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Donald Trump gegen Joe Biden: Die wichtigsten Momente des TV-Duells im Überblick

  • vonMirko Schmid
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Das letzte TV-Duell zwischen Donald Trump und Joe Biden vor der US-Wahl verlief weniger chaotisch als das erste. Die wichtigsten Themen im Überblick.

  • Donald Trump und Joe Biden treffen im letzten TV-Duell vor der US-Wahl am 3. November aufeinander.
  • Beide Kandidaten für die Präsidentschaftswahl präsentieren sich weitaus souveräner als im ersten TV-Duell.
  • Alle Infos zum aktuellen Präsidenten der USA finden Sie in den Trump News.

+++ 08:53 Uhr: Beide Kandidaten haben ihre beste Leistung im bisherigen Wahlkampf gebracht, darin sind sich die Analysten in den US-Medien einig. Donald Trump habe es geschafft, für seine Verhältnisse fast schon präsidial zu wirken, seinen Herausforderer die meiste Zeit ausreden zu lassen und sich auffällig zurückzuhalten, was ihm vor allem aus weiblichen Wählergruppen ein paar Stimmen bringen könnte.

Joe Biden seinerseits habe sämtliche Angriffe auf seine lange Politikkarriere und seinen Sohn Hunter Biden stark abgewehrt und sich als Staatsmann präsentiert, dem die Sorgen der Menschen im Land wichtig sind. Trump rückte er in die Nähe von Autokraten wie Wladimir Putin und Kim Jong Un, während er sich als starken Mann gegenüber Staaten zeigte, die versuchten, sich in die US-Wahl einzumischen, sei es China, Iran oder Russland. Diese würden ihren Preis zahlen.

Donald Trump oder Joe Biden: Kristen Welker ist die Siegerin des TV-Duells

Als Gewinnerin des Abends kann sich Kristen Welker fühlen. Die Moderatorin der Debatte hatte beide Kandidaten auffällig gut im Griff, leitete die Debatte ruhig, souverän, die meiste Zeit unauffällig und an den richtigen Stellen mit der gebotenen Strenge. Ihre pointierten Fragen brachten sowohl Donald Trump als auch Joe Biden ein ums andere Mal in Erklärungsnot. Peter Baker, Chefkorrespondent der New York Times, wollte jedoch gegenüber dem Moderator der Chaosdebatte vom 29. September, Chris Wallace, Fairness walten lassen: Trump sei weniger aggressiv gewesen und habe Welker nicht zu überrollen versucht, wie er es mit Wallace getan hatte.

Die wichtigsten Momente des TV-Duells im Überblick:

