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„Putins Stimme“ fassungslos über Donald Trump: „Was zur Hölle?“

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Von: Tim Vincent Dicke

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„Putins Stimme“ Wladimir Solowjow
„Putins Stimme“ Wladimir Solowjow kann nicht verstehen, dass es Trump bei der US-Wahl 2024 noch einmal wissen will. © Julia Davis/Russian Media Monitor (Screenshot)

Donald Trump tritt bei der US-Wahl 2024 wieder an. „Putins Stimme“ Solowjow zeigt in Russlands Staats-TV keinerlei Verständnis für die Entscheidung.

Moskau – Russlands Propaganda setzte lange Zeit große Hoffnungen in Donald Trump. Im Kreml sah man bereits von Jahren sein Potenzial, den Westen zu spalten und die USA zu polarisieren. Nun tritt der 45. US-Präsident wieder an: Allerdings steht die Kandidatur für die Präsidentschaftswahl 2024 unter einem denkbar schlechten Stern. Auch Figuren im russischen Staatsfernsehen können den Republikaner nicht verstehen.

Unter ihnen Wladimir Solowjow. Der russische Moderator ist eine der bekanntesten Persönlichkeiten des Staats-TV, kennt Kreml-Chef Wladimir Putin seit Jahren und gilt als enger Vertrauter des russischen Präsidenten. In einem Clip seiner Sendung, den die Daily Beast-Kolumnistin Julia Davis am Mittwoch (16. November) auf Twitter hochgeladen hat, bescheinigt Solowjow Trumps härtestem Konkurrenten Ron DeSantis deutlich bessere Chancen zu haben. Davis ist Expertin für Russlands Mediensystem, betreibt den Blog Russian Media Monitor, auf dem sie regelmäßig Ausschnitte aus dem russischen Fernsehen veröffentlicht und übersetzt.

Russlands Staats-TV über Trump 2024: „Große Freude“ für Biden

Es sei eine „große Freude“ für den amtierenden US-Präsidenten Joe Biden, dass es Donald Trump bei der nächsten US-Wahl wieder wissen will, sagt Solowjow in der Show. „Zunächst einmal: Warum tut Trump das? Wozu eigentlich? Es ist unmöglich, einen schlechteren Zeitpunkt dafür zu finden. Es bringt ihm absolut nichts“, drückt der 59-Jährige sein Unverständnis aus.

„Was zur Hölle soll das? (...) Die rote Welle ist nicht zustande gekommen“, erklärt der als „Putins Stimme“ bekannte TV-Mann. „Sie haben den Senat nicht erobert, die Mehrheit im Kongress ist nicht so groß, wie sie es gebraucht hätten. Innerhalb der Partei sieht DeSantis erfolgreicher aus.“

Mit der Analyse steht Solowjow bei Weitem nicht alleine da. Die Kandidat:innen, die Trump für die Midterms ins Rennen geschickt hatten, schnitten unerwartet schlecht ab – unter anderem bei den Senatswahlen in Georgia und Pennsylvania. In beiden Bundesstaaten hatte der Republikaner auf wenig erfahrene Kandidaten gesetzt, auf einen Ex-Footballstar sowie einen Fernseharzt. Der Sportler muss in eine vermeidbare Stichwahl, der Mediziner verlor gegen seinen demokratischen Gegner.

„Putins Stimme“ Solowjow verzweifelt an Trump-Kandidatur

Bei einigen Republikanern ist die Wut seitdem groß. „Trump hat uns die letzten drei Wahlen gekostet, und ich will nicht, dass das ein viertes Mal passiert“, sagte Larry Hogan dem Sender CNN am Sonntag (13. November). Der scheidende republikanische Gouverneur von Maryland legte im Anschluss noch einmal nach: „Ich habe es satt, zu verlieren – das ist alles, was er getan hat.“

Solowjow verzweifelt regelrecht an der Kandidatur von Trump. „Ist das ein Versuch, DeSantis dazwischenzufunken? Oder ein Geschenk für Biden?“, so der Moderator in dem Video.

Der Propagandist ist einer der größten Unterstützer von Putin und dem Krieg gegen die Ukraine. Erst kürzlich wies Solowjow die Kritik eigener Kämpfer zurück, die über den schlechten Zustand der militärischen Ausrüstung im Ukraine-Konflikt geklagt hatten. Wie beim Teleshopping pries er die russische Ausrüstung im Fernsehen an und sprach von dessen „exzellenter“ Qualität. Außerdem sollten sich die Rekruten nicht beschweren – „für all‘ das zahlt Moskau“, sagte er. (tvd)

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