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US-Präsident Donald Trump besuchte vor einem Jahr die von Hurrikan "Maria" verwüstete Insel Puerto Rico (Archivbild).

Hurrikan "Maria"

Trump zweifelt an Todeszahlen in Puerto Rico

US-Präsident Donald Trump glaubt nicht, dass bei Hurrikan "Maria" im vergangenen Jahr 3.000 Menschen in Puerto Rico gestorben sein sollen. Die Zahl solle nur seine Arbeit schlecht aussehen lassen.

US-Präsident Donald Trump zweifelt die Ergebnisse einer Studie an, die von bis zu 3000 Todesfällen in Folge des Hurrikan „Maria“ ausgeht, der im vergangenen Jahr über Puerto Rico gewütet hatte.

Die Regionalregierung des US-Außengebietes hatte die Zahl der Toten zunächst nur mit 64 angegeben. Die Studie wurde von Wissenschaftlern der George-Washington-Universität in Zusammenhang mit der Regierung von Puerto Rico angefertigt.

Die von der Regionalregierung des spanischsprachigen Gebietes in Auftrag gegebene Untersuchung hatte die Zahl der Toten über einen Zeitraum von sechs Monaten in Jahren ohne Hurrikan mit der Sterblichkeit in den sechs Monaten nach „Maria“ verglichen und war zu einer deutlich erhöhten Zahl gekommen. Allerdings wurde nicht die genaue Todesursache untersucht.

Donald Trump attackiert die Demokraten

3000 people did not die in the two hurricanes that hit Puerto Rico. When I left the Island, AFTER the storm had hit, they had anywhere from 6 to 18 deaths. As time went by it did not go up by much. Then, a long time later, they started to report really large numbers, like 3000...

— Donald J. Trump (@realDonaldTrump)

13. September 2018

Er habe Milliarden von US-Dollar locker gemacht, um Puerto Rico zu helfen, schrieb Trump am Donnerstag auf Twitter. „Wenn ein Mensch aus irgendeinem Grund stirbt, etwa an Altersschwäche, dann wird er einfach mit auf die Liste genommen“, schrieb Trump. Die oppositionellen Demokraten steckten hinter dieser Masche, um ihn schlecht aussehen zu lassen.

Tatsächlich hatte das finanziell stark angeschlagene Puerto Rico bereits vor der Ankunft des Sturmes große Probleme. Der Wiederaufbau ging dann im Vergleich zu US-Bundesstaaten wie Florida und Texas extrem langsam voran. Einige Gegenden sind auch zwölf Monate nachher noch immer ohne Strom und fließendes Wasser. Medizinisch dürfte es kaum exakt nachvollziehbar sein, wie viele Todesfälle tatsächlich auf diese Missstände zurückzuführen sind.

Hurrikan „Florence“ auf Kategorie 1 herabgestuft

Derzeit verdichten sich die Anzeichen, dass die USA von einer ähnlichen Katastrophe in der diesjährigen Hurrikan-Saison verschont bleibt. Das Nationale Hurrikan-Zentrum (NHC) stufte Hurrikan „Florence“ am späten Donnerstagabend (Ortszeit) auf die Stufe 1 der fünfstufigen Skala herab. Der Behörde zufolge bringt der Hurrikan dennoch weiterhin „sehr gefährliche Winde“ mit sich. Um 23.00 Uhr (Ortszeit, 05.00 Uhr MESZ) befand sich der Sturm rund 95 Kilometer von Wilmington in North Carolina entfernt. Laut NHC bringt der Hurrikan derzeit Windgeschwindigkeiten von 150 Stundenkilometern mit sich.

Der Hurrikan war zunächst als Sturm der Kategorie 4 eingestuft worden, wurde dann aber bereits am Mittwoch zwei Mal herabgestuft. Der Leiter der Katastrophenschutzbehörde (Fema), Brock Long, warnte die Bewohner der betroffenen Gebiete am Donnerstag dennoch, der Sturm müsse ernst genommen werden, unabhängig von der Kategorie. Den Meteorologen zufolge ist weiterhin mit Sturmfluten, heftigen Regenfällen und katastrophalen Springfluten zu rechnen.

Erste Ausläufer haben die US-Ostküste bereits erreicht. In den Bundesstaaten North und South Carolina brachte der Sturm am Donnerstag Wind und Regenfälle. Auf den North Carolina vorgelagerten Inseln Outer Banks sowie in einigen Küstenorten wurden kleinere Überschwemmungen gemeldet. Im gesamten Bundesstaat fiel in mehr als 110 000 Haushalten der Strom aus. (dpa/afp/FR)

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