  • Gleich zu Anfang ging Joe Biden Donald Trump hart wegen dessen Management der Corona-Pandemie in den USA an. Gerade in den ersten Wochen habe Trump versagt. Besonders eindrucksvoll war der Moment, in dem Biden seine Maske in die Kamera hielt, direkt in die Kamera schaute und erklärte, wie viele Leben hätten gerettet werden können, hätte die Trump-Administration entschlossen gehandelt.
  • Als Donald Trump versuchte, die Geschichte der vermeintlich brisanten Daten gegen Joe Biden zu nutzen, die auf dem Laptop seine Sohnes Hunters gefunden worden, nutzte Biden den Angriff für einen starken Konter: Rudy Giuliani, der persönliche Anwalt von Donald Trump, der im Verdacht steht, Beweise gefälscht haben zu lassen, sei eine Marionette Russlands. Trump: „Noch ein Russland, Russland, Russland Hoax?“ Im Wahlkampf gehe es nicht um seine Familie oder die von Donald Trump, fuhr Biden fort. An die Bevölkerung gerichtet sagte er: „Es geht um Ihre Familie.
  • Donald Trump wirkte häufig wie ein Herausforderer, nicht wie der Amtsinhaber. Sichtlich entnervt war Joe Biden, als Trump ihn zum wiederholten Male fragte: „Warum hast du das nicht gemacht, als du mit Obama regiert hast? Das ist gerade einmal vier Jahre her.“ Joe Biden hatte gerade angekündigt, Gesetze wegen Drogendelikten zu entschärfen, die vor allem schwarzen Amerikanern zusetzen und für die Biden vor vielen Jahren selbst im Senat gestimmt hatte, was der ehemalige Vizepräsident während der Debatte als Fehler bezeichnete.
  • Donald Trump und die schwarze Bevölkerungsgruppe in den USA - wenn es nach dem Präsidenten geht, handelt es sich um eine Liebesbeziehung. Nachdem Joe Biden ihm vorgeworfen hat, Black Live Matter als „Hassbewegung“ bezeichnet zu haben, behauptet Trump, kein Präsident habe jemals so viel für Schwarze getan wie er - mit Ausnahme von Abraham Lincoln. Außerdem, auch wenn er nicht so genau sehe, wer alles im Raum ist - es sei schließlich dunkel - sei Trump sich sicher, dass er der „am wenigsten rassistische“ Mensch im Raum sei. Während ihm eine schwarze Moderatorin gegenübersaß.
  • Zum Klimawandel fiel Donald Trump ein, dass die USA „das klarste Wasser, die reinste Luft, so wenig CO2 wie noch nie“ hätten. Joe Biden, der versprach, die USA nach einer Übergangszeit emissionsfrei wirtschaften lassen und dabei Millionen Jobs schaffen zu wollen, abfällig über Trump: „Der denkt, dass Windkraft Krebs verursacht.“ Trumps Konter: „Ich weiß mehr über Wind als du.“
  • Der emotionalste Moment der Debatte war erreicht, als Moderatorin Kristen Welker die Kandidaten auf die 545 Kinder ansprach, die an der Grenze zu Mexiko von ihren Eltern getrennt wurden. Und deren Eltern seither nicht auffindbar sind. Während Donald Trump den Umstand nutzte, um über Mörder, Vergewaltiger und „böse Menschen“ herzuziehen, die illegal über die Grenze wollten, schlug Joe Biden mit bebender Stimme zurück und konfrontierte Trump mit rassistischen Aussagen vergangener Tage und Jahre. Dabei wirkte er glaubwürdig und empathisch, während Trump im US-Fernsehen anschließend als kaltherzig und unmenschlich bezeichnet wurde.
  • In den Abschlussstatements, in denen Donald Trump und Joe Biden erklären sollten, was sie im Falle ihrer Wahl denjenigen sagen würden, die sie nicht gewählt hätten, verfehlte Donald Trump das Thema und griff Joe Biden und dessen angebliche Steuerpläne an. Biden hingegen nahm den Faden auf und präsentierte sich als einender Staatsmann, der das tief gespaltene Land wieder zusammenbringen und Wunden heilen möchte.

Das TV-Duell im Live-Ticker: Umfragen sehen Joe Biden als Sieger gegen Donald Trump

+++ 06:39 Uhr: Trip Gabriel, nationaler Korrespondent der New York Times, findet, dass Donald Trump einen guten Auftritt hatte - ob es nun an der erzwungenen Disziplin durch den Stummschalter oder an der Selbstdisziplin des Präsidenten lag. Es sei endlich um politische Inhalte gegangen, auch wenn Trump gerade im Bezug auf die Corona-Pandemie mit Ablenkungen und Verzerrungen gearbeitet habe. Joe Biden hingegen habe seine Chance genutzt, die US-Bevölkerung dazu einzuladen, einen Präsident zu wählen, der das tief gespaltene Land einen und Verletzungen heilen könne.

+++ 05:59 Uhr: Der Nachrichtensender CNN veröffentlicht seine erste Blitzumfrage zum TV-Duell. 53 Prozent der Befragten, von denen sich zu jeweils rund ein Drittel als demokratisch, republikanisch und unabhängig bezeichnet, sehen Joe Biden als Sieger der Debatte, nur 39 Prozent Donald Trump. Allerdings hat der Präsident im Vergleich zum vorangegangenem TV-Duell ein Stück aufgeholt. Nach dem ersten Duell sahen 60 Prozent Biden als Sieger, 28 Prozent den amtierenden Präsidenten.

