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Der Republikaner Donald Trump gewinnt und schießt schon mal gegen seine mutmaßliche Konkurrentin Clinton.
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Der Republikaner Donald Trump gewinnt und schießt schon mal gegen seine mutmaßliche Konkurrentin Clinton.

US-Vorwahlen

Trump erklärt sich zum Sieger

  • Damir Fras
    VonDamir Fras
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Sowohl Hillary Clinton als auch Donald Trump machen mit einer Reihe von Siegen wichtige Punkte bei den US-Präsidentschaftsvorwahlen. Und starten schon damit, sich mit Verbalattacken zu bekriegen.

Jetzt geht der Kampf um die Nachfolge von US-Präsident Barack Obama richtig los. Sowohl Hillary Clinton bei den Demokraten als auch Donald Trump bei den Republikanern machen am Dienstagabend mit einer Reihe von Siegen bei Vorwahlen im Nordosten der USA wichtige Punkte auf dem Weg, zu den offiziellen Kandidaten ihrer jeweiligen Partei nominiert zu werden – und beginnen umgehend damit, sich verbal zu bekriegen.

Der Immobilienmilliardär Trump steht am späten Dienstagabend in seinem Wolkenkratzer in New York und gibt sich wie berauscht. Nur Minuten zuvor ist er von mehreren Sendern übereinstimmend zum Sieger der Vorwahlen in den Bundesstaaten Pennsylvania, Maryland, Delaware, Connecticut und Rhode Island proklamiert worden. Jetzt ist er der einzige verbliebene Möchtegern-Präsident der US-Konservativen, der rechnerisch noch Chancen hat, in den verbleibenden Abstimmungen so viele Delegiertenstimmen für sich zu gewinnen, um im Juli auf dem Parteitag der Republikaner im ersten Wahlgang zum Präsidentschaftskandidaten bestimmt zu werden.

Seine Widersacher Ted Cruz und John Kasich können die dafür notwendige Zahl von 1237 Delegierten nicht mehr erreichen. Sie hoffen nun darauf, den Bauunternehmer bei Kampfabstimmungen auf dem Parteitag schlagen zu können.

Doch danach sieht es nach dem gewaltigen Trump-Sturm vom Dienstagabend nicht mehr unbedingt aus. Und der Populist, dessen Erfolgswelle die Republikaner quasi überrollt hat, gibt sich bereits so siegessicher, dass er sich praktisch selbst zum offiziellen Kandidaten ausruft. „Ich sehe mich als mutmaßlichen Kandidaten an, absolut,“ ruft er seinen Anhängern entgegen, die dieses Aussage mit lautem Jubel quittieren. Seinen Konkurrenten empfiehlt Trump, den Wettbewerb gegen ihn aufzugeben. Das sei ohnehin ein aussichtsloses Unterfangen.

Dann aber bereits nimmt Trump seine mutmaßliche Konkurrentin aus dem Lager der Demokraten auf Korn und überzieht sie mit scharfen Attacken. Ex-Außenministerin Hillary Clinton wäre „eine furchtbare Präsidentin“, erklärt der Immobilienmagnat. Clinton wisse überhaupt nicht, wie man Jobs schaffe, sagt Trump. Er dagegen habe das bewiesen, weil er Erfolg im Geschäftsleben habe und diesen Erfolg als US-Präsident für das gesamte Land erreichen werde. Clinton sei leichter für ihn bei der Wahl Anfang November leichter zu schlagen als die meisten seiner republikanischen Mitbewerber, von denen er bis auf zwei bereits alle aus dem Rennen geworfen habe. Der Frau des früheren Präsidenten Bill Clinton fehle Stärke und Ausdauer, um den harten Job im Weißen Haus machen zu können.

Mauer zu Mexiko ist sein Programm

Donald Trump lässt nach einer kurzen Siegesrede ein paar Fragen von Journalisten zu. Seine Antworten erlauben jedoch wieder keinen Einblick in seine wahren Pläne. In allgemeinen Worten erklärt sich der Unternehmer zu einer klugen Persönlichkeit, der die Wähler nur glauben müssten, dann werde Amerika wieder zu einem großartigen Land. Im Übrigen wiederholt Trump seine Ankündigungen, eine Mauer an der Grenze zu Mexiko bauen zu wollen, um illegale Einwanderer abzuhalten. Auch erklärt er sich im Prinzip zur einzig befähigten Person für Außen- und Außenhandelspolitik in den USA.

Konkret wird auch seine mutmaßliche Konkurrentin bei der Präsidentschaftswahl an diesem Abend nicht, aber ihre Wortwahl ist weniger aggressiv. Hillary Clinton feiert ihre Wahlsiege in vier der fünf Bundesstaaten in Philadelphia im Bundesstaat Pennsylvania. Dort ist vor mehr als 200 Jahren die US-Verfassung verabschiedet worden. Das verströmt als Austragungsort einer Siegesfeier eine ganz besondere Symbolik.

Auch Clinton gibt sich sehr selbstbewusst. Weil ihr einziger Konkurrent Bernie Sanders nur den relativ unbedeutenden Bundesstaat Rhode Island gewinnt, kann sie nun mehr denn je darauf hoffen, als erste Frau in der Geschichte der USA zur Präsidentschaftskandidatin gekürt zu werden.

Nach Wochen, in denen der Tonfall zwischen Clinton und Sanders scharf und schärfer wurde, gibt sich die Siegerin des Abends nun verbindlich. Sie lobt ihre Konkurrenten und wendet sich direkt an dessen Anhänger: „Egal, ob ihr Senator Sanders oder mich unterstützt: Es gibt mehr, das uns verbindet, als das uns trennt.“ In ihrer Rede nimmt sie gezielt Elemente aus Sanders‘ Programm auf. Bernie Sanders hat in den vergangenen Monaten großen Zulauf vor allem von jungen Leuten erhalten und in seinen Wahlreden zu einer politischen Revolution in den USA aufgerufen. Dazu gehörten die Einführung einer allgemeinen Krankenversicherung, kostenloser Zugang zu Universitäten und die Zerschlagung von Großbanken.

Soweit wird es aller Voraussicht nach unter einer Präsidentin Clinton nicht kommen. Aber erkennbar ist, dass die Schlagworte von Bernie Sanders Eindruck hinterlassen haben. Clinton verspricht eine sozialeres und gerechteres Amerika, wenn sie zur Präsidentin gewählt würde.

Auch Clinton geht offenbar mittlerweile fest davon aus, dass ihr Widersacher im Kampf um die Nachfolge des amtierenden Präsidenten Donald Trump sein wird. Diesen hält sie für einen Scharlatan, der die Gesellschaft spaltet. In Philadelphia schlägt ihr lauter Jubel entgegen, als sie das mit einem Wortspiel rund um Trumps Namen belegt. „Love trumps hate“, ruft Clinton aus – „die Liebe übertrumpft den Hass.“

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