vielleicht ist es die falsche Sache. Aber die Leute sehen: Jemand tut was und redet nicht nur. Wer durstig ist, trinkt auch schmutziges Wasser. Ich glaube, Trump macht die Demokraten bei der Auseinandersetzung mit China platt. Viele Leute hier haben ihre Jobs verloren, weil die Fabriken abgewandert sind. Wenn jemand deshalb mit Zöllen droht, ist das Musik in deren Ohren.

Das klingt, als sei die Wahl schon verloren? 
Ich habe noch eine Hoffnung: Die Menschen mögen nicht, wie viel Platz Trump in ihren Köpfen einnimmt. Egal was man tut, immer scheint er präsent zu sein. Diese Twitterei stößt den Leuten zunehmend negativ auf. Darauf zielt Joe Biden ab, wenn er verspricht, in diesem Land wieder etwas Normalität herzustellen. Die Leute wollen nicht permanent über die Beilage zum Essen reden. Sie wollen ein ordentliches Steak auf dem Teller.

Und was ist der Hauptgang bei dieser Wahl? 
Löhne, Renten, Gesundheitsvorsorge. Darüber müssen wir als Demokraten in den nächsten Monaten reden. Alles andere ist für die Leute hier nebensächlich.

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