1. Startseite
  2. Politik

Angeknackster Königsmacher: Verliert Donald Trump in der eigenen Partei den Rückhalt?

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Julius Fastnacht

Kommentare

Niederlagen bei den Primaries, weniger Spenden in der Kriegskasse: In seiner Partei ist Donald Trumps Nimbus angeknackst – das setzt ihn unter Zugzwang.

Washington – Die diesjährigen Vorwahlen der Republikaner stehen im Zeichen von Donald Trump. Bei den Midterms im November werden zahlreiche Sitze im Repräsentantenhaus und dem Senat vergeben, auch Gouverneurswahlen stehen an. Für Trump nicht weniger als ein Lackmustest – denn mit Blick auf eine mögliche zweite Präsidentschaftskandidatur will er seinen parteiinternen Status ausloten.

Wie die New York Times berichten, könnte der geringer sein, als immer noch angenommen. Befindet sich der Trumpsche Stern im Sinkflug? Nach dem Monat Mai ist sich das Blatt zumindest sicher: Seine unberührbare Aura hat einen Knacks erlitten.

Weil seine Unterstützung bei den Republikanern angeknackst ist, will Donald Trump laut Gerüchten möglichst schnell seine Präsidentschaftskampagne starten.
Weil seine Unterstützung bei den Republikanern angeknackst ist, will Donald Trump laut Gerüchten möglichst schnell seine Präsidentschaftskampagne starten. © Evan Vucci/dpa/AP

USA: Trumps Ruf als Königsmacher steht bei den Primaries auf dem Spiel

Reihenweise unterstützte Trump bei den GOP-Primaries Kandidaten, die Bilanz fällt gemischt aus. Dabei galt er einst als Königsmacher. Laut der Times verloren von Januar 2017 bis Mai 2022 bei den republikanischen Vorwahlen lediglich sechs Politiker, die den Präsidenten hinter sich wussten. Diese Zahl hat sich Ende dieses Monats mehr als verdoppelt.

Besonders schmerzhaft ist da der Sieg von Gouverneur Brian Kemp in Georgia, der den Trump-Kandidaten mit mehr als der Hälfte der Stimmen der Wählenden hinter sich ließ. Immer offener wird Kritik geäußert. Ein Kongressabgeordneter aus dem US-Bundesstaat Georgia sagte den New York Times mit Blick auf die Präsidentschaftswahl 2024: „Ich denke, ein Nicht-Trump mit einer organisierten Kampagne hätte eine Chance.“

Donald Trump: Online-Spenden sinken kontinuierlich

Wie Recherchen der New Yorker Zeitung außerdem ergeben, zieht Trump mittlerweile weniger Spenden an als in der Vergangenheit. Dem Blatt zufolge sinken die Summen, die Trump online erhält, bereits den siebten Monat in Folge.

Und die Opposition formiert sich. Rivalen wie Trumps eigener Vize-Präsident Mike Pence, zu dem die Beziehungen in Scherben liegen, besuchen Schlüssel-Staaten und starten Fundraising Kampagnen. Als verheißungsvoll gilt vor allem Ron DeSantis, Gouverneur von Florida. Er könne in den Augen vieler Konservativer den Trumpismus weitertragen – nur eben ohne den Hemmschuh Donald Trump selbst.

Mitch McConnell findet klare Worte: Will Donald Trump weiter eine Rolle bei den Republikanern spielen, muss er seine Verhaftung in der Vergangenheit abstellen.
Mitch McConnell findet klare Worte: Will Donald Trump weiter eine Rolle bei den Republikanern spielen, muss er seine Verhaftung in der Vergangenheit abstellen. © dpa/Senate Television/AP

New York Times: Vielleicht verkündet Trump im Sommer seine Kandidatur

Nach Informationen der New York Times sind die Sorgen bei Trump so groß geworden, dass er schon im Sommer seine Kandidatur für die Präsidentschaft erklären oder zumindest offen sondieren möchte. Berater sollen eigentlich den Midterms-Termin im November sinnvoller finden.

Die kommenden Monate werden zeigen, welchen Stellenwert Trump innerhalb der GOP weiter hat. Eine entscheidende Rolle dabei spielen könnte, ob Trump mit seiner Wahlniederlage 2020 abschließt. Senator Mitch McConnell, ein absolutes Partei-Schwergewicht, sagte dem Magazin Politico: „Die durchschlagende Botschaft der republikanischen Wähler in Georgia lautet: Quit talking about 2020.  Und mach die Wahlen im Herbst zu einer Frage der Zukunft und der Biden-Regierung.“ (juf)

Auch interessant

Kommentare