+++ 05:21 Uhr: Erste Umfragen sehen Joe Biden deutlich als Sieger des zweiten und letzten TV-Duells gegen Donald Trump. Die Analyse des Nachrichtensenders CNN geht in eine klare Richtung. Faktenchecker Daniel Dale stellt fest, dass Biden ein paar Fehler gemacht hat. Donald Trump hingegen habe gelogen, wie vielleicht nie zuvor. Als Faktenchecker seien Trumps Einlassungen wie ein Ausflug in eine Schokoladenfabrik: Man wisse gar nicht, was man sich zuerst aussuchen solle.

+++ 04:47 Uhr: Während Joe Biden und seine Ehefrau Jill umgehend Masken anlegen, verlässt Donald Trump die Bühne ohne Maske.

Nach dem TV-Duell umarmt Joe Biden seine Frau Jill, beide tragen Masken. Melania Trump auch. Donald Trump nicht.

TV Duell: Donald Trump greift Joe Biden an, Biden richtet Appell der Einigkeit an die Bevölkerung der USA

+++ 04:45 Uhr: Abschließend werden beide Kandidaten gefragt, was sie in ihrer Antrittsrede Wählern gegenüber sagen würden, die sie nicht gewählt hätten. Donald Trump sagt: „Wir werden ein total erfolgreiches Land schaffen, wie es war, bevor die Pest aus China kam. Wir werden es wieder aufbauen und Rekordzahlen machen.“ Dann zählt er seine wirtschaftlichen Erfolge auf, die vor der Corona-Pandemie für Schwarze, Latinos, Asiaten und Frauen erzielt habe. Erfolg werde das Land wieder zusammenbringen, so Trump. Der Präsident antwortet inzwischen nicht mehr auf Welkers Frage und greift Joe Biden an: Er wolle Steuern kürzen, Biden wolle sie erhöhen. Mit Biden werde es eine wirtschaftliche Depression geben, wie sie die USA „noch nie gesehen“ hätten.

Joe Biden wendet sich an die Bevölkerung: „Ich werde sagen: Ich bin ein amerikanischer Präsident. Ich repräsentiere euch alle, egal ob ihr mich gewählt habt oder nicht. Ich werde sicherstellen, dass ihr gehört werdet. Ich werde euch Hoffnung geben, wir werden Wissenschaft über Fiktion stellen. Wir werden Hoffnung der Angst vorziehen.“ In diesem Moment schüttelt Donald Trump den Kopf.

Joe Biden im TV-Duell mit Donald Trump: Anstand, Ehre, Respekt und Würde wiederherstellen

Biden fährt fort: „Wir werden uns entscheiden, nach vorne zu schauen. Wir haben so große Möglichkeiten.“ Biden konkretisiert: „Wir werden die Wirtschaft aufrichten, wir werden den strukturellen Rassismus angehen und Millionen von Jobs mit sauberer Energie schaffen. Worum es geht, das ist der Charakter dieser Nation. Es geht um Anstand, Ehre, Respekt. Darum, Menschen mit Würde zu behandeln. Sicherzustellen, dass jeder dieselben Chancen hat. Ich werde sicherstellen, dass ihr diese Chancen habt. Ihr hattet sie nicht in den letzten vier Jahren.“ Donald Trump grinst, Welker beendet die Debatte.

