1. Startseite
  2. Politik

Trump erhielt geheimen Kredit aus Südkorea

Erstellt:

Von: Jan-Frederik Wendt

Kommentare

Ex-US-Präsident Donald Trump.
Der ehemalige US-Präsident Donald Trump. © dpa/(Archivbild)

Anfang der 2000er Jahre realisieren Donald Trump und der Daewoo-Konzern den Trump World Tower in New York. Später bleibt die Beziehung wohl bestehen.

Washington - Der frühere US-Präsident Donald Trump ist 2016 mit einem millionenschweren Kredit aus Südkorea in den amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf gezogen, den er als Kandidat für ein öffentliches Amt wohl hätte offenlegen müssen. Das berichtet das US-Magazin Forbes. Der Kredit sei über mindestens 19,8 Millionen Dollar vom südkoreanischen Daewoo-Konzern bereitgestellt worden. Das Unternehmen war Mitte der 1990er Jahre das einzige südkoreanische Unternehmen, das auch im kommunistischen Norden Geschäfte machen durfte.

Laut des Berichts bestand das Darlehen mindestens seit 2011. Hintergrund seien nicht konkreter definierte Lizenzgebühren. Bis 2016, dem Wahlkampfjahr, soll Trump keine Kreditrate zurücküberwiesen haben. Im Juni 2017, fünf Monate nach seiner Amtseinführung, soll nur noch ein Restbetrag von 4,3 Millionen Dollar unbezahlt gewesen sein. Laut Forbes wurde das Darlehen am 5. Juli 2017 vollständig beglichen. Aus den vorliegenden Unterlagen gehe nicht hervor, wer die Summe bezahlt habe.

Wichtige Details zu Trumps Darlehen sind unbekannt

Die Geschäftsbeziehungen zwischen Trump und dem südkoreanischen Unternehmen sollen deutlich länger zurückreichen, berichtet das US-Magazin. Demnach sollen sich beide erstmals 1997 zusammengetan und in den Folgejahren in New York den berühmten Trump World Tower errichtet haben. Im Anschluss habe Daewoo den Namen von Trump für mindestens sechs Gebäude in Südkorea genutzt.

Wann und warum Trump später einen Kredit bei Daewoo aufnahm, gehe aus den Unterlagen nicht hervor. Der Konzern habe dem späteren US-Präsidenten wohl ursprünglich 25 Millionen Dollar geliehen. Daraus folge, dass Trump bis 2011 fünf Millionen Dollar seiner Schuld beglichen hatte.

Hat Trump mit Darlehen gegen Gesetze verstoßen?

In den Büchern der Trump Organization sei das Darlehen aufgeführt gewesen sein. Aber: In den Dokumenten, die Trump im Wahlkampf veröffentlichen musste, tauchte das Darlehen nicht auf. Allen Weisselberg, früherer Finanzchef der Trump Organization, hatte 2016 erklärt, dass Trump alle finanziellen Verpflichtungen, die er gegenüber anderen Unternehmen besitzt, publik gemacht habe. Laut des neuen Forbes-Berichts ist unklar, ob Trump mit dem Verschweigen des Darlehens gegen geltenden Wahlkampfgesetze der USA verstoßen hat. Erst kürzlich hatte Trump eine Niederlage im Rechtsstreit um Regierungsdokumente erlitten.

Daewoo wurde 1967 gegründet und war nach der Hyundai-Gruppe jahrzehntelang das zweitgrößte südkoreanische Konglomerat mit mehr als 20 Sparten. Nach dem Bankrott 1999 wurde Daewoo in drei ähnlich große Teile zerschlagen, die vor allem in der Stahlverarbeitung, im Schiffbau und in der Finanzindustrie tätig waren. In Deutschland war vor allem die Automobilsparte von Daewoo bekannt, die nach der Asienkrise 2002 ebenfalls in ihre Einzelteile zerlegt und verkauft wurde. 2007 wurde der frühere Vorstandschef von Daewoo International, einer der drei Sparten, für illegale Waffenexporte nach Myanmar verurteilt. Von welcher Sparte Trump das Darlehen erhielt, geht aus dem Forbes-Bericht nicht hervor. (Jan Wendt)

Auch interessant

Kommentare