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Trump verlangt von Putin kompromittierende Informationen über Bidens Sohn

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Von: Sonja Thomaser

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Donald Trump spricht während einer Kundgebung auf dem Banks County Dragway am 26. März 2022 in Commerce, Georgia.
Donald Trump kämpft an der Heimatfront. © MEGAN VARNER/afp

Es ist das jüngste Beispiel für Trumps Bereitschaft, innenpolitische Hilfe von ausländischen Mächten zu erbitten – sogar von Putin.

Washington - Der ehemalige US-Präsident Donald Trump hat den russischen Präsidenten Wladimir Putin aufgefordert, angebliche kompromittierende Informationen über den Sohn seines Nachfolgers Joe Biden preiszugeben.

In einem Interviewauszug, der am Dienstag (29.03.2022) vom US-Sender Real America‘s Voice ausgestrahlt wurde, behauptete Trump, dass die Frau des ehemaligen Bürgermeisters von Moskau Hunter Biden 3,5 Millionen Dollar gegeben habe. Trump sagte: „Putin wird wohl die Antwort kennen. Er sollte sie herausgeben.“

Trumps Anliegen an Putin möglicherweise Hochverrat

Es ist das jüngste Beispiel für Trumps Bereitschaft, innenpolitische Hilfe von ausländischen Mächten zu erbitten und anzunehmen – sogar von Putin, der derzeit einen blutigen Krieg gegen die Ukraine führt. In dem Interview machte Trump unbewiesene Behauptungen über die Geschäfte von Hunter Biden in Russland geltend und forderte Putin auf, alle Informationen zu veröffentlichen, die er möglicherweise über die Situation hat. Es ist nicht klar, ob Material existiert oder ob der Kreml darauf Zugriff hat.

Der politische Analyst Charlie Skye unterstellt Trump sogar Hochverrat. Er schreibt: „Trump hat Putin erneut um Hilfe gebeten, um den amtierenden amerikanischen Präsidenten und damit auch dieses Land anzugreifen.“ Denn, so Skye, Trump formuliere seine Bitte an Putin ausdrücklich als Vergeltungsschlag nicht nur gegen Biden, „sondern gegen die Vereinigten Staaten selbst“.

Skye betont vor allem einen Schlüsselsatz, den Trump verwendete, wenn er erklärt, warum Putin ihm helfen könnte: „Solange Putin nicht gerade ein Fan unseres Landes ist …  wäre [er] jetzt wahrscheinlich bereit, diese Antwort zu geben.“ Der ehemalige US-Präsident will laut Skye demnach die feindliche Gesinnung Putins gegen die USA für seine Zwecke nutzen.

Trumps Behauptungen über Hunter Biden ohne Beweise

Trump behauptet schon lange ohne Beweise, dass Hunter Biden Geld von Elena Baturina, der Frau des verstorbenen Moskauer Bürgermeisters Juri Luschkow, erhalten habe. Biden bestreitet dies.

Bereits vor der US-Wahl 2020 hatte das Thema eine Rolle gespielt. Eine Untersuchung der Republikaner im Senat war seinerzeit zu dem Schluss gekommen, dass Baturina im Februar 2014 ein Beraterhonorar in Höhe von 3,5 Millionen US-Dollar auf das Bankkonto der Firma Rosemont Seneca Thornton überwiesen hat. In einem Bericht zu der Untersuchung hieß es, dass Hunter Biden 2013 die Investmentgesellschaft mitbegründet hatte.

Hunter Bidens Anwalt, George Mesires, hatte nach der Veröffentlichung gegenüber der Washington Post erklärt, dass sein Mandant weder Anteile an der Firma halte noch ein Mitbegründer von ihr war.

Trump hatte schon Selenskyj zur Preisgabe von Informationen aufgefordert

Das Repräsentantenhaus hatte 2019 ein Amtsenthebungsverfahren gegen Trump eingeleitet, weil er versucht hatte, den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zur Preisgabe angeblich kompromittierender Informationen über Hunter Biden zu bewegen.

Hunter Biden hatte für das ukrainische Gasunternehmen Burisma gearbeitet, als sein Vater Vizepräsident war. Trump hatte behauptet, dass Biden die Entlassung eines ukrainischen Staatsanwalts erwirkt habe, um Burisma vor Korruptionsklagen zu schützen. Das Amtsenthebungsverfahren gegen Trump scheiterte schließlich im Senat.

USA und Russland: Kontroversen wegen Ukraine-Krieg

Trumps Äußerungen kommen zu einem brisanten Zeitpunkt, da Biden den russischen Präsidenten wegen des Angriffs auf die Ukraine als „Kriegsverbrecher“ bezeichnet hatte. Kürzlich sagte Biden zudem, dass Putin wegen des Kriegs „nicht an der Macht bleiben kann“, was eine weitere Kontroverse zwischen den USA und Moskau auslöste. (sot mit afp)

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