Joe Biden im TV-Duell über Donald Trump: „Er denkt, dass Windkraft Krebs erzeugt“

+++ 04:31 Uhr: Der nächste Themenblock behandelt den Klimawandel. Welker will wissen, wie die Kandidaten gedenken, den Klimawandel einzudämmen und trotzdem die Wirtschaft voranzubringen. Donald Trump lobt die eigene Regierung: „Wir haben das klarste Wasser, die reinste Luft, so wenig CO2 wie noch nie.“ Joe Biden nennt den Klimawandel die größte Bedrohung für die Menschheit in der Zukunft. Es sei Zeit zu handeln. Sein Plan würde eine signifikante Zahl an neuen Arbeitsplätzen schaffen, „Millionen von Jobs“ und gleichzeitig das Klima schützen: „Das ist Wirtschaft, nicht Klima.“

Donald Trump denke, dass Windkraft Krebs erzeuge, sagt Joe Biden. Trump kontert: „Ich weiß mehr über Wind als du.“ Biden wolle die Wirtschaft zerstören. Dieses Argument geht laut Trip Gabriel von der New York Times auf Trumps Kampf zurück, Offshore-Windkraftanlagen in der Nähe seines schottischen Golfplatzes zu stoppen. Er verlor den Kampf und die Windkraftanlagen wurden gebaut. Der Demokrat Biden betont, dass es weiter herkömmliche Energiequellen wie Öl und Erdgas brauche, bis eine emissionsfreie Energiewirtschaft umgesetzt sei.

Donald Trump im TV-Duell mit Joe Biden: „Ich bin die am wenigsten rassistische Person im Raum“

+++ 04:20 Uhr: Donald Trump lässt seine Verachtung gegenüber Joe Biden und Barack Obama durchblicken: „Gäbe es euch nicht, wäre ich nie angetreten. Ich bin wegen euch angetreten!“ Joe Biden in die Kamera: „Sie kennen mich. Sie kennen ihn. Sie keinen meinen Charakter. Bei dieser Wahl steht der Charakter zu Wahl.“

Welker nimmt Donald Trump in die Mangel. Er habe Black Lives Matters eine „Bewegung des Hasses“ genannt. Er habe Videos geteilt, in denen seine Anhänger „White Power“ skandieren. Trump antwortet, dass er Anhänger der Black Lives Matter Bewegung gehört habe, wie sie Polizisten „Schweine“ nennen. Er sei die „am wenigsten rassistische Person hier im Raum“.

Donald Trump behauptet im TV Duell mit Joe Biden: „Kein Präsident hat je mehr für Schwarze getan als ich“

+++ 04:16 Uhr: Welker leitet direkt über zum Thema Rassismus in den USA und fordert Biden auf zu Familien zu sprechen, die Angst davor haben, dass ihre Kinder Opfer von Gewalt werden, nur weil sie die falsche Hautfarbe haben. Biden spricht davon, dass er einen klaren Plan habe, diese Familien zu unterstützen und sie davor zu schützen, Gewalt ausgesetzt zu sein. Donald Trump spricht die vielen Jahrzehnte („47 Jahre“) an, die Joe Biden bereits politisch aktiv sei.

Nie habe er etwas für die schwarze Bevölkerung getan. „Kein Präsident hat je mehr für die schwarze Bevölkerung der USA getan als Donald Trump“, sagt Donald Trump und zählt Gesetze auf, die er umgesetzt hat, um die Lebensbedingungen schwarzer US-Amerikaner zu verbessern. Joe Biden weist ihn darauf hin, dass er Gesetze umsetzt, die unter ihm und Barack Obama beschlossen wurden.

Im TV-Duell zwischen Joe Biden und Donald Trump geht es um Einwanderung

+++ 04:11 Uhr: Kristen Welker holt jetzt Zeit auf, die anfangs der Debatte verloren wurde. Nachdem sie das Thema Wirtschaft erstaunlich schnell abgeschlossen hat, geht es jetzt um Einwanderung. Sie spricht Donald Trump auf die 545 Kinder an, die an der Grenze von ihren Eltern getrennt wurden, welche nicht mehr aufzufinden sind. Trump schimpft auf die chaotischen Zustände, die Schlepper verursachten und betont, dass man auch legal einwandern könne. Es würden schließlich Mörder, Vergewaltiger und „schlechte Menschen“ kommen. Abgeschobene Einwanderer, die nach zwei Jahren zurückkämen, um eine legale Einreise zu beantragen, hätten den „niedrigsten IQ“.

