+
Donald und Melania Trump beim Überraschungsbesuch auf der Al Asad Air Basa im Irak.

Besuch im Irak

Trump: USA können "nicht weiter Weltpolizist sein"

Überraschend besuchen Donald Trump und seine Frau Melania die Truppen im Irak. Vor Ort verteidigt der US-Präsident seine Entscheidung, den Syrien-Einsatz zu beenden.

US-Präsident Donald Trump hat bei seinem Truppenbesuch im Irak die Rolle der Weltpolizei für sein Land abgelehnt. Die Vereinigten Staaten „können nicht weiter der Weltpolizist sein“, sagte Trump am Mittwoch auf dem Luftwaffenstützpunkt Al-Asad in der westirakischen Provinz Anbar. Seine Pläne für einen vollständigen US-Abzug aus Syrien verteidigte er damit, dass dem Einsatz mittlerweile "genug Zeit" gegeben worden sei.

„Wir möchten nicht mehr von Ländern ausgenutzt werden, die uns und unser unglaubliches Militär nutzen, um sich zu schützen. Sie zahlen nicht dafür!“, betonte der Präsident vor mitreisenden Journalisten. Es sei nicht fair, wenn allein die Vereinigten Staaten diese Last trügen.

Mit Blick auf die zahlreichen US-Militäreinsätze in der Welt sagte Trump: „Wir sind auf der ganzen Welt verteilt. Wir sind in Ländern, von denen die meisten Menschen noch nicht einmal gehört haben. Ehrlich gesagt, es ist lächerlich.“

Trump war am Mittwochabend mit seiner Frau Melania auf dem Luftwaffenstützpunkt Al-Asad gelandet. Dort traf der Präsident US-Soldaten und Führungspersonal der Armee. Trumps Sprecherin Sarah Sanders hatte den vorab nicht öffentlich angekündigten Besuch auf Twitter verkündet. Der Präsident und die First Lady seien in den Irak geflogen, um den US-Soldaten vor Ort „für ihr Engagement, ihren Erfolg und ihr Opfer zu danken und um ihnen Frohe Weihnachten zu wünschen“, schrieb Sanders und fügte ein Foto bei, das Trump und seine Frau gemeinsam mit jungen Soldaten zeigt.

President Trump and the First Lady traveled to Iraq late on Christmas night to visit with our troops and Senior Military leadership to thank them for their service, their success, and their sacrifice and to wish them a Merry Christmas. pic.twitter.com/s2hntnRwpw

— Sarah Sanders (@PressSec)

26. Dezember 2018

In den vergangenen Monaten war der Druck auf Trump gestiegen, Truppen im Kampfgebiet einen Besuch abzustatten. Aus Sicherheitsgründen werden solche Trips nie vorher öffentlich angekündigt. Details zum genauen Zeitpunkt seiner Ankunft und zur Dauer seiner Visite waren zunächst nicht bekannt.

Turbulenter Zeitpunkt für Trump-Besuch im Kriegsgebiet

Trumps Besuch fällt in eine Zeit größtmöglicher Turbulenzen im US-Verteidigungsministerium. Der Pentagon-Chef James Mattis hatte vor wenigen Tagen seinen Rücktritt angekündigt - wegen grundlegender inhaltlicher Meinungsverschiedenheiten mit Trump. Der Präsident hatte kurz zuvor verkündet, alle US-Soldaten aus Syrien abzuziehen. Er begründete diesen Schritt damit, dass die Terrororganisation IS komplett besiegt sei. Die Entscheidung sorgte national wie international für einen Aufschrei. Experten halten den IS keineswegs für besiegt und einen Abzug für fatal.

.@FLOTUS Melania and I were honored to visit our incredible troops at Al Asad Air Base in Iraq. GOD BLESS THE U.S.A.! pic.twitter.com/rDlhITDvm1

— Donald J. Trump (@realDonaldTrump)

26. Dezember 2018

Auch in Afghanistan will Trump die Truppenstärke stark reduzieren - Medienberichten zufolge will er die Hälfte der Soldaten dort abziehen. Diese Entscheidung stieß ebenfalls auf viel Kritik. Trump entschied sich mit dem Irak nun für einen Truppenbesuch in einem anderen Krisengebiet.

Seine Visite fällt auch in eine Phase anderer innenpolitischer Turbulenzen. Wegen eines erbitterten Streits mit den oppositionellen Demokraten über den Haushalt und die Grenzsicherung zu Mexiko stehen seit Tagen die Regierungsgeschäfte in den USA teilweise still. (afp/dpa)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion