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Bei seinem Besuch 2018 traf Donald Trump auch die Queen.

Großbritannien

Trump empfiehlt den Briten harten Brexit

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Noch bevor der US-Präsident in Großbritannien eintrifft, zeigt er schon mal, auf wessen Seite er steht.

Über der Stadt kreisen US-Militärhubschrauber, im Buckingham-Palast wird der rote Teppich gebürstet, die Gegendemonstranten drucken eifrig Protestplakate: In London sind die Vorbereitungen auf den Staatsbesuch des US-Präsidenten in vollem Gang. Alter Gewohnheit folgend, belebte Donald Trump schon vor seiner für Montag geplanten Ankunft die politische Debatte auf der Insel. In Zeitungsinterviews warb er für den Chaos-Brexit („No Deal“), lobte Nationalpopulist Nigel Farage als „sehr klug“ und empfahl den Konservativen die Wahl Boris Johnsons zum Parteichef: „Er wäre ein exzellenter Premierminister.“

Während am Amtssitz der scheidenden Premierministerin Theresa May peinliches Schweigen herrschte, meldete sich Oppositionsführer Jeremy Corbyn umgehend zu Wort. Die Einmischung des Gastes in die britische Politik sei „völlig inakzeptabel“, sagte der Labour-Vorsitzende. Der nächste Regierungschef sollte weder vom US-Präsidenten noch von den Mitgliedern der konservativen Partei bestimmt werden. Vielmehr brauche das Land eine Unterhauswahl.

Wie bei Trumps Arbeitsbesuch vor Jahresfrist macht auch diesmal die Opposition gegen den Bewohner des Weißen Hauses mobil. Zur Großkundgebung gegen den Präsidenten am Dienstag erwartet das einladende Bündnis eine Viertelmillion Menschen. Teilnehmen will unter anderen die Schatten-Außenministerin der Labour-Opposition, Emily Thornberry. Es gehe nicht nur um die Person Trump, sagte eine der Mitorganisatorinnen, Alena Iwanowa von der linken Lobbygruppe Another Europe is Possible: „Es geht um Trumpismus, die Politik von Rassismus und Engstirnigkeit.“ Scotland Yard hat mehr als zehntausend Beamte in der Innenstadt zusammengezogen; der Protestzug soll auf dem Weg zum Parliament Square von der Downing Street ferngehalten werden, wo zur gleichen Zeit politische Gespräche und eine gemeinsame Pressekonferenz mit May stattfinden sollen. Der Besuch geht auf eine Einladung zurück, welche die Regierungschefin selbst kurz nach Trumps Amtseinführung ausgesprochen hatte.

Damals war May nach Washington geeilt, um die transatlantischen Beziehungen zu retten, die durch Londons stillschweigende Unterstützung für Trumps Gegenkandidatin Hillary Clinton gefährdet schienen. Schon damals erhob sich Widerstand dagegen, dem Verächter des westlichen Bündnisses schöne TV-Bilder für die geplante Wiederwahl zu garantieren. Eine Rede im Unterhaus komme nicht in Betracht, sagte Speaker John Bercow im Februar 2017: Denn das Unterhaus sei vereint „gegen Rassismus und Sexismus, es unterstützt die Gleichheit vor dem Gesetz und die Unabhängigkeit der Justiz“.

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Die Fernsehbilder müssen nun Queen Elizabeth II und Thronfolger Charles liefern, wenn sie den Besucher am Montag mit militärischen Ehren empfangen und ihm abends im Buckingham-Palast das traditionelle Staatsbankett ausrichten. Zwischendurch legen Trump und seine Gattin Melania in der Westminster Abbey einen Kranz am Grab des Unbekannten Soldaten nieder – Auftakt der Gedenkveranstaltungen zum 75. Jahrestag der Invasion in der Normandie, die am Mittwoch im englischen Portsmouth und am Donnerstag vor Ort in Frankreich weitergehen. Dort führt Trump zudem bilaterale Gespräche mit Staatspräsident Emmanuel Macron sowie dem irischen Premierminister Leo Varadkar.

Beim Frühstück mit Geschäftsleuten und den Gesprächen in der Downing Street am Dienstag dürfte es vor allem um Handelsfragen gehen. In den Interviews mit „The Sun“ und „The Sunday Times“, beides Blätter des US-australischen Medienzaren Rupert Murdoch, stellte Trump den Briten für die Zeit nach dem Brexit einen raschen Handelsvertrag in Aussicht. „Wir haben enormes Potenzial, um mehr als auszugleichen“, was Großbritannien am Handel mit der EU verlorengehe, behauptete der Chef des größten bilateralen Handelspartners der Insel. Und als solcher will er ihnen auch erhalten bleiben: Der 72 Jahre alte Trump kündigte an, Mitte Juni ganz offiziell den Wahlkampf für seine Wiederwahl 2020 zu starten.

Drängen wollen Trump und sein Sicherheitsberater John Bolton die Briten zu einer härteren Haltung gegenüber dem Iran und China. Dass May die chinesische Telekomfirma Huawei nicht vom geplanten G5-Mobilfunk ausgeschlossen hat, führte in Washington für Verstimmung. „Die nationale Sicherheit ist so wichtig, wir müssen alle gemeinsam sehr vorsichtig sein“, sagte Trump und verwies auf die Zusammenarbeit von Militär und Geheimdienst mit der früheren Kolonialmacht.

Trump in der Normandie

Beim Besuch des US-Präsidenten Donald Trump auf dem amerikanischen Militärfriedhof im nordfranzösischen Colleville-sur-Mer werden an diesem Donnerstag etwa 12 000 Menschen erwartet. „Es wird sehr viel Publikum geben“, sagte der Direktor des Friedhofs, Scott Desjardins.

Trump kommt aus Anlass der alliierten Landung in der Normandie vor 75 Jahren und wird von seinem französischen Kollegen Emmanuel Macron empfangen werden. Beide wollen bei der Gedenkfeier kurze Reden halten.

Die Bedeutung des 75. Jahrestages sei groß, so Desjardins. „Wir denken, es wird das letzte Mal sein, dass wir einer stattlichen Zahl von Veteranen für die Opfer danken können, die sie gebracht haben.“ Es würden mindestens 160 Weltkriegsteilnehmer aus den USA erwartet, der älteste bisher Angemeldete sei 102 Jahre alt.

Der Friedhof wird von der American Battle Monuments Commission unterhalten, einer öffentlichen US-Einrichtung, die zahlreiche Militärfriedhöfe außerhalb der USA verwaltet. (dpa)

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