+++ 04:07 Uhr: Beinahe fließend leitet Kristen Welker in den Themenkomplex Wirtschaft über. Donald Trump wirft Joe Biden vor, er würde das Geld von amerikanischen Bürgern „in die Taschen von illegalen Einwanderern stecken.“ Joe Biden wehrt sich dagegen, die Bevölkerung spalten zu lassen: „Es geht um kleine Geschäfte, um Schulen, um Feuerwehrleute. Wir sind nicht die roten Staaten von Amerika. Wir sind nicht die blauen Staaten von Amerika. Wir sind Amerika. Die Vereinigten Staaten von Amerika.“ Mit dieser Punchline zitiert Joe Biden Barack Obama, der die Spaltung zwischen republikanisch (rot) und des demokratisch (blau) gesinnten US-Amerikaner:innen abbauen wollte.

TV-Duell gegen Donald Trump: Joe Biden verkündet „Biden Care“

+++ 03:55 Uhr: Jetzt geht es um „Obama Care“, die für alle erschwingliche Krankenversicherung, die Barack Obama und sein Vizepräsident Joe Biden eingeführt hatten. Donald Trump erklärt erneut, Obama Care abschaffen zu wollen und durch eine „bessere Krankenversicherung“ ersetzen zu wollen. Joe Biden kündigt an, „Biden Care“ auf „Obama Care“ folgen zu lassen. Sein Team war darauf offensichtlich vorbereitet, nahezu zeitglich veröffentlicht das Team Biden die Eckpunkte von „Biden Care“ per Twitter.

Joe Biden möchte wohlhabenden Amerikanern einräumen, sich unabhängig von Obama Care zu versichern und garantiert, dass niemand aus der Krankenversicherung fallen wird, weil er es sich nicht leisten kann: „Jeder muss das Recht auf eine erschwingliche Krankenversicherung haben.“ Donald Trump behauptet, dass Biden die Krankenversicherung „sozialisieren“ wolle.

TV-Duell: Donald Trump und Joe Biden streiten über Nordkorea, Russland und China

+++ 03:48 Uhr: Donald Trump sagt, dass die USA ein gutes Verhältnis zu Nordkorea hätten. Joe Biden: „Wir hatten auch ein gutes Verhältnis zu Hitler, bevor er in Europa eingefallen ist“.

+++ 03:46 Uhr: Jetzt geht es darum, dass der Iran und Russland beschuldigt werden, die Wahl zu beeinflussen. Joe Biden ist in seinem Eingangsstatement klar und deutlich: „Jede Nation, die in die Integrität unserer Wahl eingreift, wird den Preis dafür bezahlen, wenn ich gewählt werde.“ Biden stellt Donald Trump in die Nähe des russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Donald Trump versucht den Spieß rumzudrehen und behauptet, dass Biden selbst Millionen von Dollar aus dem Umfeld von Putin erhalten habe. Er streitet jede Beziehung zu Putin vor der Wahl 2016 ab. Joe Biden: „Ich habe niemals auch nur einen Penny aus einer ausländischen Quelle angenommen aus dem Ausland. Nicht aus einem einzigen Land. Niemals.“

Joe Biden direkt an die Bevölkerung: „Es geht um Ihre Familie. Donald Trump schert sich nicht um ihre Familie.“

Donald Trump behauptet gegenüber Joe Biden: „Ich habe nie Geld aus China genommen, du schon. Ich habe nie Geld aus der Ukraine genommen, du schon. Ich habe nie Geld aus Russland genommen, du schon. Ich wurde im Wahlkampf ausspioniert. Kein Präsident sollte je durchmachen müssen, was ich durchgemacht habe.“

