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Um seinen damaligen Stabschef John Kelly auszutricksen griff Donald Trump für offizielle Telefonate gerne zum Handy seiner Gattin Melania.
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Um seinen damaligen Stabschef John Kelly auszutricksen, griff Donald Trump für offizielle Telefonate gerne zum Handy seiner Gattin Melania.

Neues Enthüllungsbuch

Donald Trump telefonierte mit Melanias Handy – damit der Stabschef nicht mithören kann

  • Sandra Kathe
    VonSandra Kathe
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Um seine Berater auszutricksen, griff Ex-Präsident Donald Trump gemäß der Berichte eines Wall Street Journal Reporters zu unkonventionellen Methoden.

Washington D.C. - Zu den zahlreichen Publikationen, die nach der Wahlniederlage des abgewählten US-Präsidenten Donald Trump über dessen Amtszeit erschienen sind, reiht sich seit dieser Woche auch ein Buch des Wall Street Journal-Reporters Michael Bender ein, der als Chefreporter im Weißen Haus für die Zeitung tätig ist. „Frankly, We Did Win This Election“ heißt das Buch, das auf Interviews mit hochrangigen Trump-Beschäftigten und zwei Gesprächen mit dem Ex-Präsidenten persönlich basiert. Der Titel bezieht sich auf eine Aussage Trumps, bei der er noch während der Stimmenauszählung nach der Präsidentschaftswahl im November 2020 seinen Wahlsieg ausrief.

Das Buch erzählt von Situationen aus dem letzten Jahr der Trump-Präsidentschaft, das aufgrund der Corona-Pandemie sowie lautstarken Black-Lives-Matter-Protesten nach der Ermordung von George Floyd ganz anders lief, als der Präsident sich seinen Wahlkampf zur Wiederwahl vorgestellt hatte. Das zeigen auch einige Entscheidungen Trumps, die Bender auf der Basis seiner Informationen schildert. So habe Trump versucht, das Militär gegen die Protestierenden einzusetzen und sei außer sich geraten, als an die Presse gedrungen sei, dass Trump und seine Familie sich zum Schutz vor Bürgerrechts-Protesten in Washington D.C. in einen Bunker des Regierungssitzes der USA zurückgezogen habe. Die Verantwortlichen für die Weitergabe der Information solle man wegen „Hochverrats“ anklagen, habe der Ex-Präsident gefordert.

Gegen alle Traditionen: Donald Trump führte offizielle Gespräche über Melanias Handy

Eine der kuriosesten Szenen beschreibt Bender, der sich vor allem auf die letzten Monate von Trumps Präsidentschaft bezieht, aber sogar aus der Anfangszeit der Ära Trump. So beschreibt das amerikanische Nachrichtenportal Rawstory auf Basis des neu erschienenen Buchs, wie Donald Trump regelmäßig offizielle Gespräche vom Mobiltelefon seiner Ehefrau Melania Trump geführt hätte, um zu verhindern, dass sein ehemaliger Stabschef John Kelly (im Amt vom 31.07.2017 bis 02.01.2019) seine Telefonate mithört.

Seit den 40er Jahren ist der so genannte „Chief of Staff“ (Stabschef) der ranghöchste Beschäftigte des Weißen Hauses - und hat somit eine ganze Menge im politischen Tagesgeschäft mitzureden. So haben Stabschefs auch das Recht, alle Telefonate des amtierenden Staatsoberhaupts mitzuhören, wenn sie denn über die offizielle Leitung ins Weiße Haus kommen. Das wusste der Ex-Präsident Benders Beschreibungen nach allerdings zu verhindern.

Präsident außer Kontrolle: Buch beschreibt Regierungssituation unter Donald Trump

Im Gegensatz zu seinen Amtsvorgängern sei es unter Trump üblich gewesen, dass es vergleichsweise einfach war, mit Ideen und Theorien zum Präsidenten zu kommen. Bender beschreibt, dass Beschäftigte des Weißen Hauses Trump regelmäßig unbelegte Breitbart-Ausdrucke vorgelegt hätten, um ihn damit zu manipulieren. Strategien, um den Zugang zum Präsidenten für solche Zwecke einzuschränken, seien häufig nicht lange erfolgreich geblieben.

Im Gespräch mit MSNBC-Journalist Chris Hayes sagte Bender, dass etliche seiner Gesprächspartner ihm gestanden hätten, dass sie sich während der Trump-Präsidentschaft ernsthafte Sorgen um die Sicherheit und Zukunft der USA gemacht hätten. Viele Entscheidungen Trumps, wie etwa der Auftrag für Kriegseinsätze ausgebildete Militärtruppen statt der eigentlich zuständigen Nationalgarde gegen größtenteils friedliche Bürgerrechtsproteste einzusetzen, seien nur durch das Eingreifen seiner Berater in letzter Sekunde verhindert oder abgeschwächt worden. (Sandra Kathe)

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