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Trump ließ geheime Dokumente umräumen – Mitarbeiter gab Hinweise

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Von: Kira Müller

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Donald Trump soll weitere geheime Regierungsdokumente mit in sein Anwesen Mar-a-Lago genommen haben. Ein damaliger Mitarbeiter hat Hinweise gegeben.

Mar-a-Lago – Auf der Suche nach weiteren geheimen Regierungsdokumenten hat einer seiner damaligen Mitarbeiter neue Hinweise gegeben. Nach Angaben der Washington Post habe Donald Trump demnach angeordnet, Kisten mit Dokumenten innerhalb des Anwesens in den Wohnbereich zu bringen. Das wurde durch das Filmmaterial einer Überwachungskamera bestätigt. Zuvor hatte der Ex-Präsident eine Vorladung für alle in Mar-a-Lago verbliebenen Geheim-Papiere erhalten.

Innerhalb des Ministeriums und des FBI war der Bericht des Zeugen ein streng gehütetes Geheimnis, da weiterhin Beweise gesammelt wurden. Die Behörden seien aber auch besorgt, dass der Zeuge von Trump-Anhänger:innen belästigt oder bedroht werden könnte, falls seine Identität öffentlich wird.

Annahme: Trump wollte Ermittlungen in Mar-a-Lago behindern

In einer am Dienstag (11. Oktober) beim Obersten Gericht eingereichten Akte schienen Anwälte des Justizministeriums auf Zeugenaussagen und das Videomaterial anzuspielen, als sie schrieben: „Das FBI hat Beweise dafür aufgedeckt, dass die Antwort auf die Vorladung der Grand Jury unvollständig war, dass weitere geheime Dokumente wahrscheinlich noch vorhanden waren, und, dass wahrscheinlich Anstrengungen unternommen wurden, um die Ermittlungen zu behindern.“

Donald Trump sieht sich als Opfer einer „Hexenjagd einer rassistischen Staatsanwältin“. Foto: JEFF SWENSEN / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / Getty Images via AFP.
Donald Trump, ehemaliger Präsident der USA, hat Geheimpapiere bei sich gebunkert. (Archivbild) © afp

Der Zeugenbericht und die damit zusammenhängenden Videoaufnahmen trugen dazu bei, dass das FBI und das Justizministerium eine gerichtlich genehmigte Durchsuchung von Trumps Wohnung, Büro und einem Lagerraum am 8. August veranlasste, so die US-Tageszeitung.

Streng geheime Dokumente und leere Ordner in Trumps Mar-a-Lago gefunden

Das FBI beschlagnahmte dort 103 als geheim gekennzeichnete Dokumente, einige mit höchster Geheimhaltungsstufe. Außerdem wurden auch einige Dutzend leere Ordner mit Geheimvermerk gefunden. Das warf die Frage auf, was mit den darin ursprünglich enthaltenen Papieren passierte. Das Versteck enthielt mindestens ein Dokument, das die militärische Verteidigung eines fremden Landes beschrieb, einschließlich seiner nuklearen Fähigkeiten.

Ob Trump angeklagt werden könnte, weil er die Unterlagen nach Beendigung seiner Amtszeit in seinem Privathaus aufbewahrte und sich damit strafbar gemacht haben könnte, ist derzeit noch nicht klar.

Hintergrund

Beamte des Nationalarchivs begannen 2021 mit der Suche nach Dokumenten, die möglicherweise in Trumps Besitz waren – zum Beispiel Briefe des nordkoreanischen Führers Kim Jong-un. Im Januar stimmte Trump nach langer Diskussion zu, 15 Kisten mit 184 geheimen Dokumenten zu übergeben.

Diese Entdeckung legte den Behörden nahe, dass Trump nicht alle geheimen Dokumente in seinem Besitz übergeben hatte. Im Mai erhielt das Trump-Team nochmals eine Aufforderung, Geheimdokumente zurückzugeben. Im Juni teilten Trumps Anwälte dem Justizministerium der Vereinigten Staaten mit, dass alle Regierungsmaterialien zurückgegeben worden seien.

Etwa zwei Monate später, am 8. August, führte das FBI einen Durchsuchungsbefehl, aufgrund der Zeugenaussage und des Videomaterials, in Mar-a-Lago durch, wo Tausende Regierungsdokumente gefunden wurden, die Trump beim Verlassen des Weißen Hauses hätte zurückgeben sollen. Das Trump-Team sagte zunächst, die Kisten in Mar-a-Lago seien nur Nachrichtenausschnitte.

Trump-Sprecher: Justizministerium „gibt Fake News weiter“

Trump-Sprecher Taylor Budowich lehnte es ab, der Washington Post detaillierte Fragen zu beantworten. In einer Erklärung sagte er: „Die Biden-Administration hat die Strafverfolgung bewaffnet und einen Dokumentenschwindel erfunden, in einem verzweifelten Versuch, die politische Macht zu behalten. Jedem anderen Präsidenten wurde Zeit und Respekt in Bezug auf die Verwaltung von Dokumenten eingeräumt, da der Präsident die ultimative Autorität hat, Aufzeichnungen zu kategorisieren und welche Materialien klassifiziert werden sollten.“

Außerdem beschuldigte Budowich das Justizministerium „ständiger Bemühungen, in den Fake News irreführende und falsche Informationen an parteiische Verbündete weiterzugeben“, und sagte, dies zu tun, sei „nichts anderes als gefährliche politische Einmischung und ungleiche Gerechtigkeit. Einfach gesagt, es ist unamerikanisch.“ Derweil ist bekannt geworden, dass Donald Trump vor Gericht aussagen muss – wieder einmal. Im Falle dieser Klage geht es aber nicht um Dokumente oder Gelder, sondern um einen Vergewaltigungsvorwurf. (Kira Müller)

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