Donald Trump versucht erneut, unbelegte Anschuldigungen gegen Hunter Biden, den Sohn von Joe Biden zu ventilieren. Biden streitet die Vorwürfe entschieden ab und wendet sich direkt die Bevölkerung: „Es geht nicht um meine Familie, es geht nicht um seine. Es geht um Ihre. Er schert sich nicht um ihre Familie.“

Joe Biden im TV-Duell über Donald Trumps Corona-Management: „Es ist seine Unfähigkeit“

+++ 03:21 Uhr: Donald Trump beschuldigt erneut China, schuld an der Corona-Pandemie zu sein und kündigt einen Impfstoff an, der in den nächsten Wochen erhältlich sein soll. Darüber hinaus lobt er seine schnelle Heilung nach seiner eigenen Erkrankung und nennt sich immun. Joe Biden kontert damit, dass jeder verantwortlich für die Lage ist, der nicht handeln wollte und das ein solcher nicht geeignet sei, Präsident der USA zu sein.

Joe Biden klagt Donald Trump im TV-Duell an: Mit der Maskenpflicht hätten hunderttausende Leben gerettet werden können

Joe Biden hält seine Maske in die Kamera und sagt, dass die Maske hunderttausend Leben hätte retten können, hätten sie alle von Anfang an getragen. Er betont: „Ich werde mich darum kümmern, ich werde es beenden, ich werde dafür sorgen, dass wir einen Plan haben.“ Peter Baker, Chefkorrespondent der New York Times im Weißen Haus, sieht einen Unterschied zur letzten Debatte: „Donald Trump klingt ruhig und gemessen im Vergleich zum letzten Mal. Sollte interessant sein zu sehen, ob er so weitermacht.“

Präsident Donald Trump sagt, dass sich 99 Prozent aller mit Corona infizierten US-Bürger „erholt“ hätten: „Wir müssen uns erholen. Wir lernen damit zu leben, wir haben keine Wahl.“ Joe Biden erwidert: „Der Präsident denkt, dass wir das Virus unter Kontrolle haben. So werden wir hunderttausende weitere Leben verlieren. Es ist seine Unfähigkeit.“

Übrigens: Die Plexiglaswände, die zwischen Donald Trump und Joe Biden hätten stehen sollen, und am Vormittag noch aufgebaut waren, sind verschwunden.

+++ 03:07 Uhr: Die Duellenten haben mit einigen Minuten Verspätung die Bühne betreten, das TV-Duell beginnt. Donald Trump und Joe Biden haben auf einen Handschlag zur Begrüßung verzichtet. Allerdings handelt es sich dabei nicht um ein Zeichen der Abneigung, sondern um ein im Vorfeld abgesprochenes Verhalten im Zuge der Corona-Pandemie.

Moderatorin Kristen Welker eröffnet das Duell mit dem Themenblock Corona. Donald Trump darf zuerst sprechen, solange ist das Mikrofon von Joe Biden für zwei Minuten stummgeschaltet - diese neue Regel wurde im Vorfeld eingeführt, um einen chaotischen Verlauf, wie er sich beim ersten TV-Duell zwischen Trump und Biden zugetragen hatte, zu verhindern.

Die TV-Debatte zwischen Präsident Donald Trump und Joe Biden hat begonnen.

+++ 02:29 Uhr: Eine gute halbe Stunde vor Beginn des finalen TV-Duells zwischen Donald Trump und Joe Biden konzentriert sich die Vorberichterstattung des Nachrichtensenders CNN auf den klaren Rückstand des Präsidenten hinter seinem demokratischen Herausforderer in den Vorwahlumfragen. Im Schnitt liegt Trump mit 42 Prozent landesweit zehn Prozentpunkte hinter Biden, den 52 Prozent der Befragten wählen wollen.

