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Konservativer Kommentator

„Alles geschieht in einem schwarzen Loch der Angst“: Trump-Verbündeter Sean Hannity dominiert Fox News

  • Tim Vincent Dicke
    vonTim Vincent Dicke
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Lange war die Webseite des US-Senders Fox News gemäßigter als das TV-Programm. Sean Hannity, ein Verbündeter Donald Trumps, erlangt jedoch mehr Einfluss.

  • Hinter den Kulissen des konservativen US-Nachrichtensenders Fox News scheint es zu rumoren.
  • Der rechte Kommentatorenflügel um Sean Hannity wird im Online-Bereich immer mächtiger. Die früher eher gemäßigte Homepage des Senders wird zu einer Propagandaschleuder für Donald Trump.
  • Nicht alle Mitarbeiter:innen wollen den Kurs mitgehen, es herrscht laut Insidern eine Atmosphäre der Angst.

New York – Gemeinsam mit Tucker Carlson ist Sean Hannity einer der lautesten, kontroversen und engsten Verbündeten Donald Trumps beim konservativen US-Nachrichtensender Fox News. Und sein Rang innerhalb des Medienunternehmens scheint weiter zu wachsen.

Sean Hannity (Fox News): Vertrauter von Donald Trump bekommt laut Insidern mehr Einfluss

Hannitys Einfluss weitet sich immer mehr auf den einst unabhängigen digitalen Nachrichtenbetrieb des Senders aus. Das berichtet die US-amerikanische Nachrichtenseite „The Daily Beast“ in Berufung auf Insider:innen. Der quotenstarke Moderator und Kommentator habe dies einem bisher kaum bekannten Produzenten namens Porter Berry zu verdanken.

Der rechtslastige Tenor der Fox-News-Fernsehsendungen schwappte in den letzten Jahren immer mehr auf die digitalen Produkte über. Laut „Daily Beast“ trägt Berry dafür eine große Mitverantwortung. 2018 sei er vom Fernsehen in den Digitalbereich gewechselt, seitdem habe sich viel verändert.

Offiziell betreut und überwacht Berry die Webseiten von Fox News und dem Wirtschafts-Ableger „Fox Business Network“. Mitarbeiter:innen bekräftigten gegenüber „Daily Beast“ jedoch, dass der Produzent weiterhin eine große Rolle in der Primetime-Show des Trump-Verbündeten Sean Hannity spiele. Als „Chefproduzent im Schatten“ gebe er weiterhin wichtige Ratschläge, zudem liefere er Ideen für das Programm.

Sean Hannity und Donald Trump bei einer „Make America Great Again“-Veranstaltung. Der Kommentator gilt als enger Verbündeter des US-Präsidenten.

Fox News: Sean Hannity und Trump-freundliche Kommentatoren haben Handlungsvollmacht

Wegen der engen Beziehung zwischen Berry und Hannity ist es laut Fox-Insidern dem rechten Meinungsflügel des Senders gelungen, den Inhalt der Webseite „FoxNews.com“ stark zu beeinflussen. Die extrem Trump-freundliche Seite um Sean Hannity, Tucker Carlson und Co habe mittlerweile eine Art Handlungsvollmacht.

„Viele Jahre lang gab es eine Trennung zwischen dem TV-Kanal und der Webseite, der Schwerpunkt im Digitalen lag hauptsächlich auf Nachrichten und einigen Meinungsartikeln, die beide Seiten eines Problems beleuchteten“, sagte ein Fox-Mitarbeiter gegenüber „The Daily Beast“. In letzter Zeit sei der Internetauftritt jedoch zunehmend zu einem Sprachrohr der rechtsgerichteten Kommentatoren des Fernsehsenders geworden. „Ihre spaltenden Kommentare stehen jetzt im Mittelpunkt der Homepage“, so der Insider.

Donald Trumps Lieblingssender: Bei Fox News herrscht ein Klima der Angst

Der Hannity-Vertraute Berry terrorisiere die Online-Kolleg:innen von Fox News mit Entlassungen, berichtet eine andere Person, die mit der Situation vertraut ist. Zudem teile er Mitarbeiter:innen mit Familien in Nachtschichten ein, um bewusst eine schlechte Stimmung zu erschaffen. „Alles geschieht in einem schwarzen Loch der Angst.“ Viele Personen hätten den Sender verlassen.

In seinem Buch „Hoax“ beschreibt der Medienjournalist des Senders CNN, Brian Stelter, die Verknüpfungen zwischen der Trump-Regierung und Fox News. Der Kanal sei eine „Propagandamaschine, wie sie die Vereinigten Staaten nie zuvor gesehen hatten“, schreibt Brian Stelter. Und eine Echokammer: Donald Trump bezog Ideen für seine Politik aus den Sendungen, die dann lobend über seine Politik berichten.

Stelter stellt Sean Hannity als einen der wichtigsten Ratgeber Trumps während seiner Präsidentschaft dar. Er soll Einfluss auf Personal- und Richtungsentscheidungen gehabt haben. Dabei ist Hannity nicht der Einzige im Ohr des Präsidenten: Einen geplanten Angriff auf den Iran, der zu einem Krieg hätte führen können, soll Donald Trump übereinstimmenden Berichten zufolge auch wegen Tucker Carlson abgesagt haben. Dieser hatte in seiner Sendung zuvor für Zurückhaltung geworben.

Richtungssreit bei Fox News: Trump-Propaganda oder echte Nachrichten?

Hinter den Kulissen von Fox News stehen sich zwei Lager gegenüber: Die Mitarbeiter:innen der Meinungsshows und die Nachrichten-Journalist:innen wie zum Beispiel Chris Wallace, der auch das erste TV-Duell zwischen Donald Trump und Joe Biden moderierte. Letztere waren Stelter zufolge während der Präsidentschaft zunehmend frustriert von der Schlagseite, die der Sender durch die Kommentatoren bekommen hatte.

Das Bündnis zwischen Fox News und Donald Trump begann bereits Jahre vor dem sensationellen Einzug des Unternehmers ins Weiße Haus. Schon 2011 rief er als fester Teil der Morning-Show „Fox and Friends“ immer montags durch. Als Kandidat für das Amt des Präsidenten bekam er nicht nur wohlwollende Berichte, sondern auch viele ungefilterte Interviews.

Fox News: Donald Trump bezeichnet Sean Hannity als „Freund“

Der Medienunternehmer Rupert Murdoch – dem auch eine Reihe weiterer Fox-Sender sowie die Zeitungen „Wall Street Journal“ und „New York Post“ gehören – soll ihn zwar persönlich nicht sonderlich gemocht haben, wie viele Beobachtende der Szene beschrieben. Doch er sah in Donald Trump die historische Chance, seine Macht bis ins Innerste des Weißen Hauses auszudehnen. Der Plan ging auf, Fox News wurde mehr als nur ein Nachrichtensender. Sean Hannity, Tucker Carlson und Laura Ingraham bezeichnet Trump als seine „Freunde“ – sie liefern Tag für Tag ein huldigendes Programm, das an Regierungspropaganda erinnert. (Tim Vincent Dicke mit dpa)

Rubriklistenbild: © Ethan Miller/AFP

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