Das letzte Mal, das ein Kandidat einen zweistelligen Rückstand nach dem letzten TV-Duell aufholen konnte, war 1980, als Ronald Reagan - auch durch einen überzeugenden Auftritt bei der letzten Debatte - ebenjene zehn Prozent auf den amtierenden Präsidenten Jimmy Carter aufholte. Seither ist es keinem Kandidaten mehr gelungen, nach der letzten Runde des TV-Duells zehn Prozent oder mehr zuzulegen und das Rennen wie Reagan zu drehen. Die Analysten sind sich einig: Es bräuchte ein kleines Wunder für Donald Trump, will er sich gegen Joe Biden durchsetzen und auch für die nächsten vier Jahre Präsident der USA sein.

Trump-Fan und Popstar Kid Rock wird im Publikum des TV-Duells dazu aufgefordert, die Maske fachgerecht anzulegen. Zunächst hatte er sie abgenommen.

Update, 23:10 Uhr: Gleich mehrere pikante Geschichten der vergangenen Tage könnten beim TV-Duell zwischen Donald Trump und Joe Biden zur Sprache kommen: Zum einen die Nachrichten um Rudy Giuliani. Donald Trumps Anwalt war kurz nach der Affäre um Hunter Bidens E-Mails und eines entwendeten Laptops erneut in die Schlagzeilen geraten. Diesmal im Zusammenhang mit Ausschnitten aus „Borat“, der neue Film von Sacha Baron Cohen.

Zum anderen Donald Trump und sein Krieg gegen die Medien. Der US-Präsident hat selbst wenige Stunden vor dem TV-Duell für einen Eklat gesorgt. Trump teilte einen Video-Mitschnitt eines Interviews in der CBS-Sendung „60 Minutes“ noch vor dessen Ausstrahlung auf seiner Facebook-Seite.

Donald Trump gegen Joe Biden: Alle Infos zum TV-Duell vor der US-Wahl

Erstmeldung von 20:45 Uhr: USA - Das zweite und letzte TV-Duell zwischen US-Präsident Donald Trump und seinem Herausforderer Joe Biden vor der US-Wahl am 3. November 2020 steht kurz bevor. In der Nacht von Donnerstag (22.10.2020) auf Freitag treten die Duellanten um 3 Uhr (MEZ) vor Moderatorin Kristen Welker, Korrespondentin des TV-Senders NBC News im Weißen Haus und Co- Moderatorin von „Weekend Today“, um für sich zu werben. Im Vergleich zur chaotisch verlaufenen ersten Debatte wird es einige Änderungen geben.

TV-Duell Donald Trump gegen Joe Biden: Plexiglasscheiben sollen vor Corona schützen, ein Stummschalter vor Unterbrechungen

TV-Duell Donald Trump gegen Joe Biden: Maskenpflicht und Plexiglas

Die erste Änderung betrifft die Sicherheitsmaßnahmen infolge der Corona-Pandemie. Alle Gäste sind nun verpflichtet, Masken zu tragen. Beim ersten Duell war vor allem die Entourage von Donald Trump dadurch aufgefallen, zum Großteil keinen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Sollten diesmal wieder Zuschauer:innen ihre Masken während der Debatte abnehmen, ist Moderatorin Welker berechtigt, die Personen zum Verlassen des Saals in der Belmont University in Nashville aufzufordern.

Auch neu sind Plexiglasscheiben zwischen den Duellanten Donald Trump und Joe Biden, die bereits zum TV-Duell der Vizepräsidentschaftskandidaten Mike Pence (Republikaner) und Kamala Harris (Demokraten) eingeführt worden waren.

OrtBelmont University in Nashville
Zeit9:00-10:30 Uhr ET / 3:00-4:30 MEZ
SenderIn Deutschland überträgt u.a. das ZDF live
ModerationKristen Welker, NBC News

Die Moderatorin des TV-Duells kann Donald Trump und Joe Biden jetzt per Knopfdruck stummschalten

Die zweite Änderung ist noch signifikanter. Nachdem Donald Trump und Joe Biden sich während des als chaotisch angesehenen ersten TV-Duells immer wieder ins Wort gefallen waren, hat Moderatorin Kristen Welker jetzt die Möglichkeit, die Mikrofone der Duellanten stumm zu schalten.

Jeweils zwei Minuten werden die Mikrofone des wartenden Duellanten zu Beginn jeder Fragerunde beim letzten TV-Duell abgeschaltet, um dem Kandidaten, der gerade das Wort hat, ein ungestörtes Eingangsstatement einzuräumen. Sollten sich Donald Trump oder Joe Biden auch im weiteren Verlauf zu häufig das Wort abschneiden, kann Welker jederzeit auch während der „offenen Debatte“ zum Stummschalter greifen.

Das zweite TV-Duell zwischen Joe Biden und Donald Trump ist auch das letzte

Das zweite und letzte TV-Duell der Präsidentschaftskandidaten Donald Trump und Joe Biden hätte eigentlich das dritte seiner Art sein sollen. Doch die Corona-Infektion des Präsidenten sorgte dafür, dass das als Town Hall Meeting geplante Duell in Miami, Florida, ausfallen musste. Die für die TV-Debatten zuständige Kommission hatte ein virtuelles TV-Duell ins Spiel gebracht - während Biden sofort zusagte, lehnte Trump ab.

Statt dem virtuellen Duell fanden zeitgleich in der Nacht zum 16. Oktober 2020 jeweils eigene Town Hall Meetings der Kandidaten statt - Donald Trump hatte seine Befragung eilig auf dieselbe Uhrzeit gelegt wie Konkurrent Joe Biden. In den Meetings gab sich Biden staatsmännisch, wohingegen Trump äußerst aggressiv auftrat, Moderatorin Savannah Guthrie immer wieder vergeblich versuchte das Wort abzuschneiden und sich nicht vom rechtsextremen Verschwörungskult QAnon distanzieren wollte.

Themen im TV-Duell zwischen Joe Biden und Donald Trump sind unter anderem Corona und Rassismus

Das letzte TV-Duell vor der US-Wahl am 3. November zwischen Donald Trump und Joe Biden soll in sechs jeweils 15 Minuten lange Themenblöcke aufgeteilt sein. Kristen Welker, die für die Auswahl der Themen verantwortliche Moderatorin, entschied sich für folgende Blöcke:

  • Kampf gegen Corona: Mittel, Wege und Strategien
  • Amerikanische Familien: Ihre Probleme, Sorgen und Lösungsansätze
  • Rassismus in den USA
  • Klimawandel
  • Nationale Sicherheit
  • Leadership: Die Fähigkeit, die USA zu führen

Donald Trump beharrte im Vorfeld darauf, außenpolitische Themen aufzunehmen und behauptete, dies sei so abgesprochen gewesen - was der Leiter der Kommission für Präsidentschaftsdebatten umgehend als unwahr bezeichnete.

Donald Trump nahm dies erneut zum Anlass, Medienschelte zu betreiben. Moderatorin Kristen Welker sei, genau wie der Moderator des ersten TV-Duells, Fox News-Moderator Chris-Wallace, und die Town Hall-Moderatorin Savannah Guthrie, voreingenommen gegenüber dem Präsidenten.

Donald Trump und Joe Biden bereiten sich auf TV-Duell im neuen Format vor

Einem Bericht der Washington Post zufolge bereiten sich Donald Trump und Joe Biden gezielt auf das abgeänderte Format des TV-Duells und die Tatsache teilweise mit einem abgeschalteten Mikrofon konfrontiert zu sein vor. So soll das Wahlkampfteam um Donald Trump seinen Kandidaten angehalten haben, Joe Biden nicht mehr so oft ins Wort zu fallen. Aus dem Umfeld Bidens ist zu vernehmen, dass sich der Demokrat gezielt auf die zwei störungsfreien Minuten zu Beginn der Rederunden vorbereitet. (Von Mirko Schmid)

Rubriklistenbild: © KEVIN DIETSCH via www.imago-images.de

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